Jugendarbeit in Kempten

Projekte helfen, Brücken zu bauen in die Eigenständigkeit

Graffiti-Projekte sind ein Mittel, um Kontakt zu Jugendlichen aufzubauen. "Jugend stärken im Quartier" hat dieses Feld ebenfalls bespielt.

Graffiti-Projekte sind ein Mittel, um Kontakt zu Jugendlichen aufzubauen. "Jugend stärken im Quartier" hat dieses Feld ebenfalls bespielt.

Bild: Martina Diemand

Graffiti-Projekte sind ein Mittel, um Kontakt zu Jugendlichen aufzubauen. "Jugend stärken im Quartier" hat dieses Feld ebenfalls bespielt.

Bild: Martina Diemand

Kempten glänzt in Förderprogramm mit hoher Erfolgsquote. Junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren sind die Zielgruppe. Auf welchen Wegen sie erreicht werden.
13.07.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Die Bilanz kann sich sehen lassen: 54 Projekte hat das Amt für Jugendarbeit mit dem Stadtjugendring ins Leben gerufen. Über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreichte das Programm „Jugend stärken im Quartier“. Fast drei Viertel der Heranwachsenden wurden auf ihrer Suche nach Orientierung in eine Schule, Ausbildung oder Arbeit vermittelt.

Diese Quote ist auch den Fördergebern positiv aufgefallen. Zu einer Abschlussveranstaltung wurde Kempten neben zwei anderen Städten als Modellkommune ausgewählt, die Erfahrungen vor großem Publikum zu präsentieren. 170 Kommunen waren eingebunden.

Europäischer Sozialfonds unterstützt die Maßnahmen

Das Programm „Jugend stärken im Quartier“ wird durch die Bundesfamilien- und Heimatministerien sowie den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Es soll jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren Brücken bauen auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit.

An der Schwelle zur Volljährigkeit stehen nicht alle Heranwachsenden mit beiden Beinen im Leben, etwa wenn die Familiensituation belastet war. Auf andere junge Menschen trifft der Begriff „entkoppelt“ zu, wenn sie nach Rückschlägen von Wohnungslosigkeit bedroht oder gar betroffen sind.

Von Graffiti bis zum Kochen

Dort setzen die Mikroprojekte an, die von Schulen und Betrieben unterstützt werden, aber auch von Fachleuten aus den Bereichen Kunst, Sport, Berufsorientierung. Bei „Graffiti in the City“ sprühten Jugendliche unter fachlicher Anleitung Werke auf Wände und ließen ihrer Kreativität freien Lauf. „Dinner für Kempten-Ost“ brachte junge Menschen am Herd zusammen. Fotosafaris, Umwelt-Aktivitäten, Gesundheitsprävention waren andere Felder, um Kontakte zu knüpfen und den Jugendlichen Perspektiven aufzuzeigen.

Bewerbung für die nächste Förderphase wird eingeschickt

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Im Jugendhilfeausschuss waren die Mitglieder einig, diese fruchtbare Arbeit nach den bisherigen sechs Jahren auch in der nächsten Förderphase bis 2027 fortzusetzen. Zuletzt übernahm der Sozialfonds die Hälfte der Kosten für die Förder-Aktionen. Noch unklar ist, ob bereits angelaufene Mikroprojekte weiter bezuschusst werden. Fortgeführt werden sollen sie in jedem Fall, hieß es. „Die hohe Erfolgsquote beweist, dass wir da passgenau ansetzen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kiechle.

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