Kempten und Oberallgäu

Nächtliche Maskenpflicht fällt: Ab Sonntag wieder nachts oben ohne

Ab Sonntag fällt die nächtliche Maskenpflicht auch in der Kempteners Fußgängerzone zwischen 20 und 6 Uhr wieder weg.

Ab Sonntag fällt die nächtliche Maskenpflicht auch in der Kempteners Fußgängerzone zwischen 20 und 6 Uhr wieder weg.

Bild: Ralf Lienert

Ab Sonntag fällt die nächtliche Maskenpflicht auch in der Kempteners Fußgängerzone zwischen 20 und 6 Uhr wieder weg.

Bild: Ralf Lienert

Die Regeln für stark frequentierte Plätze werden gelockert: Ab 8. November dürfen die Menschen von 20 bis 6 Uhr wieder ohne Gesichtsmaske unterwegs sein.
06.11.2020 | Stand: 19:07 Uhr

Die gute Nachricht vorneweg: Die nächtliche Maskenpflicht an stark frequentierten Plätzen wie den Fußgängerzonen in Kempten und Oberstdorf fällt. Das haben die Behörden entschieden. Die bisherige Vorgabe, Mund und Nase rund um die Uhr zu verhüllen, hatte auch Kopfschütteln ausgelöst. Denn wie hoch solle die Gefahr dort im Freien schon sein, wenn bei dauerhaft geschlossenen Lokalen spätestens ab Ladenschluss eh kaum mehr Menschen unterwegs sind, argumentierten einige. Ab Sonntag gilt die Maskenpflicht in den Bereichen nur noch von 6 bis 20 Uhr. Das Alkoholverbot bleibt wie gehabt von 22 bis 6 Uhr bestehen.

Kempten erweitert den Bereich der Maskenpflicht

Zugleich haben Stadtverwaltung Kempten und Landratsamt Oberallgäu die Gebiete, in denen die künftige Tages-Maskenpflicht gilt, geändert. Während in Kempten der Bereich „stark frequentierter Plätze“ erweitert wird, fallen etwa in Sonthofen und Immenstadt die Fußgängerzonen fast vollständig raus. Dort ist ein Mund-Nasen-Schutz nur noch während des samstäglichen Wochenmarkts zu tragen. Auch am Großen Alpsee können Ausflügler künftig wieder ohne Maske auf der Seepromenade spazieren. Ebenso fallen die Vorgaben für Bad Hindelang. Dafür kommen in Immenstadt Bahnhofsvorplatz und Busbahnhof in die Maskenpflicht rein.

Von den Änderungen unberührt bleiben grundlegende Maskenregeln – etwa in Geschäften, Praxen, öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern, Kirchen, Bussen, Zügen und am Arbeitsplatz. Andreas Kaenders vom Landratsamt verweist darauf, dass man überall eine Maske tragen solle, wo die 1,5 Meter Abstand zu anderen unterschritten werden.

Lesen Sie auch
In den Häusern des Klinikverbunds Allgäu gilt ab Samstag wieder ein Besuchsverbot. Es geht um den Schutz der Patienten und der Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus.
Kliniken in Kempten und im Oberallgäu

Besuchsverbot in Kempten, Immenstadt, Sonthofen, Oberstdorf

>> Wir berichten in unserem Newsblog laufend über die aktuelle Corona-Entwicklung in der Region Allgäu und in der Welt <<

Doch es gibt Ausnahmen in Bayerns Verordnung zu den Infektionsschutzmaßnahmen: Sie erlaubt das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung, wenn es zur Identifikation, zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung oder aus sonstigen zwingenden Gründen erforderlich ist. In der Praxis scheiden sich die Geister, was „sonstige zwingende Gründe“ sind. Darf man die Maske zum Beispiel in der Fußgängerzone abnehmen, um zu essen? Was machen Raucher, die ihrem Laster nicht abschwören wollen? Carmen Hage, Leiterin des Rechts- und Standesamt Kempten erklärt es:

  • Handy Beim Telefonieren muss die Maske dranbleiben, egal ob man bei dem Gespräch steht oder läuft.
  • Rauchen Ist ohne Maske erlaubt.
  • Essen/Trinken Auch dafür darf man die Maske abnehmen. Wer sich nur einen Lutscher in den Mund steckt oder die ganze Fußgängerzone durch dauerhaft an einer Flasche nuckelt, fällt nicht unter die Befreiung. Das widerspreche dem „Rücksichtnahme-Gebot“, sagt Hage. „Es muss sich um eine tatsächliche Nahrungsaufnahme handeln.“
  • Öffentlicher Verkehr Auch da muss laut Hage bei langen Zugfahrten das Essen und Trinken ohne Maske möglich sein. Bei kurzen Busfahrten etwa in der Stadt sei dagegen keine Notwendigkeit gegeben.
  • Radler Radfahrer sind in Bereichen mit Maskenpflicht (wie der die Kronenstraße in Kempten) von Tragen einer Maske befreit.

Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller und Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle bitten die Bevölkerung, mit den Ausnahmen vernünftig und eigenverantwortlich umzugehen. Einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus könne man nur gemeinsam entgegentreten.

Lesen Sie auch: Im November gilt deutschlandweit der Lockdown-Light. Verstöße werden von der Polizei kontrolliert. Eine Zwischenbilanz für das Allgäu.