Regenerative Energien

Die Allgäuer Festwoche fällt aus: Nun sollen Energie-Festtage Antworten liefern

Regenerative Energien werden immer wichtiger. Nun plant die Firma Rennergy Systems AG eigene Energie-Festtage.

Regenerative Energien werden immer wichtiger. Nun plant die Firma Rennergy Systems AG eigene Energie-Festtage.

Bild: Daniel Reinhardt, dpa (Symbolbild)

Regenerative Energien werden immer wichtiger. Nun plant die Firma Rennergy Systems AG eigene Energie-Festtage.

Bild: Daniel Reinhardt, dpa (Symbolbild)

Die Rennergy Systems AG plant eine große Ausstellung in Buchenberg. Es geht um Strom, Wärme, Kälte und die E-Mobilität. Was viele nicht über PV-Anlagen wissen.
30.05.2021 | Stand: 11:36 Uhr

Unabhängigkeit von Stromversorger und Netzbetreiber, das gefiele vielen. Doch selbst bei einer Photovoltaik-Anlage (PV) mit Batteriespeicher ist das selten gegeben. Bei Stromausfall helfen derzeit die meisten PV-Anlagen nicht, egal wie hell die Sonne scheint und wie voll der Batteriespeicher ist. Das hat technische Gründe. (Lesen Sie auch: Stromversorgung: Der Blackout als Horrorszenario)

Alfons Renn, Vorstandsvorsitzender der Rennergy Systems AG in Buchenberg, schätzt, das etwa 90 Prozent der PV-Anlagen nicht dafür konzipiert sind: Sollen sie auch bei Stromausfall funktionieren, kommt ihre Anschaffung etwa zehn bis 20 Prozent teurer.

Rund um die Energie gibt es viele spannende Fragen. Antworten können Interessierte bei den „Energie-Festtagen“ finden, die Renn heuer erstmals in Buchenberg plant – vom 4. bis 8. August. Warum? Die Allgäuer Festwoche als wichtige Wirtschaftsmesse fällt aus. Nun lädt Renn selbst Aussteller ein.

Renn spricht von einer „ganzheitlichen Messe“, die sich vor allem im Freien auf 3000 Quadratmetern Fläche abspielt. Themen seien unter anderem Strom, Wärme, Kälte und Warmwasser. Bei der E-Mobilität stellen nicht nur Autohersteller in der „Einöde 50“ in Buchenberg aus. Es gehe auch um E-Bikes und Elektroroller – eben „alles, was mit Storm fährt“. Auch die Beratung zu Nebenaspekten wie Ladetechnik soll nicht fehlen.

Renn ist überzeugt, dass Batterien immer günstiger werden. Die Entwicklung werde schneller vorankommen als der Einsatz von Wasserstoff. Renn sagt zudem, dass immer mehr Kunden bei der Energie autark sein wollen, zunehmend auch Firmen. Da mögen Ängste um die Versorgungssicherheit ebenso eine Rolle spielen wie CO2-Emissionen und Klimawandel. (Lesen Sie auch: Wasserstoff-Produktion soll Ende 2023 in Kempten starten)

Die ersten Solarmodule importierte der Fachmann aus Griechenland und der Türkei

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Der Buchenberger beschäftigt sich schon lange mit regenerativen Energien. Mit Solarthermie, also Warmwasser durch die Sonne, fing es an. Um das Jahr 1975 herum baute er (ohne heute übliche Fertigmodule) seine erste Anlage. Anfangs arbeitete Renn als Elektroinstallateur, dann übernahm er Kundendienste für Öl und Gasfeuerungen, hatte es aber „dick, nach Öl zu stinken“. In den 80er-Jahren ging es mit dem Bau der ersten Solaranlagen los – mit Modulen aus Griechenland und der Türkei.

Wie der Energieexperte die Situation im Allgäu bewertet? Es gebe überdurchschnittlich viele Sonnenstunden und viel Wald mit nachwachsendem Holz für Hackschnitzel und Pellets. Allerdings bräuchte man mehr Platz für Windräder, meint Renn. Es gebe die technischen Voraussetzungen, alles optimal zu kombinieren und gute Fachhandwerker für die Umsetzung.

Alfons Renn ist Vorstandsvorsitzender der Rennergy Systems AG
Alfons Renn ist Vorstandsvorsitzender der Rennergy Systems AG
Bild: Rennergy

Bei der Photovoltaik hätten Kritiker anfangs gesagt, das lohne sich nicht. Das könne man höchstens auf dem Mond brauchen, erinnert sich Alfons Renn.

Er hält auch die Wasserstoff-Technik für hochinteressant. Noch gebe es zwar noch keine wirtschaftliche Lösung, Wasserstoff über kleine PV-Anlagen zu erzeugen, aber es bestehe Entwicklungspotenzial. „Es dauert halt noch etwas.“ Wichtig sei, nicht wieder moderne Techniken zu entwickeln, um sie dann später nach China zu verkaufen.

Nach China verlegen? Ein fataler Fehler in Deutschland

Deutschland habe schon bei der Photovoltaik den fatalen Fehler begangen, eine gesunde PV-Industrie wegen ein paar Prozent Einsparung nach China zu verlegen. Die Chinesen hätten erkannt, wie die Welt von ihnen abhänge. Nun gebe es bei der Photovoltaik extreme Preissteigerungen, wenn man überhaupt noch an das nötige Material herankomme. Renn: „Wir müssen Kernkompetenzen im Land halten.“

Aus der Firmengeschichte:

  • 1982: Gründung der Alfons Renn GmbH für regenerative Umwelttechniken (Heizungen mit Scheitholz, Pellets und Hackschnitzeln, Solarthermie, Speicher- und Regeltechnik)
  • 1992: Gründung des Großhandels Realtec für regenerative Energietechniken.
  • 2000: Gründung der Rennergy Systems AG für maßgeschneiderte Systemlösungen bei Neu- und Umbauten. Sie hat 40 Mitarbeiter.