Ein Jahr ohne Festwoche in Kempten

Kemptener über ihre Festwoche: Die schönsten Erinnerungen

Ein Jahr ohne Festwoche: Die Stammbesucher denken gern an ihre schönsten Erlebnisse auf der Messe zurück.

Ein Jahr ohne Festwoche: Die Stammbesucher denken gern an ihre schönsten Erlebnisse auf der Messe zurück.

Bild: Archivfoto: Lienert

Ein Jahr ohne Festwoche: Die Stammbesucher denken gern an ihre schönsten Erlebnisse auf der Messe zurück.

Bild: Archivfoto: Lienert

Eigentlich würden die Allgäuer jetzt den Abschluss der Festwoche feiern. Kemptener erinnern sich stattdessen an ihre ganz persönlichen Höhepunkte auf der Messe.
16.08.2020 | Stand: 12:19 Uhr

Das schönste Erlebnis auf der Festwoche? Da muss Daniel Wirkus nicht lange überlegen. Das war sein Hochzeitsausklang am 18. August 2018. An diesem Tag hat der Laubener seine Frau Ingrid geheiratet. Zum Abschluss dieses Tages ging es mit Gästen im Bus von Lauben nach Kempten auf die Festwoche. „Das emotionalste Ereignis“, das sich der 29-Jährige vorstellen konnte. Fragt man andere Festwochenbesucher nach ihren Erinnerungen, kommt stets die eine Antwort: Die Festwoche sei insgesamt ein schönes Erlebnis.

Keinen Tag auf der Festwoche verpasst

Mit Heirat verbindet auch Harald Platz einen seiner jahrelangen Festwochenbesuche. Seit 1989, als er Chef des Allgäuer Brauhauses wurde, hat Platz keinen einzigen Tag auf der Festwoche versäumt. Auch im Ruhestand (ab 2005) ließ Platz keine Festwoche aus. Selbst die Flitterwochen verbrachte er dort nach der Hochzeit am 7. August 2008 mit seiner Frau Christel. Als positiv emotionale Erfahrung hat der Alpenvereinsvorsitzende auch die Neuerung im Weinzelt in Erinnerung, das mehr zu einer Party-Location wurde. Weniger gut in Erinnerung blieb ihm, dass die Festwoche schon einmal ausgefallen ist. „Denn jede Festwoche ist immer wieder schön, neu und und anders.“

Das Lichterfest gilt für viele als ein Höhepunkt der Festwoche.
Das Lichterfest gilt für viele als ein Höhepunkt der Festwoche.
Bild: Ralf Lienert

"Es hat alles gepasst"

Und manches bleibt dann unvergesslich. Das Lichterfest zum Beispiel oder die italienische Nacht im Residenzhof, die Gisela Birk dort vor Jahren miterlebt hat. „Genial“, schwärmt die Kemptenerin, noch heute. Atmosphäre, Wetter, Künstler und vor allem die Stimmung – „es hat alles gepasst“. Wie überhaupt für die 62-Jährige die Festwoche ein rundum schönes Erlebnis ist. Wobei: Das Allerschönste sei dann schon, wenn sie mit ihrem „Schatz“ auf die Festwoche gehen kann. Beim Gedanken an ihren Ehemann fällt Gisela Birk dann ein weniger erfreulicher Abend ein: Als 2017 ein Unwetter über die Messe fegte und ihr Franz als Feuerwehrmann im Einsatz war.

An dieses Ereignis erinnert sich auch Alfons Kennerknecht. Doch das ist auch das Einzige, was dem 51-jährigen Musiker aus Haldenwang negativ im Gedächtnis blieb. Seit 14 Jahren unterhält er bei Familie Heel – und findet diese Abende toll. Das Emotionalste sei 2019 die Aufführung des Musicals „Liesl – eine Festwochengeschichte“. Auch, weil er selbst mitgespielt habe.

Die Festwoche als großes Klassentreffen

Auftritte auf der Bühne hat auch Melanie Liebert in Erinnerung. Die 25-jährige Kemptenerin hat fast 13 Jahre lang Hip-Hop mitgetanzt. „Ein schönes Erlebnis“ , vor allem da man Meisterschaftschoreografien zeigen konnte. Ansonsten ist für sie die Festwoche ein „großes Klassentreffen“, um mit alten Bekannten „Heimat zu feiern“. Ein bisschen schade ist für die Master-Medienmanagement-Studentin beim Rückblick: Dass bei Tanzauftritten andere Akteure oft ein kritisches Auge auf Auftretende haben statt unterstützend zu animieren.

„Leute treffen in entspannter Atmosphäre“ ist für Robert Treffler ein Anreiz, am Abend auf die Festwoche zu gehen. Besonders schön findet er die Firmentreffs, die Gelegenheit bieten, außerhalb des Büros zu ratschen und etwas zu trinken.

Jetzt erwartet das Paar ein Kind

Und wer das Pech hatte, wegen Überfüllung an den Toren abgewiesen zu werden, behält das als weniger schön in Erinnerung. Die Erinnerung von Daniel Wirkus ist daran aber längst verblasst. Weil das schönste Erlebnis haften blieb: Die Hochzeit mit seiner Frau Ingrid, die jetzt ein Kind erwartet.