Verkehr

Nach Bürgerantrag: Ottacker bekommt Tempo-30-Zone

Bürger haben in einem Antrag eine Tempo-30-Zone für den Sulzberger Ortsteil Ottacker gefordert.

Bürger haben in einem Antrag eine Tempo-30-Zone für den Sulzberger Ortsteil Ottacker gefordert.

Bild: Ralf Lienert

Bürger haben in einem Antrag eine Tempo-30-Zone für den Sulzberger Ortsteil Ottacker gefordert.

Bild: Ralf Lienert

Der Gemeinderat kommt damit einem Bürgerantrag nach. Das Tempolimit gilt aber nicht überall.

Bürger haben in einem Antrag eine Tempo-30-Zone für den Sulzberger Ortsteil Ottacker gefordert.
Von Frederick Mersi
05.08.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Einige Straßen im Sulzberger Wohngebiet Ottacker werden zur Tempo-30-Zone. Das hat der Sulzberger Gemeinderat bei einer Gegenstimme während seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen. Damit kam das Gremium einer Forderung eines Bürgerantrags aus der Siedlung vom vergangenen Jahr nach. Bauliche Veränderungen seien dazu nicht nötig, sagte Christian Weber, Leiter des Haupt-, Personal- und Ordnungsamtes.

Vom neuen Tempolimit ausgeschlossen bleiben aber die Durchgangsstraßen in der Siedlung. Die Anwohner hatten dort zwar ebenfalls eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit gefordert, die Entscheidung darüber kann die Gemeinde aber nicht fällen. „Da müssen wir das Landratsamt und die Polizei mit einbeziehen“, sagte Weber.

Die Hürden für Tempo 30 auf solchen Straßen sind hoch, wie zuletzt bei einem ähnlichen Antrag der Gemeinde Haldenwang deutlich wurde. Obwohl sich der dortige Gemeinderat einstimmig für Tempo 30 aussprach, lehnte das Landratsamt den Antrag ab – weil die engen rechtlichen Voraussetzungen für eine Reduzierung des Tempolimits nicht erfüllt wurden.

Zweifel im Gemeinderat

Abseits der Durchgangs- und Vorfahrtsstraßen ist die Einrichtung einer Tempo-30-Zone aber recht leicht umsetzbar – auch wenn im Sulzberger Gemeinderat zumindest vorsichtige Zweifel laut wurden, ob diese in Ottacker wirklich nötig ist. Bei einer Geschwindigkeitsmessung an zwei Punkten im vergangenen Jahr fuhr ohnehin kaum ein Autofahrer mit mehr als 30 Km/h durch die Straßen. An einem Messpunkt seien es drei Prozent der Fahrer gewesen, am anderen kein einziger, sagte Weber.

„Es kommt mir komisch vor, dass man ein Schild hinmachen muss, wenn eh keiner zu schnell fährt“, sagte Andreas Pacher von der Freien Wählerschaft Graben-Öschle-See. Doch die anderen Gemeinderäte und Bürgermeister Gerhard Frey sahen keine Gründe, den Anwohnern ihren Wunsch zu verwehren. „Das ist damit aber keine Spielstraße“, sagte Manfred Herb (Freie Wähler Sulzberg). „Das muss den Anliegern klar sein.“