Vandalismus

Sachbeschädigung: Denkmal „Bergmännle“ in Kempten zerstört

Künstlerin Brigitte Breyer steht vor dem abgerissenen Kreuz. Seit zwölf Jahren hilft sie dabei, das Denkmal zu pflegen und legt außerdem Steine mit Sinnsprüchen an die Stelle.

Künstlerin Brigitte Breyer steht vor dem abgerissenen Kreuz. Seit zwölf Jahren hilft sie dabei, das Denkmal zu pflegen und legt außerdem Steine mit Sinnsprüchen an die Stelle.

Bild: Martina Diemand

Künstlerin Brigitte Breyer steht vor dem abgerissenen Kreuz. Seit zwölf Jahren hilft sie dabei, das Denkmal zu pflegen und legt außerdem Steine mit Sinnsprüchen an die Stelle.

Bild: Martina Diemand

Unbekannte haben das Denkmal auf der Halde abgerissen. Von dem Kreuz fehlt bisher jede Spur. Künstlerin Brigitte Beyer spricht von brachialer Gewalt.
12.08.2020 | Stand: 18:25 Uhr

„Das komplette Denkmal wurde herausgerissen“, sagt Brigitte Breyer. Die Kemptenerin ist wie viele andere über die Tat entsetzt. Breyer hilft bei der Pflege des „Bergmännles“ auf dem Haldebuckel und ist für eine besondere Aktion bekannt: Seit zwölf Jahren legt sie immer wieder Steine mit Sinn-Sprüchen an dem Ort ab – zum Beispiel diesen: „Vieles ist käuflich, jedoch die Lebensfreude nicht“ oder „Zorn ist ein Windsturm, der die Lampe des Verstandes ausbläst“. Wer auch immer den Ort verwüstet habe, sagt Breyer, müsse mit brachialer Gewalt vorgegangen sein.

Breyer: So eien Zerstörung hat sie bisher noch nicht erlebt

Dienstagfrüh sei noch alles in Ordnung gewesen. Einen Tag später bekam sie dann den Anruf mit der „schrecklichen“ Nachricht. Die Steine seien verstreut worden und von dem abgetrennten Kreuz fehle jede Spur. In den vergangenen Jahren habe es immer mal wieder kleinere Vorfälle gegeben, ein Holzpfahl sei abgeknickt oder ein Stein mitgenommen worden. Aber so eine Zerstörung hat sie bisher noch nicht erlebt.

So geht es auch Uwe Gail vom Gebirgstrachten- und Heimatverein „Bergmännle“. Seit 1989 stehe das Kreuz auf der Kemptener Halde unter einer Linde. Es sei damals für den Verein aufgestellt worden, der 1948 gegründet wurde. „Dieser Ort hat sich bei vielen als ein Ort der stillen Einkehr etabliert“, sagt Gail. Regelmäßig veranstaltet der Verein dort Gottesdienste. Viele Menschen suchten auf den Bänken unter der Linde Ruhe. Nachdem er von der Verwüstung erfahren hatte, sei er gleich mit der Polizei vor Ort gewesen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Eine Erklärung für die Tat habe er nicht – das wäre reine Spekulation.

Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung

Auch die Polizei hatte bis gestern Nachmittag keine Hinweise auf den oder die Täter, teilt Polizeisprecher Holger Stabik mit. Die Beamten ermitteln in diesem Fall wegen Sachbeschädigung. Allerdings könnte das schwierig werden, erläutert Stabik. Den Polizisten fehle der Ansatz, wenn es keine Zeugen oder entsprechende Spuren gebe. In diesem Fall sei zum Beispiel das Kreuz bisher nicht auffindbar – darauf könnten sich Fingerabdrücke befinden. Ob Künstlerin Brigitte Breyer auch zukünftig noch Steine dort ablegt, weiß sie noch nicht: Erstmal sei ihr die Freude daran vergangen.

Die Polizei bittet um Hinweise unter der Telefonnummer: 0831/9909-0.