Kommentar

Jugendliche randalieren: Das kommt nicht überraschend

In Durach sorgen nächtliche Exzesse von Jugendlichen für Ärger. Dabei werden auch Überwachungskameras wie an der Schule diskutiert. Sie sind aber keine Überraschung, sagt unser Autor.

In Durach sorgen nächtliche Exzesse von Jugendlichen für Ärger. Dabei werden auch Überwachungskameras wie an der Schule diskutiert. Sie sind aber keine Überraschung, sagt unser Autor.

Bild: Matthias Becker

In Durach sorgen nächtliche Exzesse von Jugendlichen für Ärger. Dabei werden auch Überwachungskameras wie an der Schule diskutiert. Sie sind aber keine Überraschung, sagt unser Autor.

Bild: Matthias Becker

Trinkende und randalierende Jugendliche sorgen nachts für Ärger in Durach. Das ist nicht gut - kommt aber nicht von ungefähr, sagt unser Autor.
07.07.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Die Corona-Pandemie ist für alle mit Einschränkungen verbunden – doch Jugendliche sind besonders hart von Kontaktbeschränkungen betroffen. Seit über einem Jahr wird ihnen das verwehrt, was die aktuelle Phase ihres Lebens ausmacht: sich unter Gleichaltrigen selbst zu finden, sich auszuprobieren, Grenzen auszuloten. Seit mehr als einem Jahr halten sie das aus. Gleichzeitig stehen sie in der Impfreihenfolge ganz hinten. Dass irgendwann der Druck aus dem Kessel entweicht, ist in der Regel vermutlich nicht willkommen – darf aber nicht verwundern. (Zum Artikel: Ärger um nächtliche Exzesse in Durach - kommen nun Überwachungskameras?)

Durach: Die Jugendlichen sind nicht das Problem - sondern ihre Situation

Dass die Gemeinde Durach versucht, gefährliches Verhalten zu verhindern, ist richtig. Es kann aber nicht beim Reagieren bleiben – und die Zeichen stehen gut: Die Einstellung einer Jugendarbeiterin etwa zeigt den guten Willen der Gemeinde, ebenso der Plan, einen Pumptrack zu bauen als Angebot für eine sinnvolle und sportliche Beschäftigung. Und auch der Aufruf während der Gemeinderatssitzung vermittelte: Ideen und Lösungsvorschläge sind herzlich willkommen.

(Lesen Sie hier: Das sagen Jugend-Experten über feiernde Jugendliche nach dem Lockdown)

Den Sommer nicht nur für Shopping nutzen: Mehr Angebote für Jugendliche!

Denn ob Hofgarten Kempten oder Sportpark Durach: Das sind nur Symptome eines Problems, das vermutlich sämtliche Gemeinden betrifft. Die Lösung muss lauten: Gefährliches verhindern, aber gleichzeitig gesamtgesellschaftlich Alternativen anbieten. Nutzen wir den Sommer mit niedrigen Infektionszahlen nicht nur für Shopping und Biergartenbesuche: Schaffen wir der Jugend Möglichkeiten für sinnvolle Erlebnisse. Wer weiß, wie es im Herbst weitergeht.