Neue Regelung in Kempten

Radfahrer überholen? Verboten! Verstöße kosten fast 100 Euro

Kempten Wiesstraße

In der Wiesstraße dürfen Autos und Laster keine Radler mehr überholen. Das Verbot soll für Bereiche ohne markierte Radfahrstreifen ausgeschildert werden.

Bild: Ralf Lienert (Fotomontage)

In der Wiesstraße dürfen Autos und Laster keine Radler mehr überholen. Das Verbot soll für Bereiche ohne markierte Radfahrstreifen ausgeschildert werden.

Bild: Ralf Lienert (Fotomontage)

Erstmals verbietet Kempten den Fahrern von Autos und Lastwagen, auf einer bestimmten Straße Radfahrer zu überholen. Was dort künftig noch gilt.
29.06.2021 | Stand: 16:58 Uhr

Radler können aufatmen, Kraftfahrer müssen aufpassen. Die Stadt verbessert die Lage für den Radverkehr in der Wiesstraße, einer wichtigen Radverbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt. Nun ist in der nördlichen und südlichen Wiesstraße maximal Tempo 30 erlaubt. Und in Kürze stehen dort – erstmals in Kempten – Verkehrszeichen, die es mehrspurigen Kraftfahrzeugen verbieten, einspurige Fahrzeuge zu überholen.

Verstöße kosten nicht nur Geld, sondern bringen auch einen Punkt in Flensburg

Verstöße kosten dann knapp 100 Euro. Zudem bringen sie einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Das bedeutet: Autos, Laster und auch Motorräder mit Beiwagen dürfen keine Fahrräder oder etwa Mopeds überholen. Das Verkehrszeichen wurde mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung 2020 eingeführt. Warum Verstöße gegen das Überholverbot so teuer kommen? Das eigentliche Bußgeld kostet laut Polizeisprecher Holger Stabik 70 Euro. Dazu kommen Gebühren und (Porto-)Auslagen für die Abwicklung.

Radler können Verstöße anzeigen

Das Überholverbot gilt, sobald die Stadt die Schilder aufgestellt hat. Laut Stabik könnten Radler eventuelle Verstöße grundsätzlich auch anzeigen, sagt Polizeisprecher Holger Stabik. Dafür seien aber Zeugen hilfreich. Denn falls ein Kraftfahrer seinen Verstoß leugnet, müsste ein Gericht entscheiden. Und dort zählten unter anderem Glaubwürdigkeit und Zeugen.

Für mehr Sicherheit hat die Stadt zudem an der Kreuzung Schumacherring für Radler Aufstellflächen und Fahrstreifen markiert. Die Verkehrsführung am Bahnhofsvorplatz wird so gestaltet, dass Radler von der Wiesstraße aus ohne Umweg die Radabstellanlagen erreichen.

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