Kempten/Oberallgäu

Reichlich Einträge im „Aufgabenheft 2020“

Wahlen in Bayern

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Bild: Ralf Lienert

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Ausblick Neues Jahr, neue Vorhaben: Welche Projekte in Stadt und Land angepackt werden sollen
Von sho, kes, se
01.01.2020 | Stand: 15:54 Uhr

Der Jahreswechsel fühlt sich für viele wie ein Neustart an. So manche angefangene, aber noch nicht abgehakte Aufgabe aus dem vergangenen Jahr steht aber doch noch auf der Liste. So auch in der Politik. Hier ein Überblick, welche Ereignisse und Entwicklungen sich beispielsweise bereits ankündigen:

Altusried Im Hauptort werden wichtige Weichen für den Ortskern gestellt: Anfang des Jahres soll der Gewinner des Architektenwettbewerbs feststehen, bei dem Ideen für das neue Rathaus samt Umfeld gefragt waren. Gegenüber wird ab Frühjahr gebaut: Nach langem Ringen beginnen dort die Arbeiten zur neuen Postresidenz. Bezugsfertig soll die Pflegeeinrichtung für 16,5 Millionen Euro Ende 2022 sein. In Kimratshofen wird ebenfalls gebaut: Dort werden im kommenden Jahr 22 Bauplätze im Neubaugebiet Lercherhalde erschlossen.

Betzigau Die Bauarbeiten zur Erweiterung der Betzigauer Kita sollen 2020 abgeschlossen werden. Dann dürfen sich Kinder aus zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen über neue Räume freuen. Am Nachbargrundstück ist ein Mehrgenerationenpark geplant. Dort könnten die Arbeiten 2020 beginnen. Auch beim Dorfgemeinschaftshaus in Hochgreut geht es voran: Der Bauantrag ist gestellt, nun folgt die Ausschreibung. Und vielleicht gibt es 2020 auch Neues zum seit Kurzem diskutierten Bahnhalt in Betzigau.

Buchenberg Der neue Lebensmittelmarkt samt Parkplatz und eine zusätzliche Bäckerei verkaufen bereits ihre Waren. Im Jahr 2020 soll noch die andere Straßenseite im Buchenberger Ortskern verschönert werden. Konkret geht es um die Sanierung des Gehsteigs vom Rathausvorplatz zum Feuerwehrhaus. Voran gehen wird es wohl auch im Ortskern von Kreuzthal: Bislang wurden für die Neugestaltung 250 000 Euro einkalkuliert – allerdings stieß man auf Probleme im Kanalsystem, was die Kosten in die Höhe treiben könnte. Nun muss geklärt werden, wie es in dem Ortsteil weitergeht. Spannend wird es auch rund um die Zukunft der Open-Air-Konzerte: Nach einer Petition hatte es jüngst vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geheißen, zur Fortführung sei (anders als bisher angenommen) kein Bebauungsplan nötig. Zuletzt lagen der Gemeinde aber noch keine Details vor. Aufgrund der Aussagen des Staatsministeriums hatte Allgäu Concerts erneute Open Airs in Aussicht gestellt.

Dietmannsried Über einen Radweg vom neuen Kreisverkehr am Gewerbegebiet Richtung Heising wird schon lange diskutiert. Im kommenden Jahr könnte es losgehen: Der Landkreis hat in seinen bisherigen Haushaltsplanungen 100 000 Euro für die Verbindung vorgesehen und 2,7 Millionen Euro für das Jahr 2021. Ein großes Projekt der nächsten Zeit ist die Neugestaltung der Ortsmitte in Dietmannsried. Im vergangenen Jahr wurden dafür zunächst Ideen gesammelt. Nun wird es vermutlich nach und nach konkreter. Wie im lange umstrittenen Baugebiet See-gader. Dort wird im Frühjahr die Erschließung abgeschlossen, dann können die Häuslebauer starten. Und in Probstried steht ein Wettbewerb an rund um die Neugestaltung des Areals um den Gasthof Hirsch.

