Gerichtsprozess

Prozess um getöteten Pflegebedürftigen: Staatsanwalt fordert lebenslänglich

Der Angeklagte muss sich vor dem Gericht in Kempten wegen Mordes an einem Pflegebedürftigen verantworten.

Der Angeklagte muss sich vor dem Gericht in Kempten wegen Mordes an einem Pflegebedürftigen verantworten.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Der Angeklagte muss sich vor dem Gericht in Kempten wegen Mordes an einem Pflegebedürftigen verantworten.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Im Prozess um einen getöteten Pflegebedürftigen aus Kaufbeuren fordert die Staatsanwaltschaft lebenslänglich für den Hauptangeklagten. Das Urteil ist verschoben.
Der Angeklagte muss sich vor dem Gericht in Kempten wegen Mordes an einem Pflegebedürftigen verantworten.
Von Allgäuer Zeitung
02.12.2020 | Stand: 16:06 Uhr

Im Prozess um einen getöteten Pflegebedüftigen in Kaufbeuren wurden heute im Gericht in Kempten die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich für den Hauptangeklagten und sieht mehrere Mordmerkmale, unter anderem Heimtücke und Habgier. Das Urteil wird am Freitag (10.00 Uhr) erwartet.

Auch geht die Anklagebehörde von der besonderen Schwere der Schuld aus. Die Verteidigung sieht keinen Tötungsversatz und plädiert nicht auf Mord, sondern von Raub mit Todesfolge aus.

Mordprozess in Kaufbeuren: Freiheitsstrafe für Bruder?

Für den Bruder des Angeklagten, der die Beute versteckt hat, fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten (drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt) und eine Geldauflage von 2.400 Euro. Die Verteidigung hält 70 Tagessätze von 25 Euro für angemessen, weil der junge Mann geständig ist und bereits in Untersuchungshaft saß.

Einer der Verantwortlichen der Tat muss sich nicht mehr dem Gericht stellen. Wie die Staatsanwaltschaft Kempten am Freitag mitteilte, beging der Mann Anfang August während der Untersuchungshaft in Kempten Suizid.

Gefesselt, geknebelt und beraubt

In dem Fall wird dem Angeklagten vorgeworfen, Mitte März 2020 einen wegen Diabetes und einer Herzkrankheit pflegebedürftigen Mann gefesselt, geknebelt, beraubt und hilflos zurückgelassen zu haben. Das nahezu erblindete Opfer erstickte nach Angaben der Staatsanwaltschaft an seiner eigenen Zahnprothese.