Kempten/Oberallgäu

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Kempten Lieferservice

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Bild: Ralf Lienert

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Service Vereine, Ehrenamtliche sowie Firmen und Restaurants bringen den Menschen Lebensmittel und Essen heim
18.03.2020 | Stand: 17:08 Uhr

Der Corona-Virus zwingt Menschen dazu, weitgehend daheim zu bleiben. Das ist für die meisten eine völlig ungewohnte Situation. Wie gestalte ich in diesen Zeiten meinen Alltag?, fragen sich viele. Was fange ich mit meiner Zeit an? Wie beschäftige ich kleine Kinder, die unbedingt raus wollen? Wie bleibe ich in Kontakt mit der Außenwelt, wenn man eigentlich so wenig Kontakt wie möglich mit anderen haben soll? Wir geben Ihnen Tipps, wie das funktionieren kann.

Immer mehr Ehrenamtliche und Firmen bieten an, für die Kemptener und Oberallgäuer einkaufen zu gehen. Manche Restaurants haben zusätzliche Lieferdienste eingerichtet. Eine Plattform, auf der viele Angebote gesammelt dargestellt werden, ist die Facebook-Gruppe „Alle fürs Allgäu - Hilfe in Corona-Zeiten“.

Einer der jüngsten Einträge betrifft die Landjugend Probstried. „Einkaufstaxi“ heißt ihr Angebot. Per Whatsapp oder E-Mail nehmen die Jugendlichen Einkaufslisten von Personen in Quarantäne und aus Risikogruppen an. „Uns geht es jetzt erst einmal darum, unser Angebot bekannt zu machen“, sagt KLJB-Vorsitzender Eric Löffler. Er und seine Mitstreiter wollen zunächst Menschen in Dietmannried beliefern. Der Fokus liegt dabei vor allem auf den Weilern. „Weil dort oft viele Ältere wohnen.“ Löffler hat bereits die anderen Ortsvereine angeschrieben, um das Angebot ausweiten zu können. „Die Gemeinde sammelt gerade alle Projekte und führt sie zusammen, damit alles ein bisschen geordneter wird.“

Markus Schneider und seine Frau Duygu von der Firma T-Raumküchen in Kempten erledigen ebenfalls Einkäufe für Senioren und Menschen aus Risikogruppen in Stadt und Umgebung. „Da wir durch unseren Beruf unsere Zeit besser einteilen können, helfen wir mit“, sagt Markus Schneider. Die Übergabe könne auch völlig ohne Kontakt stattfinden, bezahlt werde per Überweisung.

Restaurants und Lebensmittelhändler versuchen, der Corona-Krise Herr zu werden, indem sie zusätzliche Lieferdienste anbieten. Einige Beispiele: Der Landgasthof Alte Säge in Ermengerst bringt seit Mittwoch seine Gerichte auch nach Hause - montags bis sonntags von 11 bis 15 Uhr und von 17 bis 20.30 Uhr. „Wir müssen ja irgendwie kompensieren“, sagt Inhaber Michael Schlottmann. Regulär geöffnet ist der Gasthof nur noch mittwochs bis sonntags von 11 bis 15 Uhr. Schlottmann hatte schnell „einen ganzen Schwung Bestellungen“ vorliegen.

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Der Obst- und Gemüsehändler Früchte Frick aus Sonthofen beliefert eigentlich nur Hotels und Gastronomiebetriebe. Geschäftsführer Tim Trautmann hat aber einen Seniorenverkaufstag eingeführt: donnerstags von 10 bis 15 Uhr.

Und er beliefert Privatkunden in Sonthofen und Umgebung. Diese können zwischen einer Single- und einer Family-Kiste wählen. „Das sind gemischte Kisten für den Wochenbedarf“, erklärt Trautmann. Obst, Gemüse, Kartoffeln, Eier. „Der Inhalt ändert sich jede Woche.“

Auch der Großhandel „Füß Gastro Service“ aus Immenstadt setzt jetzt nicht mehr nur auf Hotels und Restaurants, sondern auch auf Privatkunden als Abnehmer. „Aufgrund der aktuellen Situation öffnen wir unser Warenlager, um ein zusätzliches Angebot zur Lebensmittelversorgung zu bieten“, sagt Geschäftsführer Herbert Füß. „Weil die Nachfrage bei Hotellerie und Gastronomie eingebrochen ist, verfügen wir über ausreichend Lebensmittel.“ Eine Auswahl der frischen und tiefgekühlten Waren steht auf der Webseite. Bestellungen werden telefonisch angenommen. Die Vertriebsmitarbeiter beantworten alle Fragen zum Sortiment, zur Bestellung und zur Abholung.

Auch der TV-Koch Christian Henze liefert drei verschiedene Pakete an die Haustür: vegetarisch, Fleisch und Fisch sowie Rind, Geflügel und Fisch. Kunden können online bestellen. Geliefert werden zehn verschiedene Menüs in einem Paket, die im Ofen oder in der Mikrowelle selbst zubereitet werden können.

Gleich von Beginn an auf einen Lieferdienst angewiesen ist Donato Olivieri. Er hat erst kürzlich das italienische Restaurant „Rossini zur alten Bleiche“ eröffnet. „Wenn die Leute nicht zu uns kommen können, gehen wir zu den Leuten“, sagt er. Bis 23 Uhr abends können Kunden dort eine Bestellung aufgeben.