Nahverkehr

Nachtbusse in Kempten? Das sagt das Oberallgäu zu der Forderung

Auch nachts mit dem Bus unterwegs? Das halten Oberallgäuer Amtsträger von dem Kemptener Vorstoß.

Auch nachts mit dem Bus unterwegs? Das halten Oberallgäuer Amtsträger von dem Kemptener Vorstoß.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Auch nachts mit dem Bus unterwegs? Das halten Oberallgäuer Amtsträger von dem Kemptener Vorstoß.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

So reagieren Oberallgäuer Bürgermeister und die Landrätin auf den Vorstoß aus Kempten, künftig auch nachts Busse fahren zu lassen.
04.02.2021 | Stand: 15:04 Uhr

Nachtbusse für Kempten und Umgebung? Der Vorstoß der Jungen Union (JU) Kempten stößt im Oberallgäu zum Teil auf große Zustimmung. „Wir unterstützen den Antrag zu 100 Prozent“, sagt beispielsweise Altusrieds Bürgermeister Joachim Konrad und spricht als CSU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller (Freie Wähler) äußert sich zurückhaltender.

Wie berichtet, hält die JU eine enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis für notwendig, schließlich sollen die Nachtbusse nicht nur in Kempten, sondern auch im Umland fahren. Stadtrat Tim Berchtold schlug vor, mit den Bussen die Anruf-Sammeltaxis (AST) zu ersetzen, die aktuell die späten Abendstunden abdecken – allerdings nur innerhalb von beziehungsweise ab Kempten.

- Das halten unsere Leser von dem Vorschlag Nachtbusse -

Laut der Oberallgäuer Landrätin war für den nächtlichen Nahverkehr eigentlich etwas anderes geplant

Was halten die Landrätin und Bürgermeister angrenzender Gemeinden von der Idee? Baier-Müller verweist auf den Nahverkehrsplan, den der Kreis zusammen mit der Stadt 2018 erstellt hat. Dieser sehe vor, das AST-System auszuweiten. So wurde das Angebot mittlerweile auch von Immenstadt und Sonthofen aus in die umliegenden Gemeinden eingeführt. Zudem soll laut Nahverkehrsplan dessen weiterer Ausbau geprüft werden – und zwar in beide Fahrtrichtungen. „Aber natürlich sind wir immer bereit, im engen Schulterschluss gemeinsam mit der Stadt Kempten die Situation zu erörtern, wenn sich die Frage dort stellen sollte“, sagt Baier-Müller.

Nachbusse in Kempten? Vielleicht erst auf etwas anderes konzentrieren

Waltenhofens Bürgermeister Eckhard Harscher ist überzeugt: „Je besser das ÖPNV-Angebot, desto mehr wird es genutzt.“ Anstelle einer „Rund-um-die-Uhr-Versorgung“ sei ihm aber zunächst der Fokus auf die Arbeitnehmer wichtig: Damit sie mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit und zurück fahren können.

Lesen Sie auch
Tim Berchtold (Junge Union) hat beantragt, dass auch nachts Busse in Kempten und dem Umland fahren. Er erhofft sich dadurch einen deutlichen Schub für den ÖPNV.
Verkehr in Kempten

Fahren Busse in Kempten und Umgebung künftig auch nachts?

Bis es mit dem „großen Wurf“ – dem 100-Euro-Ticket für Bus und Bahn – klappt, werde noch einige Zeit vergehen, sagt indes Konrad. Deswegen müsse man in der aktuellen Phase viele kleine sinnvolle Projekte unterstützen. „Wenn wir den ÖPNV nach vorne bringen wollen, ist diese Ausweitung wichtig“, befürwortet auch Buchenbergs Bürgermeister Toni Barth die Nachtbus-Idee aus Kempten. Barth kündigt darüber hinaus an, dass das Thema in den „Arbeitskreis ÖPNV“ des Landkreises eingebracht werden soll, dem er angehört.