Trainingseinheit

Auf die Plätze, schnüffeln, los! Diese Rettungshunde spüren Vermisste auf

ASB-Rettungshundestaffel

So sieht es nur im Training aus: Während im Hintergrund Karin Lang und Rudolf Vogel mit ihren Hunden für das Foto die Situation beobachten, hat Hündin Maja Silke Hartmann, die sich versteckt hatte, bereits entdeckt und verbellt sie. So findet dann auch ihr Frauchen Dr. Susanne Betz als Helferin zur gesuchten Person.

Bild: Matthias Becker

So sieht es nur im Training aus: Während im Hintergrund Karin Lang und Rudolf Vogel mit ihren Hunden für das Foto die Situation beobachten, hat Hündin Maja Silke Hartmann, die sich versteckt hatte, bereits entdeckt und verbellt sie. So findet dann auch ihr Frauchen Dr. Susanne Betz als Helferin zur gesuchten Person.

Bild: Matthias Becker

Die Allgäu-Staffel des Arbeiter-Samariter-Bunds hilft mit Rettungshunden bei der Personensuche. Unser Reporter war bei einer Trainingseinheit dabei.
13.09.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Maja hat die Fährte aufgenommen. Irgendwo im großflächigen Steinbruch in Wertach liegt eine „Verletzte“, die die Hündin aufspüren soll. Zwischen Geröll und Felsen versteckt liegt Silke Hartmann – ausgerüstet mit Sicherheitsschuhen und Helm. Auch mit dabei: Leckerlis für Maja als Belohnung, wenn die Hündin sie entdeckt hat.

Maja ist schnell erfolgreich, sie ist eine ausgebildete Rettungshündin. Im Steinbruch der Firma Geiger findet an diesem Nachmittag ein Training statt – ein Training für die Rettungshundestaffel Allgäu des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Denn wenn es im Ernstfall darauf ankommt, hängen von Majas Nase Menschenleben ab. „Wir müssen regelmäßig trainieren, damit das immer wieder klappt“, sagt Dr. Susanne Betz, das Frauchen von Maja. Die zwei gehören zum Team der Suchhunde.

Allgäu-Staffel hat sieben Mitarbeiter

Insgesamt hat die Staffel sieben Mitglieder. Alle ehrenamtlich. Sie decken sieben Tage die Woche ab, 24 Stunden lang und das 365 Tage im Jahr. Falls nötig, werden sie von der Polizei angefordert. Bei der Polizei sind meist nur Personenspürhunde im Einsatz, sogenannte Mantrailer. Werden aber spezialisierte Suchhunde benötigt, kommt die ASB-Staffel ins Spiel. Diese bildet neben Personenspürhunden auch Flächen- und Trümmersuchhunde aus.

„Jemanden in einem Trümmerfeld zu finden, ist für einen Hund wohl die größte Herausforderung“, erklärt Susanne Betz. Auch für den Hund ist das ein schwieriges Terrain, das Trittsicherheit erfordert. Zudem können die Gerüche eines verschütteten Menschen an einem anderen Ort austreten als dort, wo dieser tatsächlich liegt. Deswegen ist das ASB-Team dankbar, dass Firmen wie Geiger und Max Wild ihnen Steinbrüche und Abrisshäuser für ihre Trainingseinheiten zur Verfügung stellen.

Ausbildung der Hunde fängt im Welpenalter an

Die Ausbildung von Suchhunden dauert zwei bis drei Jahre und fängt schon im Welpenalter an. „Gelernt wird nur mit positiver Verstärkung“, sagt Silke Hartmann. Das heißt, wenn der Hund etwas richtig macht, wird er belohnt. Mit Spielsachen und Leckerlis. Mit Druck funktioniere es nicht, das würde den Hund stressen. Geeignet sind übrigens fast alle Hunde, die arbeitsfreudig und menschenfreundlich sind. Die Einsatzgebiete sind mannigfaltig: beispielsweise in Trümmern nach einer Explosion oder in Hochwassergebieten in Schlammlawinen oder bei der Vermisstensuche in Waldgebieten. Betz war selbst schon einmal bei einer Suche nach einer Hausexplosion dabei: „Dies sind schon psychisch belastende Situationen.“

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Im Jahr kommt die Allgäuer Staffel auf rund 45 Alarmierungen. Meist, um demente, verunglückte oder suizidgefährdete Menschen zu finden. Die Staffel gibt es seit 2010. Angewiesen ist sie auf Spenden für die Ausrüstung. Die Sucharbeit erfordert viel Privataufwand. Doch das leisten die Mitglieder gerne. Denn es geht im Ernstfall um Menschenleben.

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