Politische Bildung an Schulen in Kempten

Juniorwahl-Ergebnisse unterscheiden sich teils deutlich von Bundestagswahl

Bei Fragen stand den Schülern ihr Lehrer Uwe Favero helfend zur Hand.

Bei Fragen stand den Schülern ihr Lehrer Uwe Favero helfend zur Hand.

Bild: Marina Kraut (Symbolfoto)

Bei Fragen stand den Schülern ihr Lehrer Uwe Favero helfend zur Hand.

Bild: Marina Kraut (Symbolfoto)

Junge Menschen haben die Bundestagswahlen simuliert. An einer Schule in Kempten ist die Meinung zur CSU eindeutig. Die Ergebnisse im Überblick.
27.09.2021 | Stand: 17:43 Uhr

Knut Henkelmann lobt die Jugend. Sie sei politischer geworden: „Das Bewusstsein dafür ist gewachsen.“ Der Sozialkunde-Lehrer unterrichtet am Kemptener Hildegardis-Gymnasium und ist Mitorganisator der Juniorwahl. Bei dem Projekt geben Schülerinnen und Schüler parallel zu Wahlen ihre Stimme ab, in diesem Jahr zur Bundestagswahl.

Im Vorfeld lernen die Jugendlichen, wie in Deutschland gewählt wird, für was die Parteien stehen und wie Demokratie funktioniert. Zwei Kemptener Schulen zeigen: Grüne und FDP sind ähnlich beliebt wie bei jungen Menschen bundesweit, die CSU überrascht in einem Fall besonders stark.

Wie die Juniorwahl abläuft, zeigt sich am Beispiel Hildegardis-Gymnasium. Dort haben die Organisation zwei zehnte Klassen übernommen: Eine hat sich um die Wahldurchführung gekümmert, die andere um den Theorieteil vor der Stimmabgabe.

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Hierfür haben die Jugendlichen unter anderem einen Infoblatt für den Unterricht gestaltet. „Ziele sind die politische Bildung und Entscheidungsfindung“, sagt Knut Henkelmann. Ein Infotag lieferte den jungen Menschen zusätzlich Hintergrundwissen rund um die Wahl.

Hildegardis-Gymnasium entschied sich bewusst für Wahlkabinen

Gewählt wurde am Hildegardis-Gymnasium ab der achten Klasse. Dafür setzten die Jugendlichen ihre Kreuze ausschließlich in Wahlkabinen. Eigentlich gibt es bei dem bundesweiten Projekt auch die Möglichkeit zur elektronischen Stimmabgabe. Henkelmann erklärt: „Für Wahlkabinen haben wir uns wegen des ,Feelings’ entschieden.“ Die Schülerinnen und Schüler könnten sich die Wahl besser vorstellen, sie erhalten quasi Demokratie zum Anfassen.

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Umso mehr mussten die Wahlhelferinnen wie Anne Brandner anpacken, die einen ganzen Schultag mit dem Projekt und dem Stimmenauszählen beschäftigt war.

Die Teilergebnisse aus Kempten im Überblick

  • Sieger am Kemptener Hildegardis-Gymnasium sind die Grünen mit 28,51 Prozent (Erststimme) und 28,32 Prozent (Zweitstimme). Platz zwei belegt die FDP mit 20,62 und 19,08 Prozent, gefolgt von der CSU mit 14,83 und 18,50 Prozent.
  • An der Realschule an der Salzstraße siegt die FDP deutlich (jeweils Zweitstimmen): Sie kommt auf 33,1 Prozent. Platz zwei teilen sich Grüne und SPD mit 11,8 Prozent. Die CSU erhielt 5,5 Prozent der Stimmen.
  • Bei der Bundestagswahl m Sonntag lagen übrigens Grüne und FDP unter den 18- bis 24-Jährigen ebenfalls an der Spitze – und fast gleichauf mit knapp über 20 Prozent.
  • Bei der Juniorwahl im Wahlkreis Oberallgäu, zu dem Kempten gehört, gewinnen die Grünen das Direktmandat (23,3 Prozent), auf Platz zwei landet die CSU (17,9 Prozent), Platz drei belegt die FDP mit 17,7 Prozent. Bei der Zweitstimme stehen die Grünen ebenfalls auf Platz eins (21,7 Prozent), gefolgt von FDP (18,3 Prozent) und CSU (15,2 Prozent).
  • Bei der anders organisierten U18-Wahl sind ebenfalls die Grünen mit 20,6 Prozent (Zweitstimme) Sieger. Platz zwei geht an die SPD mit 19,75 Prozent.

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