Kempten

Kassiererin in Kempten verhindert Callcenterbetrug - Was die Polizei rät

Häufig sind ältere Menschen von sogenannten "Callcenterbetrügen" betroffen. So auch ein 83-jähriger Kemptener.

Häufig sind ältere Menschen von sogenannten "Callcenterbetrügen" betroffen. So auch ein 83-jähriger Kemptener.

Bild: Karolin Krämer, dpa (Symbolbild)

Häufig sind ältere Menschen von sogenannten "Callcenterbetrügen" betroffen. So auch ein 83-jähriger Kemptener.

Bild: Karolin Krämer, dpa (Symbolbild)

Ein Anruf, ein großer Verlust: Ein 83-Jähriger Mann fiel einem betrügerischen Anrufer zum Opfer - Eine Kassiererin konnte schlimmeres verhindern.
Häufig sind ältere Menschen von sogenannten "Callcenterbetrügen" betroffen. So auch ein 83-jähriger Kemptener.
Von Allgäuer Zeitung
03.12.2020 | Stand: 18:19 Uhr

Eine Kassiererin eines Drogeriemarktes in Kempten hat einen älteren Mann vor dem Verlust einer größeren Summe Geld bewahrt. Nach Polizeiangaben war die Frau stutzig geworden, weil der 83-Jährige Google-Play-Karten im Wert von mehreren Hundert Euro kaufen wollte. Daraufhin informierte sie die Polizei.

Es stellte sich heraus, dass ein unbekannter Täter telefonischen Kontakt zu dem 83-Jährigen aufgenommen und ihm einen Lotto-Gewinn von über 300.000 Euro versprochen hatte. Bevor er den Gewinn jedoch bekommen sollte, müsse der Gewinner eine Steuer in Höhe von 4.000 Euro zahlen - in Form von Google-Play-Karten.

Kempten: Vorgehensweise der Betrüger

Bei diesem Fall der Betrugsmasche handelt es sich nicht um einen Einzelfall, berichtet die Polizei. Die Täter gehen bei diesem Callcenterbetrug häufig ähnliche vor. Dabei melden sich Anrufer mit einer freudigen Nachricht und teilen ihren Opfern einen vermeintlichen Gewinn mit. Es wird jeweils auf eine vergangene Gewinnspielteilnahme hingewiesen.

Mit Hilfe geschickter Gesprächsführung vermitteln die Anrufer, dass es nur noch einen Schritt bis zum Gewinn gebe. Gebühren, Steuern oder Notarkosten seien für den Erhalt des Gewinns notwendig.

(Lesen Sie auch: 70-Jähriger Schwangauer erhält "Sexpressing-Mail".)

Viele Betroffene in Kempten und Oberallgäu

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In der Stadt Kempten und im Landkreis Oberallgäu erbeuteten Anrufbetrüger mit falschen Gewinnen in diesem Jahr bereits rund 37.000 Euro. 2019 waren es sogar rund 50.000 Euro. Insgesamt wurden in diesem Bereich 170 Betrugsfälle bekannt.

Im Fall des Seniors und der Kassiererin in Kempten wurde ein größerer Schaden verhindert. Dennoch hatte der Mann bereits Karten im Wert von 2.500 Euro erworben. Telefonisch hatte er zudem schon Karten im Wert von 1.000 Euro an den unbekannten Täter weitergegeben.

Callcenterbetrug - Was die Polizei rät

Die Polizei bittet Mitarbeiter von Geschäften, die Guthabenkarten zum Verkauf anbeiten, hellhörig zu sein. Besonders wenn ältere Menschen eine größere Summe dieser Guthabenkarten kaufen möchten. Zudem sollen sich Anrufer bewusst sein, dass nur etwas gewonnen werden kann, wenn auch an einer Lotterie teilgenommen wurde.