Tourismus während der Corona-Pandemie

Voller Betrieb in Kemptener Hotels, aber kaum Gäste

Kempten Peterhof

Auch wenn nur wenige Gäste im Haus sind, gebe es im Hotel Peterhof aktuell volle Auswahl am Frühstücksbuffet, sagt Hoteldirektorin Sabine Bartz.

Bild: Ralf Lienert

Auch wenn nur wenige Gäste im Haus sind, gebe es im Hotel Peterhof aktuell volle Auswahl am Frühstücksbuffet, sagt Hoteldirektorin Sabine Bartz.

Bild: Ralf Lienert

Mit 2G-Regel bleibt ein Großteil der Hotels in Kempten geöffnet. Doch viele Urlauber stornieren ihren Aufenthalt angesichts hoher Coronazahlen kurzfristig.
29.11.2021 | Stand: 17:18 Uhr

Nur einen Gast hatte Sabine Bartz vergangene Nacht. Ungewöhnlich, denn eigentlich ist das Hotel Peterhof in Kempten während der Vorweihnachtszeit gut besucht. „Wenn Weihnachtsmarkt ist, sind wir meistens voll ausgebucht“, sagt die Hoteldirektorin. Doch ohne Veranstaltungen und angesichts der sehr hohen Coronazahlen in Kempten und dem Oberallgäu bleiben Urlauber lieber zu Hause.

„Im Moment hagelt es Stornierungen“, sagt Bartz, Vorsitzende des Vereins „Hotels Kempten im Allgäu“. Eine Situation, die den Großteil der Branche betreffe.

2G-Regel ist für Hotels in Kempten kein Problem, herausfordernd sind die Erwartungen der Gäste

Anders als noch vor einem Jahr befindet sich die Hotellerie im Moment nicht im Lockdown. Geimpfte und genesene Menschen dürfen weiter Urlaub machen. Bei Geschäftsreisenden, die ihren Aufenthalt nicht aufschieben können, reicht sogar ein negativer PCR-Test. „Diese Regeln beeinträchtigen uns kaum“, sagt Bartz. „Schon im Sommer waren die meisten Gäste geimpft.“ Vielmehr sorge die Unsicherheit der Gäste für Absagen. Oft stornieren sie wenige Tage vor der geplanten Anreise.

Wer trotz allem nach Kempten kommt, der erwarte einen Hotelbetrieb wie bei voller Auslastung, sagt Bartz. „Die Menschen wollen ein Frühstücksbuffet mit viel Auswahl und normale Öffnungszeiten. Das verstehe ich sogar.“ Trotzdem sei das für viele Hotelbetreiberinnen und -betreiber nicht umsetzbar. Für die kommende Woche rechnet die Chefin des 44-Zimmer-Hotels mit fünf bis acht Gästen pro Nacht. „Da müsste ich die Mitarbeiter eigentlich in Kurzarbeit schicken und den Betrieb runterfahren.“ Einige Hotels hätten sich deshalb bereits dazu entschieden, ihre Winterpause bis in den Januar hinein zu verlängern. Was die sinkende Gästezahl für Kempten bedeutet? Darauf gab die Touristinformation bis Redaktionsschluss keine Antwort.

Corona-Hilfen und Rücklagen aus dem Sommer retten etablierte Hotels in Kempten

Björn Dürr vom „Jufa Familienresort“ plant erst einmal weiter, nur um die Weihnachtsfeiertage bleibe das Hotel geschlossen. „Wie es dann tatsächlich im Dezember aussieht, werden wir sehen“, sagt er. Dürr entscheidet von Woche zu Woche. Das Hotel lebt vor allem von Familien, die dort ihren Urlaub verbringen, und von Gruppenreisen wie Klassenfahrten. Dürr: „Bis zum Ende der Herbstferien waren wir fast ausgebucht. Das hat uns den Umsatz im November gesichert.“

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Auch im Hotel Fürstenhof sind sonst im Dezember viele Gruppen zu Gast, um den Kemptener Weihnachtsmarkt zu besuchen. Sie haben ihre Reisen bereits bei Hotelier Walter Mauderer abgesagt. „Auch Geschäftsreisende steigen zunehmend wieder auf Videokonferenzen um und stornieren“, sagt er. Aktuell sei etwa die Hälfte der 200 Betten belegt. Für Mauderer kein Grund zu jammern: „Die staatlichen Hilfen sind großzügig und der Sommer war für uns ein Rekordsommer.“

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