Hochkarätige Konzerte

Internationale Virtuosen feiern renovierte Orgeln in Kempten

Kempten Orgelweihe

Neuer Glanz, neuer Klang: die Orgel von St. Lorenz in Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Neuer Glanz, neuer Klang: die Orgel von St. Lorenz in Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Die beiden Kirchenmusiker Benedikt Bonelli und Frank Müller starten eine Konzertreihe, bei der internationale Orgel-Virtuosen die aufpolierten Instrumente klingen lassen.
07.07.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Gleich zwei renovierte und erweiterte Orgeln sind neuerdings in Kempten zu hören. In der St.-Mang-Kirche tönt seit Dezember 2019 ein runderneuertes Instrument, wofür die Kirchengemeinde 530 000 Euro aufbringen musste. Für die restaurierten Orgeln in der Lorenz-Basilika musste die Pfarrei sogar 1,3 Millionen Euro hinlegen, damit die Orgeln wieder so klingen, wie sie sollen. Kein Wunder, dass die beiden Kirchenmusiker Benedikt Bonelli (St. Lorenz) und Frank Müller (St. Mang) überglücklich und stolz sind. Und wie es sich gehört, feiern sie die renovierten und erneuerten Orgeln. Am kommenden Freitag startet eine ökumenische Konzertreihe, bei der die beiden Orgeln bis Jahresende abwechselnd zeigen können, wie farbenreich und mächtig, aber auch fein und differenziert sie klingen.

Renommierte internationale Solisten spielen auf den Orgeln in Kempten

Für die jeweils einstündigen Konzerte haben Bonelli und Müller international renommierte Solisten gewinnen können. Ein Novum für Kempten. Denn der früher nicht gerade glorreiche Zustand der Instrumente hat die beiden Kirchenmusiker bisher zurückschrecken lassen, große Orgel-Virtuosen in die Stadt zu lotsen. „Und wenn ich es doch getan habe, habe ich mich immer etwas geniert“, sagt Benedikt Bonelli.

Er und sein Pendant von der evangelischen St.-Mang-Kirche wollen sich nun nicht mehr schämen. Um Top-Leute an den Tasten zu verpflichten, haben sie die Sparkasse Allgäu und die Stadt Kempten um finanzielle Hilfe gebeten. So konnten sie etwa Ben van Osten engagieren. Der Titularorganist an der „Grote Kerk“ im holländischen Den Haag und Professor für Orgel am Konservatorium in Rotterdam spielt am Freitag, 9. Juli, in der Basilika und stellt Musik der beiden französischen (Spät-)Romantiker Camille Saint-Saëns (1835 - 1921) und Marcel Dupré (1886 - 1971) vor. Am 6. August sitzt dann der St. Gallener Domorganist Willibald Guggenmos am Instrument der St.–Mang-Kirche. Auf seinem Programm stehen bekannte und weniger bekannte romantische Stücke von Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Die weiteren Termine: 3. September (Basilika), 8. Oktober und 5. November (beide St. Mang) sowie 12. November (Basilika).

Die Konzerte finden immer freitags um 19 Uhr statt

Zur neuen Konzertreihe passt gut, dass der deutsche Musikrat 2021 zum Jahr der Orgel ausgerufen hat. Doch Müller und Bonelli wollen nicht am Jahresende wieder aufhören. Auch über 2021 hinaus soll es gewichtige Orgel-Konzerte geben – immer am Freitagabend um 19 Uhr eine Stunde lang. Und in der warmen Jahreshälfte, weil’s sonst in den Kirchen zu kalt sei. Geplant sind jährlich sechs Termine.

Damit hätten sie im Oberallgäu ein Alleinstellungsmerkmal. „Wir sind die einzigen, die so etwas machen“, sagt Benedikt Bonelli. Die Kosten belaufen sich auf etwa 2000 Euro pro Konzert, was durch Eintritte, Zuschüsse, Sponsoring und die Unterstützung durch den jeweiligen Förderverein refinanziert werden soll. Die Höhe des Eintritts haben die beiden Organisatoren auf 15 Euro (10 Euro ermäßigt) festgelegt.

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