Kempten

Nach Corona-Fällen in Kemptener Behinderteneinrichtung: Jetzt werden 1000 Menschen getestet

Nach dem Auftreten von sieben Covid-19-Fällen in einer Kemptener Behinderteneinrichtungen werden jetzt 1000 Menschen auf Corona getestet.

Nach dem Auftreten von sieben Covid-19-Fällen in einer Kemptener Behinderteneinrichtungen werden jetzt 1000 Menschen auf Corona getestet.

Bild: Peter Steffen, dpa (Archivbild)

Nach dem Auftreten von sieben Covid-19-Fällen in einer Kemptener Behinderteneinrichtungen werden jetzt 1000 Menschen auf Corona getestet.

Bild: Peter Steffen, dpa (Archivbild)

Nach dem Auftreten von sieben Covid-19-Fällen in Kemptener Behinderteneinrichtungen werden 1000 Menschen auf Corona getestet. Erste Ergebnisse liegen vor.

30.07.2020 | Stand: 17:49 Uhr

Drei Monate nach dem ersten Höhepunkt der Corona-Welle im Allgäu fahren Stadt Kempten und Landratsamt ihre Kräfte im Kampf gegen die Pandemie wieder hoch. Der Grund: In einer Wohngemeinschaft der Körperbehinderte Allgäu gGmbH in Kempten waren vergangene Woche fünf Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Jetzt sollen rund 1000 mögliche Kontaktpersonen der Betroffenen getestet werden - um zu verhindern, dass Kempten zum Corona-Hotspot wird.

Für die Stadt Kempten und vor allem das Gesundheitsamt am Landratsamt Oberallgäu ist das ein logistischer Kraftakt. "Das Wichtigste war es ja zunächst, die möglichen Kontaktpersonen zu erfassen und zu informieren", sagt Andreas Kaenders, Sprecher des Landratsamtes. Mehrere Teams waren dazu das ganze Wochenende über im Einsatz, riefen mögliche Betroffene an, glichen Daten ab. Denn die sieben positiv Getesteten waren in den Tagen zuvor mit Fahrdiensten zu verschiedenen Arbeitgebern gebracht worden, hatten sowohl in den Bussen, als auch an ihren Arbeitsplätzen und privat Kontakt mit Busfahrern, Betreuern, Reinigungskräften und Angehörigen. "Durch diese Durchmischung müssen alle potentiellen Kontaktpersonen als „Kontaktperson 1“ eingestuft werden und sind zu testen – um gegebenenfalls erkannte Infektionsketten schnellstmöglich zu unterbrechen", so Kaenders.     

Seit Dienstag nun laufen die Reihentests, an denen unter anderem das Gesundheitsamt und die Johanniter beteiligt sind. So wurden an den Allgäuer Werkstätten Proben genommen. Unterstützt werden die Behörden dabei von vier Hausärzten, die sich bereit erklärten, diese Tests zu machen. Angesichts der Personalsituation im Gesundheitsamt und der Urlaubszeit sei das sonst nicht zu stemmen gewesen, sagte der Sprecher.

Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller dankte den Medizinern ausdrücklich für ihre Hilfe. Ohne sie sei eine mehrtägige Massentestung in dieser Dimension „undenkbar“ gewesen. Bis Donnerstagvormittag waren nach Angaben des Landratsamts in Sonthofen von den etwa 1000 möglichen Kontaktpersonen bereits Hunderte getestet worden.

Corona-Massentest im Allgäu: Zwei weitere Menschen positiv getestet

Am Donnerstagnachmittag lagen die ersten 170 Testergebnisse vor. Darunter seien zwei positiv getestete Personen aus Kempten und dem Oberallgäu, teilte Landratsamts-Sprecherin Brigitte Klöpf mit. Die Tests laufen aber noch bis Freitag, daher sei mit endgültigen Ergebnissen nicht vor nächster Woche zu rechnen. Nach einem Test dauert es unterschiedlich lange, bis ein Ergebnis vorliegt. Die Zeitspanne reiche – je nach Labor – von etwa drei Stunden bis zu drei Tagen, sagte Klöpf im Gespräch mit unserer Zeitung.

Stadt und Landkreis arbeiten in dem jüngsten Fall nach übereinstimmenden Angaben eng zusammen. Unter anderem gibt es jetzt wieder – wie im Katastrophenfall – tägliche Telefonkonferenzen zur Abstimmung. „Nun geht es darum, durch umfangreiche Testungen die Dimension der Infektionen zu erfassen, gleichzeitig sich aber auch strategische Gedanken zur weiteren Eindämmung zu machen“, sagte Kemptens Bürgermeister Thomas Kiechle. Der OB rief dazu auf, „wachsam zu bleiben und durch umsichtiges und rücksichtsvolles Handeln aufeinander Acht zu geben.“

 

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