Familie

Psychologe: „Die Jugendhilfe ist unabdingbar“

Knapp 25 Jahre leitete Klaus Klarer die KJF-Erziehungsberatung Kempten-Oberallgäu. Jetzt hat er die Ruhephase der Altersteilzeit angetreten.

Knapp 25 Jahre leitete Klaus Klarer die KJF-Erziehungsberatung Kempten-Oberallgäu. Jetzt hat er die Ruhephase der Altersteilzeit angetreten.

Bild: Carolin Jacklin

Knapp 25 Jahre leitete Klaus Klarer die KJF-Erziehungsberatung Kempten-Oberallgäu. Jetzt hat er die Ruhephase der Altersteilzeit angetreten.

Bild: Carolin Jacklin

Klaus Klarer hört als Leiter der Erziehungsberatung Kempten-Oberallgäu auf. Wie er in den vergangenen 35 Jahren für seine Schützlinge eintrat.
05.11.2020 | Stand: 12:03 Uhr

Knapp 25 Jahre leitete Diplom-Psychologe Klaus Klarer die Kinder- und Jugendhilfe Kempten-Oberallgäu und wirkte insgesamt 35 Jahre für die Katholische Jugendfürsorge (KJF) Augsburg. Jetzt wechselt er in die Ruhephase der Altersteilzeit. Neuer Leiter der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Kempten-Oberallgäu ist Michael Leicht.

Klaus Klarer bedauert, dass die Kinder- und Jugendhilfe in der Öffentlichkeit häufig als Kostenfaktor gesehen werde. „Deshalb war und ist es mir ein Anliegen, Verständnis dafür zu schaffen, dass sie unabdingbar ist.“ Für die Wichtigkeit der Kinder- und Jugendhilfe warb der Psychologe etwa im Jugendhilfeausschuss der Stadt Kempten, in dem er langjähriges Mitglied war.

Breit angelegte Unterstützung

Klarers Berufsweg begann nach dem Studium in Freiburg im Frère-Roger-Kinderzentrum in Augsburg. Mitte der 1980er-Jahre engagierte er sich dort zehn Jahre lang im psychologischen Fachdienst der stationären Jugendhilfe und gestaltete unter anderem erlebnispädagogische Angebote. Danach übernahm er für die KJF die Leitung der Erziehungsberatung in Kempten.

Im Lauf der Jahre übernahm er auch Verantwortung für die sozialpädagogische Familienhilfe. Zu seinem Arbeitsbereich gehörten offene Ganztagsbetreuung an Schulen, der Jugendmigrationsdienst, Schulsozialarbeit sowie eine heilpädagogische Tagesstätte in Sonthofen. Mit dieser bunten Palette habe man Familien aus einer Hand verschiedene Angebote machen können.

"Die genau richtige Erziehung gibt es nicht"

Auf die Veränderung seiner Lebenswelt freut sich Klarer. Er lasse alles auf sich zukommen. Corona zeige, dass man sich auf das einstellen müsse, was kommt. Dabei sieht Klarer Parallelen zwischen der aktuellen Situation und der Arbeit als Erziehungsberater. „Die eine, genau richtige, geplante Erziehung gibt es nicht“, sagt er. „Auch in der Erziehung von Kindern lernt man ständig dazu, schöne Pläne lassen sich selten exakt umsetzen.“

Klarer sei ein „versierter und hoch erfahrener Kenner der Kinder- und Jugendhilfe in Kempten und im Oberallgäu“, sagt Daniel Kiesel, Vorstand Soziales bei der KJF Augsburg. Nachfolger Michael Leicht, 35 Jahre und ebenso Diplom-Psychologe, ist seit zehn Jahren für die Erziehungsberatung tätig und leitet seit 2016 die Erziehungsberatung in Sonthofen. Lesen Sie auch: Wenn Kinder Stacheln kriegen