Kommentar

Hätte er diesmal lieber geschwiegen

In der Debatte um die Folgen der Wohngeldreform hat sich ein Kemptener Stadtrat in der Wortwahl vergriffen.

In der Debatte um die Folgen der Wohngeldreform hat sich ein Kemptener Stadtrat in der Wortwahl vergriffen.

Bild: Andrea Warnecke, dpa/Montage: Klaus Kiesel

In der Debatte um die Folgen der Wohngeldreform hat sich ein Kemptener Stadtrat in der Wortwahl vergriffen.

Bild: Andrea Warnecke, dpa/Montage: Klaus Kiesel

Stadtrat Franz Josef Natterer-Babych (UB/ÖDP) ist während der Haushaltsberatungen um keinen Beitrag verlegen. Zuletzt schoss er übers Ziel hinaus.
23.11.2022 | Stand: 17:00 Uhr

Wäre es lustig, es wäre ein sogenannter Running Gag: Da ist meistens alles gesagt im Finanzausschuss, aber eben noch nicht von allen. Kein Thema, zu dem Stadtrat Franz Josef Natterer-Babych (UB/ÖDP) nicht noch eine Nachfrage, Idee, eigene Erfahrung, Anregung, Ergänzung oder Kritik einbringt.

Das ist sein gutes Recht, wie er neulich selbst anmerkte.

Auch das Recht auf seine eigene Meinung wird hier nicht infrage gestellt. Manchmal liegt Natterer-Babych aber schwer daneben – in seiner Wahrnehmung und in seinen Formulierungen.

Vorwürfe gegen Beamte, ausgerecnet von einem Beamten

Jüngste Beispiele: Zum Haus International wirft Natterer-Babych der Verwaltung unterschwellig vor, dass sie den Verein bevormunde, statt zu fördern. 40.000 Euro Sonderzuschuss sprechen eine andere Sprache. Und Beamten mitzugeben, dass sie nach einem Tritt und unter Druck schon zu Potte kämen, ist mehr als vermessen.

Just an diesem Beratungsabend ging es um Felder wie die Jugendhilfe, die einer Vielzahl seelisch belasteter junger Menschen beisteht. Nicht zu reden vom Stress in den Büros, wenn abends für Menschen in Not noch eine Unterkunft zu suchen ist. Bisher klappt das in Kempten dank des Einsatzes motivierter Beschäftigter.

Die lassen sich hoffentlich ihre Energie nicht nehmen. Nicht von Plattitüden des verbeamteten Lehrers, der so vieles besser weiß.