Kempten

Kritik an neuem Nahversorgungszentrum: Wird es auf der Halde zu laut?

Im Kemptener Norden entsteht ein neues Nahversorgungszentrum.

Im Kemptener Norden entsteht ein neues Nahversorgungszentrum.

Bild: Ralf Lienert

Im Kemptener Norden entsteht ein neues Nahversorgungszentrum.

Bild: Ralf Lienert

Im Kemptener Norden soll ein neues Nahversorgungszentrum entstehen. Anwohner sind wegen der Lautstärke besorgt. Stadt stellt Ergebnisse zu Untersuchungen vor.
26.03.2021 | Stand: 18:33 Uhr

Großhandelsmarkt, Sportveranstaltungen und Kegelanlage: Eine Anwohnerin auf der Halde sorgt sich um die Lärmentwicklung des Wohngebiets – vor allem mit Blick auf das geplante Nahversorgungszentrum am Eisstadion. Es gebe keinen Tag ohne Beeinträchtigung, schreibt sie in einer Mail an die Stadt. Das Schreiben war Thema während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Eigentümer wollen Lärmschutzwand

Der Schall, der von den Hauswänden in das Wohngebiet transportiert würde, sei sehr intensiv, zitierte Antje Schlüter, Leiterin des Planungsamtes, die Anwohnerin. Die Situation würde sich mit dem Gebäude, das am Verkehrsübungsplatz errichtet werde, nochmals verschlechtern. Grundsätzlich begrüße die Anwohnerin die geplanten begrünten Dachflächen und regt an, die Fassaden ebenfalls zu begrünen. Ähnlich äußerten sich laut Schlüter Eigentümer eines Anwesens in der Memminger Straße. Diese forderten eine Lärmschutzwand – allerdings ohne Angaben über deren Ausführung oder einen Standort.

Beim Eisstadion sollen ein neues Nahversorgungszentrum – Lebensmittelgeschäft, Getränkemarkt und Backshop – und ein Hostel oder Gastrobetrieb entstehen. Wie berichtet zieht der C+C Großmarkt in das Gewerbegebiet an der Heisinger Straße, der Verkehrsübungsplatz soll auf ein Gelände an der Nordbrücke verlegt werden.

Die Lärmbelastung sei nicht zu hoch, berichtete Schlüter. Nach einer Untersuchung der Unteren Immissionsschutzbehörde werden die vorgegebenen Werte zur Tageszeit eingehalten. Damit diese im Wohngebiet nachts nicht überschritten werden, müssten mit Blick auf das Hostel oder die Gaststätte die Öffnungszeiten auf 22 Uhr beschränkt werden. Die von der Anwohnerin angeregte Fassadenbegrünung würde zu keiner wesentlichen Verbesserung der Lärmsituation führen, sagte Schlüter.

Behörde erstellt Gutachten zum Verkehrslärm an der Memminger Straße

Auch zum Thema Verkehrslärm habe die Stadt Untersuchungen gemacht: Im Bereich des Baugebietes auf der Halde und am Grundstück der Memminger Straße werden die gesetzlichen Vorgaben eingehalten. Damit sei die Lärmschutzwand ebenfalls kein Thema. Die Stadt weist daraufhin, dass sich die Situation durch den geplanten Neubau im Vergleich zum vorherigen Stand „wesentlich verbessern“ werde. Ein Grund: Wegen des wegfallenden Großmarktes seien „deutlich“ weniger Lkws unterwegs. Im Schnitt erwartet die Behörde allerdings, dass wegen des Zentrums etwa 3000 Fahrzeuge pro Tag mehr unterwegs sein werden als es aktuell der Fall ist. Insgesamt betrachtet, seien die verkehrlichen Auswirkungen als „verträglich“ zu bewerten.

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