Corona-Modellregion

OB kritisiert Antrag, Kempten vorzeitig zu öffnen: "Wir wollen keinen Flächenbrand mitverursachen"

Freie Wähler-ÜP, SPD und FDP wollen den Einzelhandel und Gastronomie in Kempten wieder öffnen. Wer das nutzen will, müsste ein Tagesticket vorweisen.

Freie Wähler-ÜP, SPD und FDP wollen den Einzelhandel und Gastronomie in Kempten wieder öffnen. Wer das nutzen will, müsste ein Tagesticket vorweisen.

Bild: Ralf Lienert

Freie Wähler-ÜP, SPD und FDP wollen den Einzelhandel und Gastronomie in Kempten wieder öffnen. Wer das nutzen will, müsste ein Tagesticket vorweisen.

Bild: Ralf Lienert

Freie Wähler, SPD und FDP wollen Kempten auch dann öffnen, wenn die Stadt nicht zur bayerischen Modellregion wird. OB Kiechle: "Das ist der falsche Weg."
29.03.2021 | Stand: 15:30 Uhr

Analog zu Tübingen wollen Freie Wähler-ÜP (FW), SPD und FDP Gastronomie, Einzelhandel und Kultur in Kempten auch dann öffnen, wenn die Stadt nicht den Zuschlag als bayerische Modellregion erhält. CSU-Oberbürgermeister Thomas Kiechle hält davon nichts: "Wir haben uns für ein bayerisches Modellprojekt beworben und nicht für die Teilhabe an einem Flächenbrand."

(Lesen Sie auch: Stadträte beantragen: Kempten unabhängig von Söders Entscheidung öffnen.)

"Ich kann den Antrag nicht nachvollziehen", sagt Kiechle. Wie berichtet, will ein Teil des Stadtrats in Kempten ein Tagesticket einführen, das jene erhalten, die einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen. Das Tagesticket soll wiederum den Eintritt in Restaurants, Geschäfte, Kino und Theater ermöglichen. Die FW-, SPD- und FDP-Stadträte verweisen in ihrem Antrag auf eine Aussage der Bundeskanzlerin Angela Merkel: Es sei keinem Bürgermeister und keinem Landrat verwehrt, das zu tun, was in Tübingen und Rostock gemacht wird.

"Dieser Weg ist falsch", kritisiert der Oberbürgermeister. Ein Zitat ersetze überdies nicht die notwendige Rechtsgrundlage. Er könne verstehen, dass der Wunsch nach einer Öffnung da ist. Deswegen habe er auch eine Bewerbung an Ministerpräsident Markus Söder geschickt und sich dafür eingesetzt, dass Kempten zur Modellregion wird. "Das läuft dann kontrolliert ab", sagt Kiechle. "Es sollen Lernprojekte entstehen, wie die Teilhabe am öffentlichen Leben ein gutes Stück wieder möglich ist."

Mit den mittlerweile drei Corona-Testzentren und zusätzlichen Möglichkeiten in Apotheken sieht Kiechle Kempten gut aufgestellt. "Wenn es notwendig würde, hier noch nachzusteuern, werden wir es tun."

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