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Durach 2020 ist in Durach Jubiläumsjahr: 850 Jahre liegt die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde zurück. Eine große Pumptrackbahn nach Füssener Vorbild wünscht sich der Gemeinderat für eine Fläche neben dem Sportplatz. Bevor das Thema zuletzt kontrovers diskutiert wurde, war ein Bau in den Jahren 2020 und 2021 angepeilt. Auch zur Asphaltierung einer Startbahn am Duracher Flugplatz wird es 2020 wohl Neues geben: Zuletzt hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich gegen das Projekt ausgesprochen. Als nächstes soll nun der Aufsichtsrat der Landeplatzgesellschaft Kempten-Durach entscheiden, wie es mit den Plänen weitergeht.

Haldenwang Im neuen Jahr will Haldenwang planen, was an der Stelle des ehemaligen Gasthofs Hirsch entstehen soll. Im folgenden Jahr ist dann der Bau vorgesehen. Bereits 2020 soll in Börwang gebaut werden: Dort gibt es einen Anbau für die Kindertagesstätte, die um 25 auf 100 Plätze erweitert wird.

Kempten

Auf dem schuldenfreien Start ins Jahr 2020 kann sich die Stadt nicht lange ausruhen. Vor allem Schulbauten und Kita-Plätze stehen im Aufgabenheft. Voller Spannung erwarten die Bürger die Ergebnisse von Studien zum Bau einer Seilbahn sowie zur künftigen Ausrichtung des Öffentlichen Nahverkehrs. Schon bald nach Jahresbeginn sollen auch bei der Planung für das Große Loch Nägel mit Köpfen gemacht werden. Bei den Wahlen im März wird der Stadtrat nach sechs Jahren neu zusammengestellt. Fünf Bewerbungen gibt es für das Amt des Oberbürgermeisters. Rathauschef Thomas Kiechle tritt wieder an.

Lauben Eines ist sicher: Im neuen Jahr wird es einen Wechsel im Rathaus geben. Bürgermeister Berthold Ziegler tritt nicht mehr zur Wahl an. Als künftige Baustellen für seinen Nachfolger nennt er beispielsweise die Kita St. Ulrich, die saniert oder neu gebaut werden müsse, sowie einen Neubau für die Verwaltung. Außerdem braucht es einen neuen Pächter für die Gemeindegaststätte im Birkenmoos: Der bisherige Wirt war 2019 insolvent gegangen. Und nicht zuletzt feiert auch Lauben einen runden Geburtstag: 800 Jahre. Der offizielle Festakt findet im Juni statt.

Oberallgäu Zukunftsweisende Themen stehen auf dem Plan: Sei es das 100-Euro-Ticket, das der Kreistag möglichst ab April für Bus und Bahn im Landkreis einführen will, bei dem die Stadt Kempten sich aber nicht beteiligen möchte. Oder die Produktion von Wasserstoff als Treibstoff etwa für Busse, Züge und Lkw, wie es derzeit der Abwasserverband Kempten und der Zweckverband für Abfallwirtschaft (ZAK) vorhaben. Diese Themen werden nach der Wahl einen neuen Kreistag und einen neuen Landrat beschäftigen: Amtsinhaber Anton Klotz tritt nicht mehr an. Um seine Nachfolge bewerben sich derzeit acht Kandidaten. Damit der künftige Leiter des Landratsamts möglichst großen Rückhalt hat, heißt es im März – genauso wie bei den Wahlen in den Gemeinden: Wählen gehen!

Oy-Mittelberg Nun ist es so weit: Voraussichtlich ab April wird das neue und lange diskutierte Rathaus gebaut. Zwei Straßen weiter steht zu dieser Zeit eine Eröffnung an: Dann ist der erste Teil für die Erweiterung der Kita abgeschlossen. Anfang des Jahres stimmen Haslacher Bürger darüber ab, welche Bahnübergänge in ihrem Ort mit Schranken gesichert werden sollen. Im kommenden Jahr muss es auch weitergehen bei der Planung, wie Oy-Mittelberg an den Abwasserverband Kempten angeschlossen werden kann: Die Genehmigung der Oyer Kläranlage gilt noch bis Ende 2023. Bereits mit Neugierde erwartet wird das Mitfahrerbänkle, das im Frühjahr in Petersthal aufgestellt werden soll: Wer darauf sitzt, möchte nach Oy gebracht werden.

