Kempten

Pfarrerin Maria Soulaiman: „Seelsorge ist genau mein Ding“

Pfarrerin Maria Soulaiman gestaltet den Gottesdienst in Kempten.

Pfarrerin Maria Soulaiman gestaltet den Gottesdienst in Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Pfarrerin Maria Soulaiman gestaltet den Gottesdienst in Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Wilhelm-Löhe-Haus Die evangelische Pfarrerin Maria Soulaiman tritt die Nachfolge von Klaus Dotzer an. Die 31-Jährige übernimmt zudem die dritte Pfarrstelle in der St.-Mang-Kirche
Pfarrerin Maria Soulaiman gestaltet den Gottesdienst in Kempten.
Von Psalm 121
02.04.2021 | Stand: 13:47 Uhr

Maria Soulaiman ist erst seit ein paar Tagen im Dienst. Und schon spricht die 31-Jährige von „ihrem“ Wilhelm-Löhe-Haus: Die Pfarrerin tritt hier die Nachfolge von Pfarrer Klaus Dotzer in der Altenheimseelsorge an – und freut sich unbändig auf diese neue Aufgabe. „Seelsorge ist genau mein Ding, es bedeutet, gemeinsam ins Gespräch zu kommen“, sagt sie. Dass ihre erste Aufgabe sie gleich ins Altenheim führt, gefällt ihr: „Ich bringe Lebensenergie mit – und bekomme viel an Erfahrung von den Bewohnern und Betreuern zurück.“

Diese Aufgabe in der St.-Mang-Kirche ist zugleich an die dritte Pfarrstelle gekoppelt, die nun neu besetzt wird. In das Amt wird Soulaiman am Sonntag, 15. März, um 10 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes eingeführt. Regionalbischof Axel Piper wird Soulaimans Ordination vornehmen. Für die zierliche Frau mit dem Pferdeschwanz und den ausdrucksstarken braunen Augen ist es die erste Pfarrstelle nach ihrem zweieinhalbjährigen Vikariat in Bad Wörishofen.

Geboren in Baden-Württemberg wuchs Soulaiman seit ihrem sechsten Lebensjahr in Kaufbeuren auf. Hier wurde sie in der Dreifaltigkeitskirche konfirmiert. Sie hat noch zwei Geschwister: Johannes, der ältere Bruder, und Elisabeth, die jüngere Schwester. Ihr Vater hat einen arabischen Hintergrund – daher der Name. Ihre Mutter, eine Pfarrerstochter, hatte er im Baden-Württembergischen kennen- und lieben gelernt. „Mein Vater ist meiner Berufswahl sehr liberal und offen gegenüber“, sagt sie und ergänzt. „Meine Eltern sind, glaube ich, stolz auf mich.“ Ihren Opa, der bereits gestorben ist, hätte es wohl mehr als gefreut, dass seine Enkelin in seine Fußstapfen gestiegen ist.

Ihr Ehemann Johannes Scharpf ist übrigens kein Pfarrer, sondern Maschinenbauer in Mindelheim. Soulaiman ist froh, dass ihre erste Pfarrstelle in Kempten ist. Diese sei ihr zugeteilt worden, denn auf die erste Stelle nach dem Vikariat kann man sich noch nicht bewerben. Gerade packen sie und ihr Mann noch die letzten Kisten aus, richten sich in ihrem Heim am Wilhelm-Löhe-Weg ein. Drei Jahre lang ist die 31-Jährige auf alle Fälle in Kempten – danach kann sie sich weitere fünf Jahre auf diese Stelle bewerben. Ihr Berufswunsch war anfangs nicht so klar: „Ich wusste nicht gleich, was ich werden will, sondern habe mir Zeit gelassen, bis auf einmal dieses innere Gefühl da war, diese Gewissheit: Theologie – das ist mein Weg.“ Zunächst begann sie ein Lehramtsstudium mit den Fächern Religion und Deutsch. Doch das war ihr zu wenig. Sie studierte Theologie in München – und dieses Feuer habe sie nie losgelassen. „Es hat mir das Gefühl gegeben, ich bin hier genau an der richtigen Stelle.“ Sie machte Praktika in Lindau und in der Klinikseelsorge in Großhadern.

Die Begegnungen mit den Menschen sind ihr in ihrer alltäglichen Arbeit besonders wichtig. Das lutherische Wort, ein Gedanke aus einer Predigt, bedeuten ihr viel, die Fürbitten hält sie für wichtig. Die St.-Mang-Kirche hat sie innen und außen gleich für sich als Heimat angenommen. In ihrer Freizeit treibt sie gern Sport, geht gern in die Berge und freut sich schon aufs Radeln. Mit ihrer Stelle sieht die 31-Jährige ihren Taufspruch erfüllt: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

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