Post von der Stadt Kempten

So sollen Mieter in Kempten vor heftigen Preiserhöhungen geschützt werden

Die Stadt Kempten erstellt einen Mietspiegel – also eine Preisübersicht ortsüblicher Mieten. Dafür werden 5000 Menschen angeschrieben.

Die Stadt Kempten erstellt einen Mietspiegel – also eine Preisübersicht ortsüblicher Mieten. Dafür werden 5000 Menschen angeschrieben.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Die Stadt Kempten erstellt einen Mietspiegel – also eine Preisübersicht ortsüblicher Mieten. Dafür werden 5000 Menschen angeschrieben.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

5000 Kemptener müssen der Stadt Auskunft geben, was sie aktuell für ihre Wohnung zahlen. Die Daten fließen in einen Mietspiegel ein. Was der wirklich bringt.
30.11.2022 | Stand: 10:00 Uhr

Welche Wohnungsmiete ist angemessen? Bei der Antwort auf die Frage soll künftig wieder ein Mietspiegel in Kempten helfen. Er kann dazu beitragen, Mieterinnen und Mieter vor zu heftigen Preiserhöhungen zu schützen, gibt aber auch Eigentümern mehr Klarheit. Es gehe um Transparenz und vielleicht auch weniger Streit, sagt Wirtschaftsreferent Dr. Richard Schießl. Ein Mietspiegel definiert ortsübliche Vergleichsmieten. Die sind wichtig, wenn Erhöhungen anstehen.

Das gibt die Mietpreisbremse in Kempten vor

Was das konkret bringt? Zum Beispiel gibt die Preisbremse vor, dass in Kempten bei bestehenden Mietverhältnissen die Miete binnen drei Jahren nicht um mehr als 15 Prozent steigen darf – und nicht über die ortsübliche Vergleichsmiete hinaus. Bei einer Wiedervermietung bestehender Wohnungen darf der künftige Preis höchstens zehn Prozent über dem ortsüblichen Wert liegen. Ohne Mietspiegel könnten Vermieter selbst Vergleichswohnungen auswählen.

Der Mietspiegel liefert dagegen Mittelwerte und differenziert dabei dann nach weiteren Faktoren wie dem Alter der Wohnungen. (Lesen Sie auch: Problem Wohnungssuche in Kempten: Daran hakt es)

Die Teilnahme an der Befragung ist laut Stadtverwaltung Pflicht

Für die Untersuchung erhalten nun 5000 zufällig ausgewählte Mieter sowie Wohnungsvermieter Post von der Stadt. Sie werden zur Teilnahme bis spätestens 31. Dezember aufgerufen. Laut Mitteilung der Stadt ist das erstmals Pflicht. Der Schutz der persönlichen Daten sei gewährleistet.

Hintergrund ist eine Reform des Mietspiegelrechts. Das Gesetz verpflichtet Städte ab 50.000 Einwohner ab Januar 2023 zu einem Mietspiegel. Nur am Rande: Für Kempten haben SPD und Mieterverein seit Jahren gefordert, einen neuen Mietspiegel zu erstellen.

Abgefragt werden bei der Untersuchung laut Schießl nur frei finanzierte Wohnungen, nicht aber öffentlich geförderte. Es geht unter anderem um Wohnungsgröße, Miethöhe sowie Art, Ausstattung und Beschaffenheit der Wohnung. Nicht erhoben werden Mieten, die etwa für Freunde, Verwandte oder eigene Mitarbeiter ermäßigt sind.

Welche Unternehmen und Organisationen beim Mietspiegel dabei sind

Kemptens qualifizierter Mietspiegel entsteht laut Mitteilung in Zusammenarbeit mit dem Mieterverein, dem Eigentümerverein Haus und Grund, der Baugenossenschaft, der BSG-Allgäu und der Sozialbau, heißt es bei der Stadt. Alle Beteiligten befürworteten das Vorhaben. „Qualifiziert“ bedeutet, dass die Daten nach wissenschaftlichen Standards erhoben werden, was dann auch vor Gericht mehr Aussagekraft bringt. (Hier lesen Sie: Grundsteuererklärung Bayern: So prüfen Eigentümer den Bescheid vom Finanzamt richtig)

Fertig soll der etwa 50.000 Euro teure Mietspiegel laut Schießl im April oder Mai sein. In Kraft treten könnte er voraussichtlich Mitte 2023. Zwei Jahre später soll die Aufstellung aktualisiert und in vier Jahren neu erstellt werden.

Bei Fragen zum Thema können sich Bürger an die Stadt wenden (E-Mail mietspiegel@kempten.de oder Telefon 0831/115) oder auf die Seite www.alp-institut.de/Kempten surfen.

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