Sulzberg Das alte Rathaus ist Geschichte, doch bis der Platz mitten im Ort neu gestaltet wird, könnte es noch dauern: Aufgrund der Höhe der Planungskosten müssen die Arbeiten europaweit ausgeschrieben werden – und das verzögert den Baubeginn, hieß es im Gemeinderat. Nichtsdestotrotz wird es 2020 in Sulzberg heiß her gehen: Bei den legendären Faschingsumzügen, die nur alle zehn Jahre stattfinden. Und im Wahlkampf, denn Bürgermeister Thomas Hartmann tritt nicht mehr an.

Waltenhofen Im April sollen die Bauarbeiten für das Gesundheitszentrum im Waltenhofener Ortskern starten, die Eröffnung ist für 2021 geplant. Die Bürgerinitiative „Blickpunkt Hegge“ wird 2020 die Planungen zur Zukunft ihres Ortsteils eng begleiten. Frühestens Ende des Jahres werden die Bauarbeiten am neuen Lebensmittelmarkt in Oberdorf beginnen, die Eröffnung ist für 2022 geplant. Einen Bürgermeisterwechsel wird es nicht geben: Eckhard Harscher wurde erst 2019 wiedergewählt. Bauamtsleiter Klaus Häger tritt in Burgberg als Bürgermeisterkandidat an.

Weitnau Der 6,5 Kilometer lange Carl-Hirnbein-Weg wird erneuert – und für 2020 sind bereits 190 000 Euro dafür eingeplant. Sobald es die Schneesituation zulässt, könnten am Weitnauer Skilift wieder Winterfreunde ihre Schwünge machen. Denn eine Bürgerinitiative sicherte das Angebot für die kommenden Winter. Eine Neuerung wird es im Jahr 2020 geben: Bürgermeister Alexander Streicher tritt nicht mehr zur Wahl an. Dem Nachfolger werden die Projekte nicht ausgehen: Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der „Alpen-Modellregion“ Ideen für den Ort vorgestellt. Ganz vorne dabei: eine lebendige Ortsmitte.

Wiggensbach Zwei Dinge werden Wiggensbach im neuen Jahr in jedem Fall beschäftigen: Wasser und Kompost. Die Gemeinde hatte wegen Wasser-Knappheit im Sommer 2018 über eine Notleitung von Ahegg über Buchenberg versorgt werden müssen. Deshalb ist sie, wie andere Kommunen auch, an einem Anschluss an den Zweckverband Fernwasser Oberes Allgäu interessiert. Deshalb wird über eine neue Leitung entlang der Isny-Bähnle-Trasse diskutiert. Der Ärger um die künftige Kompost-Entsorgung wird vermutlich noch andauern. Die Firma Swoboda darf auf dem jetzigen Kompostplatz Stellplätze bauen. Mit dem ZAK müssen daher andere Entsorgungsmöglichkeiten für Wiggensbacher Grüngut gefunden werden.

Wildpoldsried Die große Frage, die es im neuen Jahr zu beantworten gilt, lautet: Wer wird der oder die Neue an der Spitze der Verwaltung? Amtsinhaber Arno Zengerle tritt nicht mehr an. Bisher ist nur Renate Deniffel von der CSU im Rennen. Noch aber haben potenzielle Kandidaten Zeit, sich zu melden. Nach der Jungbürgerversammlung im November ist es nun an der Gemeinde, Vorschläge umzusetzen. Bessere Busverbindungen, mehr Aktivplätze und Veranstaltungen für junge Leute standen auf der Wunschliste. Außerdem befindet sich das Wohn- und Geschäftshaus in der Salzstraße mitten im Bau. Barrierefrei soll es werden und die Wohnsituation im Ort verbessern.