Abschluss in der Corona-Pandemie

Online-Unterricht und kein Abschlussball - Wie blicken Kemptener Schüler dem Abitur entgegen?

Kempten Abitur

Am 12. Mai beginnen an den bayerischen Gymnasien die Abschlussprüfungen mit dem Deutschabitur.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Am 12. Mai beginnen an den bayerischen Gymnasien die Abschlussprüfungen mit dem Deutschabitur.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Die Corona-Pandemie hat den Schul-Alltag verändert, auch für Schüler in Abschlussjahrgängen. Wie Kemptener Abiturienten auf die anstehenden Prüfungen blicken.
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Von Julia Prinz
03.05.2021 | Stand: 11:28 Uhr

Bald ist es wieder so weit: Zahlreiche Schülerinnen und Schüler werden im Mai und Juni in Kempten ihr Abitur schreiben. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Prüfungen um etwa zwei Wochen nach hinten verschoben.

Den Anfang machen am 12. Mai die Gymnasien mit der schriftlichen Deutsch-Prüfung. Nicht nur die Termine wurden aufgrund der Pandemie geändert, schon ein großer Teil des Unterrichts fand in diesem Schuljahr online statt. So hatten sich die Abiturienntinnen und Abiturienten ihr Abschlussjahr nicht vorgestellt. Wir haben bei Betroffenen nachgefragt: Wie blickt ihr dem Abschluss entgegen?

Schüler des Hildegardis-Gymnasiums vermissen Abschlussball und Abistreich

Felix Brandner (18) macht heuer sein Abitur am Hildegardis-Gymnasium. Zwar hatte es sein Jahrgang mit dem vielen Online-Unterricht nicht leicht, doch durch Stoffkürzungen in den Abiturprüfungen werde ein Ausgleich geschaffen. Brandner sieht daher „stoffmäßig keinen Nachteil“ für sich und seine Mitschüler.

Schlimmer sei für ihn, dass Veranstaltungen wie Abschlussball und Abistreich wegfallen. Im Herbst wird er wahrscheinlich anfangen zu studieren. Sich ein Jahr zum Arbeiten und Reisen frei zu nehmen, hält er derzeit nicht für sinnvoll.

Felix Brandner vom Abiturjahrgang des Hildegardis-Gymnasiums vermisst schon jetzt Abistreich und Abschlussfeier.
Felix Brandner vom Abiturjahrgang des Hildegardis-Gymnasiums vermisst schon jetzt Abistreich und Abschlussfeier.
Bild: Julia Prinz

Der Ausgleich zur Schule fehlt Abitruienten im Lernstress

Diana Langenbeck (19) geht auf das Allgäu-Gymnasium. Sie findet, dass der Online-Unterricht am Ende gut funktioniert hat, allerdings sei es ihr schwer gefallen, motiviert zu bleiben. Ihr Schlafzimmer diene nicht mehr nur zum Ausruhen und Abschalten, sondern war auch Arbeitszimmer.

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Dem Unterricht von zuhause aus zu folgen, sei nicht einfach gewesen, deshalb fühle sie sich insgesamt nicht so gut vorbereitet. Dazu komme, dass im vergangenen Jahr der Ausgleich zur Schule gefehlt habe: Man konnte nicht alle Hobbys ausüben und durfte nur vereinzelt Freunde treffen.

Diana Langenbeck besucht das Allgäu-Gymnasium und bereitete sich von zuhause aus auf die Prüfungen vor.
Diana Langenbeck besucht das Allgäu-Gymnasium und bereitete sich von zuhause aus auf die Prüfungen vor.
Bild: Julia Prinz

Auch an der FOS/BOS Kempten ist in der Pandemie vieles anders

Im Juni ist es auch an der Beruflichen Oberschule so weit: Clara Naumann (20) besucht die FOS/BOS in Kempten und macht in diesem Jahr ihr Fachabitur. Derzeit haben sie und ihre Mitschüler Wechselunterricht. Während die eine Hälfte im Klassenzimmer sitzt, wird die andere per Video zugeschaltet. Das Konzept funktioniere gut, dennoch ist es für Naumann keine dauerhafte Alternative, sagt sie. Sie hätte ihre Mitschüler gerne öfter gesehen. Auch ihr falle es schwer, sich vor dem Monitor auf den Unterricht zu konzentrieren.

Clara Naumann macht ihr Fachabitur an der FOS/BOS Kempten.
Clara Naumann macht ihr Fachabitur an der FOS/BOS Kempten.
Bild: Julia Prinz

„Die wenigsten von uns haben zuhause ein Büro, man sitzt in seinem Zimmer (oder liegt in seinem Bett), während man dem Unterricht zuhört, und das wird mit der Zeit sehr anstrengend.“ Aber Naumann sieht auch Vorteile: Als sie krank war, konnte sie daheim bleiben und hat trotzdem keinen Unterricht verpasst. Im nächsten Schuljahr wird sie die dreizehnte Klasse besuchen und das Allgemeine Abitur schreiben.

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