Laufsport im Allgäu

Laufsportwochen: Der Startschuss in Kempten ist gefallen

Die Top-Läufer des Saukel-Teams b_faster gingen als erstes auf die offizielle Strecke der Seitz-Laufsportwochen.

Die Top-Läufer des Saukel-Teams b_faster gingen als erstes auf die offizielle Strecke der Seitz-Laufsportwochen.

Bild: Ralf Lienert

Die Top-Läufer des Saukel-Teams b_faster gingen als erstes auf die offizielle Strecke der Seitz-Laufsportwochen.

Bild: Ralf Lienert

Noch bis 30. August können Hobby-Läufer die Strecke entlang der Iller in Kempten zurücklegen. Es gibt sogar eine Live-Ergebnisliste.
17.08.2020 | Stand: 20:00 Uhr

Es hätte am vergangenen Samstag so ziemlich alles gepasst. Das Wetter, die Beschaffenheit der Laufstrecke, das illustre Teilnehmerfeld. Doch die Corona-Pandemie machte auch dem Kemptener Laufsporttag einen Strich durch die Rechnung. Schon vor einigen Wochen hatten sich die Organisatoren um Joachim Saukel dazu entschieden, die Veranstaltung abzusagen. Schweren Herzens. In erster Linie, weil es fast unmöglich erschien, für einen Wettkampf dieser Größenordnung ein umfassendes Hygiene-Konzept zu erstellen. Doch eine Alternative hatten sie da freilich auch schon längst im Sinn: die Seitz-Laufsportwochen. Entlang der Iller wurden in Kempten entsprechende Strecken ausgeschildert, sogar eine Zeitnahme-Technik ist dort installiert. Noch bis 30. August können Hobby-Läufer die Strecken über 5000 Meter, Viertel- und Halbmarathon zurücklegen. Der offizielle Startschuss ist am Wochenende gefallen.

Bürgermeister Klaus Knoll gibt den Startschuss

Für Kemptens zweiten Bürgermeister Klaus Knoll war es eine Premiere. Schon lange gilt er als Förderer und begeisterter Beobachter des Kemptener Sports in all seinen Facetten. Nun durfte er zum ersten Mal in seiner neuen Funktion und als Stellvertreter von Oberbürgermeister Thomas Kiechle die Startpistole nach oben halten und abdrücken. Zuvor hatte er sich gemeinsam mit Organisator Saukel bei allen Partnern und Sponsoren der Aktion bedankt. Dr. Michael Knauth vom Verein für Körperbehinderte Allgäu, dem die Startgelder aus den Laufsportwochen gespendet werden, machte zudem deutlich, wie wichtig diese Einnahmen für die Arbeit des Vereins seien.

>>Lesen Sie auch: Übersicht: Die spektakulärsten Rekorde von Allgäuer Ausdauersportlern<<

Top-Läufer gehen als erstes auf die Strecke

Hoch motiviert gingen dann die Athleten das Saukel-Teams b_faster nacheinander auf die Strecke. Und sie überzeugten mit guten Zeiten. Nachwuchstalent Tobias Prater nutzte den Lauf als Formtest für die anstehenden Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U20, für die er sich vor Kurzem mit einer neuen 5000-Meter-Bestzeit von 15:38,07 Minuten qualifiziert hat. Mit seiner Zeit von 16:36 Minuten über die fünf Kilometer in Kempten zeigte er sich aber auch zufrieden: „Hinten raus haben durch das viele Training ein bisschen die Körner gefehlt, aber als Testlauf für die Deutsche Meisterschaft hat das super gepasst.“ Spitzenläufer Kevin Key aus Betzigaz beendete sein Rennen über die 10,5 Kilometer in 34:40 Minunten und freute sich ebenfalls, in der Heimat Wettkampfluft schnuppern zu dürfen: „Es war ja nicht wie im klassischen Wettkampf das Duell eins gegen eins, sondern eher ein Rennen gegen die Uhr. Aber es hat richtig viel Spaß gemacht.“ Key hat in diesem Jahr nach der Corona-Zwangspause bereits mit seinem Team, der LG Telis Regensburg, schon an einigen Wettkämpfen teilgenommen – und dabei reihenweise Spitzenzeiten abgeliefert. Unter anderem stellte er eine neue persönliche Bestmarke über 3000 Meter auf (8:17) und knackte bei einem weiteren Lauf über 25 Runden (10 000 Meter) zum ersten auf der Bahn die Marke von 30 Minuten.

>>Das könnte Sie auch interessieren: Bilderstrecke Auftakt zu den Seitz-Laufsportwochen<<

Olympia-Teilnehmerin lobt das Kemptener Konzept

Sichtlich begeistert war Olympiateilnehmerin Corinna Harrer vom Konzept der Seitz-Laufsportwochen: „Ich finde das eine geile Idee, die Joachim Saukel hier umsetzt. Man kommt weg von den virtuellen Rennen und viel näher an ein richtiges Wettkampfgeschehen, ohne dabei viele Leute auf einem Fleck zu haben. Die Idee, eine Zeitnahme fest zu installieren, könnte zum Vorzeigemodell für viele andere werden. Das ist ja der erste Wettkampf in dieser Form in Deutschland. Darauf kann das Allgäu wirklich stolz sein“, sagte sie. Die 29-jährige Regensburgerin nutze die wettkampffreie Zeit, um mit Personal- und Krafttraining gezielt an einigen Schwächen zu arbeiten. In Kempten standen für Harrer nach dem Viertelmarathon 39:50 Minuten zu Buche. Dazu sagte sie: „Ich habe in der Corona-Zeit nicht so viel trainiert, wie andere. Dementsprechend bin ich zufrieden. Darauf lässt sich aufbauen.“

Und so funktioniert's

Bis zum 30. August können interessierte Hobby-Läufer die verschiedenen Strecken entlang der Iller in Kempten absolvieren. Wann immer sie Lust haben, bis zu fünf Mal. Ausgeschildert sind die Distanzen über 5000 Meter, ein Viertelmarathon (10,5 Kilometer) und ein Halbmarathon (21 Kilometer). Ausgehend vom Weidacher Weg (Feuerwehrparkplatz/Rottachstraße) verläuft die Strecke für alle Distanzen in nördlicher Richtung entlang der Iller bis zum vorgegebenen Wendepunkt, danach auf gleichem Weg zum Ausgangspunkt zurück. Auch eine Zeitnahme-Technik wurde installiert. Gestoppt wird über einen Chip in der Startnummer. Die beste Zeit geht in die endgültige Wertung ein. Über eine Live-Ergebnisliste sind die Zeiten fortwährend einsehbar.

Teilnahmegebühr für den guten Zweck

Die Teilnahmegebühr für die Seitz-Laufsportwochen kommt dem Verein für Körperbehinderte Allgäu zugute, der mit der Absage zahlreicher Aktionen wichtige Einnahmequelle verloren hat. Unterstützt wird diese Initiative vom Lions-Club Kempten-Buchenberg, der eine Aufstockung des Spendenbetrags angekündigt hat. Die Anmeldung erfolgt entweder online oder persönlich bei Laufsport Saukel, Kronenstraße 12, in Kempten. Weitere Informationen gibt es unter www.halbmarathon-kempten.de