Neuer Solarpark in Wiggensbach: Warum Bürger nicht mitverdienen sollen

Die Gemeinde Wiggensbach plant mit der ZAK- und AÜW-Tochter SEA eine große PV-Anlage. Das Bild zeigt eine Anlage bei Durach.

Die Gemeinde Wiggensbach plant mit der ZAK- und AÜW-Tochter SEA eine große PV-Anlage. Das Bild zeigt eine Anlage bei Durach.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Gemeinde Wiggensbach plant mit der ZAK- und AÜW-Tochter SEA eine große PV-Anlage. Das Bild zeigt eine Anlage bei Durach.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Gemeinde Wiggensbach und die ZAK- und AÜW-Tochter SEA schließen sich in neuer Gesellschaft zusammen, um eine großflächige Photovoltaik-Anlage zu betreiben.
16.10.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Die Solarenergie Allgäu (SEA) und die Gemeinde Wiggensbach investieren in ein Pilotprojekt im Landkreis: Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage soll im Frühjahr im Bereich Hinlings entstehen. Ein genossenschaftliches Beteiligungsmodell hätten sich dazu einige Räte und mancher Bürger gewünscht. Doch daraus wird nichts.

Nicht zum ersten Mal kam während der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats die Idee auf, dass sich Bürgerinnen und Bürger direkt am innovativen Energieprojekt beteiligen könnten. Bernd Ledermüller (Grüne) verspräche sich davon, das Bewusstsein in der Bürgerschaft für die Energieproduktion zu schärfen. Zumindest anteilig sollten die Wiggensbacher direkt partizipieren können, bekräftigte sein Parteikollege Andreas Herzner.

(Lesen Sie hier: Windräder in Durach werden erstmal nicht gebaut)

Wiggensbachs Bürgermeister Eigstler: Von der neuen PV-Anlage bei Hinlings sollen alle profitieren - und nicht nur wenige

Entsprechende Anteile in Energiegenossenschaften übernähmen indes nur Menschen, die über das nötige Kapital verfügten, entgegnete Bürgermeister Thomas Eigstler. Mit der Einbindung der gemeindlichen Ortsentwicklungsgesellschaft profitierten dagegen alle Bürgerinnen und Bürger von einem wirtschaftlichen Erfolg der Anlage.

(Lesen Sie auch: Photovoltaik-Anlage auf 7500 Quadratmetern? Das will der 3M-Konzern bei Kempten bauen)

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Einige Räte verwiesen zudem auf vorangegangene Diskussionen und Beschlüsse. „Wir könnten eh nur über ein Drittel der Fläche bestimmen, der Rest gehört der Gemeinde gar nicht“, sagte Christian Oberhaus (CSU). Wegen der zu erwartenden Synergie-Effekte plädierte er dringend dafür, wie vorgeschlagen, die jetzigen Partner unter einem Dach zusammenzuführen.

So soll es auch passieren. „Solarpark Wiggensbach“ heißt dazu eine neue Gesellschaft, die nun mit der SEA gegründet wird. In welcher Rechtsform das geschieht, klamüsern die Fachleute noch auseinander. Nur Ledermüller stimmte gegen diese Lösung.

Sonnenstrom in Wiggensbach: 3,9 Millionen Euro investieren

Geplant ist die PV-Anlage nördlich von Wiggensbach auf einem sechs Hektar umfassenden Areal. Ein Drittel sind gemeindliche Flächen, zwei Drittel hat die SEA auf 20 Jahre angepachtet. 3,9 Millionen Euro investieren die Partner anteilig. Die SEA wiederum ist eine Beteiligungsgesellschaft, die zu jeweils 50 Prozent dem Allgäuer Überlandwerk (AÜW) und dem Abfallzweckverband ZAK zugehört.

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