Veranstalter stochern im Corona-Nebel

Kempten: Wie geht es weiter für Festwoche, Märkte, Veranstaltungen?

Optimistisch sind die Verantwortlichen, dass es auch 2021 einen Märchensommer auf der Burghalde gibt.

Optimistisch sind die Verantwortlichen, dass es auch 2021 einen Märchensommer auf der Burghalde gibt.

Bild: Matthias Becker

Optimistisch sind die Verantwortlichen, dass es auch 2021 einen Märchensommer auf der Burghalde gibt.

Bild: Matthias Becker

Die Planungen in Kempten für Festwoche, Märkte, Schauspiel hängen ab vom Pandemie-Geschehen. Eigenbetriebe stellen Wirtschaftspläne „virusfrei“ auf.
Optimistisch sind die Verantwortlichen, dass es auch 2021 einen Märchensommer auf der Burghalde gibt.
Von Allgäuer Zeitung
22.11.2020 | Stand: 11:02 Uhr

Veranstaltungen zu planen, ist zurzeit ein mühseliges Geschäft. Private Unternehmer stochern im selben Corona-Nebel wie die städtischen Organisationen. Deren Finanzplanung ist entsprechend diffus. Aufgestellt wurden jetzt „virusfreie“ Konstruktionen – also unter der Annahme, dass Corona 2021 nicht wieder alles zunichte macht, was die Menschen zusammenbringt.

Zwei Eigenbetriebe hat die Stadt: Kempten Messe- und Veranstaltungsbetrieb und seit Kurzem den Eigenbetrieb Theater. Beide sind finanziell nicht auf Rosen gebettet.

Martina Dufner verantwortet den Veranstaltungssektor mit der Festwoche 2021, den Märkten und den Hallen. Auf eine Million Euro bezifferte sie im Finanzausschuss das zu erwartende Defizit 2021. Sie geht davon aus, dass Hygienekonzepte fortgeführt werden müssen. Beispiel Wochenmarkt: Mit Mund-Nasenschutz kämen weniger Besucher, gleichzeitig müsse man größere Flächen bereitstellen – kostendeckend funktioniere das nicht.

Kaum Puffer im Zahlenwerk

Der Ausfall der fünften Kemptener Jahreszeit habe in diesem Jahr die Kosten massiv in die Höhe getrieben. Mit einem Minus rechnet Dufner auch bei der Festwoche 2021: 200.000 Euro müssten nächstes Jahr wohl zugeschossen werden. Eine Summe, die bei CSU-Fraktionschef Helmut Berchtold nicht gut ankam. Ob da mit „Puffern“ gerechnet werde, die im gesamten Haushalt dann an anderer Stelle fehlen könnten, wollte er wissen. Doch davon könne 2021 kaum die Rede sein, versicherte Kämmerer Matthias Haugg.

Im April muss Entscheidung zur Festwoche 2021 fallen

„Wenn Sie sparen wollen, müssen Sie rechtzeitig sagen, dass die Festwoche ausfällt“, sagte Dufner. Spätestens im April müsse die Entscheidung fallen, um Folgeschäden beim Eigenbetrieb und den Ausstellern zu vermeiden. Soweit soll es laut OB Thomas Kiechle aber nicht kommen: „Es will ja niemand, dass die Festwoche 2021 nicht stattfindet.“

Optimistisch geht Geschäftsführerin Silvia Armbruster ins erste Jahr Eigenbetrieb Theater. Mit der neuen Konstruktion verspricht sie sich mehr Flexibilität, etwa beim Personaleinsatz. Auch in ihrem Metier steht und fällt alles mit der Corona-Entwicklung. Einnahmen von Fremdmietern ließen sich kaum erzielen, wenn nur 150 Besucher in den Saal dürften.

Nach jetziger Planung bleibt der Zuschussbedarf gleich bei gut 1,5 Millionen Euro. Den Märchensommer auf der Burghalde hat Armbruster fest im Blick: „Der sollte mit 450 Besuchern trotz Abstandsregeln funktionieren.“ Kleinkonzerte in Hinterhöfen oder Vorgärten kann sie sich vorstellen – quasi eine Live-Version des Kulturlieferdienstes.

Das Gebäude macht Sorgen

60.000 Euro werden nach mehreren Diebstählen investiert in eine elektronische Schließanlage für das Stadttheater. Sorgen mache der allgemeine Zustand des Hauses. 13 Jahre nach der Sanierung machten sich wieder Mängel bemerkbar. Im Keller dringe Wasser ein. Was das koste? „Es wird nicht billig“.

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