Klimaschutz im Oberallgäu

Ingenieurbüro Klinger pflanzt 1100 Bäume in Sulzberg

Sulzberg Baumpflanzung

Am Reisachhof in Sulzberg wird eine Fläche von der Allgäuer Herdebuchgesellschaft bepflanzt. Unser Bild zeigt von links Simon Schüssel zusammen mit Sebastian, Korbinian, Joachim und Leopold Klinger.

Bild: Ralf Lienert

Am Reisachhof in Sulzberg wird eine Fläche von der Allgäuer Herdebuchgesellschaft bepflanzt. Unser Bild zeigt von links Simon Schüssel zusammen mit Sebastian, Korbinian, Joachim und Leopold Klinger.

Bild: Ralf Lienert

Dietmannsrieder Ingenieurbüro hat bei seiner Aktion Tradition und freudige Anlässe im Blick. Weitere 900 Bäume sind als „Wahre Werte“ im Ostallgäu geplant.
04.05.2021 | Stand: 12:19 Uhr

Für Sebastian Klinger aus Dietmannsried gelten „Hausbäume“ als Glückssymbole, die meist zu besonderen Anlässen gepflanzt wurden. Am Reisachhof in Sulzberg ließ der Chef des gleichnamigen Ingenieurbüros aus Dietmannsried jetzt zusammen mit der Allgäuer Herdebuchgesellschaft (AHG) diese Tradition neu aufleben und pflanzte am Wochenende die ersten 1100 von insgesamt 2021 Bäumen. Weitere sollen im Ostallgäu bei Füssen folgen.

„Vor lauter Arbeit und Lebensgeschwindigkeit werden viel zu oft diese besonderen Momente übersehen“, sagt Klinger. Seit 1977 gibt es das Büro, das an der Erschließung von Baugebieten, im Straßenbau, bei Ortskerngestaltung, Kanalsanierungen oder Ingenieurbauwerken beteiligt ist. Für jeden ihr gerade geplanten Bauplätze sponsert das Team bereits jetzt einen Hausbaum. Das gilt auch für die Flächen bei Straßen- oder Städtebau sowie für die Länge der geplanten Kanäle: „Wir rechnen je einen Baum pro hundert Meter Kanal.“

Man feiert die Zusammenarbeit

So werden allein für das neue Baugebiet Halde-Nord in Kempten 220 Bäume gepflanzt. Klinger verweist auf den Firmenslogan „Ingenieurleistung für Generationen“ und sieht die Pflanzungen als Selbstverpflichtung an. Seine Familie möchte einen Beitrag zum Umweltschutz in der Region leisten und gleichzeitig den freudigen Anlass zum Ausdruck bringen, dass jede Zusammenarbeit – ob groß oder klein – ein Grund zum Feiern ist.

Die Idee hatte der Haldenwanger Autor und Coach Oliver Alexander Kellner, der deutschlandweit ein Hausbaum-Projekt im Bereich der Augenoptik namens „Wahre-Werte-Optiker“ leitet. „Jetzt sind wir das erste Ingenieurbüro, das diesen Gedanken im Allgäu umsetzt“, sagt Klinger.

AHG-Geschäftsführer Thomas Bechteler und der AHG-Vorsitzende Norbert Meggle waren ebenfalls zur Stelle, als nördlich des Sulzberger Skilifts gepflanzt wurde. Die AHG betreibt seit 1975 den Weidehof aus dem 15. Jahrhundert, der im vierten Sommer von Benjamin Schmid betreut wird.

Allgäuer Klima für nachfolgende Generationen schützen

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Unter der Regie von Simon Schüssel, fachlicher Leiter Alpwirtschaft bei der AHG, wurden auf 4000 Quadratmetern Fläche 650 Fichten, 240 Weißtannen, 100 Bergahorne und 100 Lärchen eingesetzt. „Jeder einzelne Baum ist nicht nur für uns, sondern insbesondere für unsere nachfolgenden Generationen wichtig. Wir haben also durchaus auch Einfluss auf unser künftiges Allgäuer Klima“, sagte Klinger und packte zusammen mit seinem Vater Joachim (75) und seinen beiden Söhnen Leopold (14) und Korbinian (10) tatkräftig mit an.

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