Kürnachtal

Kurioser Fall: Baugenehmigung verlängert, verfallen - und trotzdem gebaut

Im Kürnachtal gibt es vor allem viel Wald. Und lange Zeit eine Baugenehmigung.

Im Kürnachtal gibt es vor allem viel Wald. Und lange Zeit eine Baugenehmigung.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Im Kürnachtal gibt es vor allem viel Wald. Und lange Zeit eine Baugenehmigung.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Jahrelanges Hin und Her um eine Baugenehmigung im Kürnachtal findet nun ein Ende. Was der Wiggensbacher Bürgermeister hinter dem Ganzen vermutet.
Im Kürnachtal gibt es vor allem viel Wald. Und lange Zeit eine Baugenehmigung.
Von Monika Rohlmann
21.09.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Kurioses im Kürnachtal: Erst wurde eine Baugenehmigung für ein Betriebsleiterwohnhaus jahrelang verlängert. Und als sie schließlich abgelaufen war, rückte Anfang des Jahres das Landratsamt an, als es doch Bauarbeiten gab. Der Bau wurde daraufhin eingestellt.

Nun befasste sich der Wiggensbacher Gemeinderat mit einem erneuten Antrag auf Baugenehmigung eines Betriebsleiterwohnhauses. Gegen die Stimmen von zwei Ratsmitgliedern lehnte das Gremium den Antrag während seiner jüngsten Sitzung ab.

Fünfmal wurde die Baugenehmigung verlängert, bevor sie verfiel

Das identische Bauvorhaben war bereits 2005 genehmigt worden. 2009, 2011, 2013, 2015 und 2017 war es um je zwei Jahre verlängert worden.

Am 4. Mai 2019 lief dann die Genehmigung aus: Sie war nach 14 Jahren verfallen, weil eine erneute Verlängerung nicht rechtzeitig beantragt worden war. (Auch diese Genehmigung sorgte für Zoff)

Zur aktuellen Ablehnung sagte Bürgermeister Thomas Eigstler: Das Auslaufen einer so lange bestehenden Baugenehmigung weise darauf hin, dass der Bedarf an Wohnraum nicht groß genug sei.

Geht es wirklich um einen Neubau im Kürnachtal?

So sei fraglich, ob ein Neubau überhaupt notwendig sei; ganz zu schweigen von der rechtlichen Zulässigkeit eines erneuten Antrags, nachdem eine Genehmigung 14 Jahre lang ungenutzt bestand.

Ob der Antragsteller tatsächlich bauen will – oder lediglich eine Baugenehmigung zur Wertsteigerung des Außenbereichsgrundstückes (dort gibt es viel Wald, was mitunter dem Schwarzstorch zu gefallen scheint) für einen eventuellen Verkauf verwendet will, sei der Verwaltung nicht bekannt, sagte Eigstler.

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