Inzidenz über 300 in Kempten

Kempten ein Corona-Hotspot? - FDP fordert freiwilligen Massentest

Ein Corona-Schnelltest wird in Kempten ausgewertet. Vergangene Woche entstanden im Rahmen der Strategie „Testen gegen Corona“ zwei zusätzliche Schnelltestzentren am Biomassehof sowie bei XXXLutz.

Ein Corona-Schnelltest wird in Kempten ausgewertet. Vergangene Woche entstanden im Rahmen der Strategie „Testen gegen Corona“ zwei zusätzliche Schnelltestzentren am Biomassehof sowie bei XXXLutz.

Bild: Ralf Lienert

Ein Corona-Schnelltest wird in Kempten ausgewertet. Vergangene Woche entstanden im Rahmen der Strategie „Testen gegen Corona“ zwei zusätzliche Schnelltestzentren am Biomassehof sowie bei XXXLutz.

Bild: Ralf Lienert

FDP-Stadträte bezeichnen Kempten wegen der aktuell hohen 7-Tage-Inzidenz als Hotspot. Wie Corona-Massenschnelltests helfen sollen, die Situation zu meistern.
23.04.2021 | Stand: 06:58 Uhr

Die beiden Kemptener FDP-Stadträte Ullrich Kremser und Dr. Dominik Spitzer fordern die Stadtverwaltung auf, „schnellstmöglich ein Konzept für einen freiwilligen Corona-Massenschnelltest in Kempten zu erarbeiten und einen solchen durchzuführen“. Dazu sollen die bestehenden Test-Infrastrukturen genutzt und bei Bedarf dazu ausgebaut werden.

Grund ist, dass der Inzidenzwert, der die Zahl an Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen hochgerechnet auf 100 000 Einwohner angibt, in Kempten erneut die 300er-Marke überschritten hat.

Massentests sollen Corona-Infektionsketten in Kempten schnell offenlegen

Angesichts des Wertes befinde sich die Stadt Kempten unter den Top zehn in ganz Bayern und kann damit aus Sicht der FDP-Stadträte als Hotspot bezeichnet werden. „Um die Infektionsketten schnellstmöglich zu identifizieren und damit zu durchbrechen, wäre ein zeitnaher und freiwilliger Corona-Massenschnelltest eine sinnvolle und leistbare Maßnahme“, schreiben Kremser und Spitzer in ihrem Antrag. Andere Beispiele wie in der Slowakei und Südtirol hätten gezeigt, dass eine solches Instrument „sehr wirkungsvoll“ sein könne.

Diffuses Infektionsgeschehen: Sieben-Tage-Inzidenz in Kempten erneut über 300

Bereits vergangenen Sonntag lag der Inzidenzwert in Kempten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 326,8 (wir berichteten). Zum Beginn der Woche sank er leicht, um – Stand Mittwochfrüh – wieder auf 308 zu klettern. Nach wie vor verweisen die Behörden auf ein diffuses Infektionsgeschehehen. Das heißt: Es gibt nicht den einen Ort, an dem sich viele Menschen anstecken, sondern viele unterschiedliche Gelegenheiten. Als Beispiele nennt Andreas Weber vom Büro des Oberbürgermeisters Firmen, Schulen und den privaten Bereich. Er wie Spitzer verweisen auf die Mutationen, die deutlich ansteckender sind.

Nach Angaben des Kemptener Allgemeinmediziners, der als Landtagsabgeordneter auch dem bayerischen Gesundheitsausschuss angehört, macht die hochansteckende B117-Variante mittlerweile 90 Prozent der Infektionen aus. Der Massentest sei eine Möglichkeit, die Dunkelziffer aufzudecken und so die weitere Verbreitung einzudämmen. Spitzer appelliert an die Kemptenerinnen und Kemptener unabhängig von dem FDP-Antrag, die Testmöglichkeiten der Arztpraxen, Apotheken und Testzentren zu nutzen.

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