Oy-Mittelberg

Sechs Millionen Euro für sichere Bahnübergänge

Haslach Bahnübergang

Haslach Bahnübergang

Bild: Matthias Becker

Haslach Bahnübergang

Bild: Matthias Becker

Verkehr Oy-Mittelberg nimmt eine Reihe von Projekten in Angriff. Zwei der drei Haslacher Übergänge werden aufgewertet, der dritte verschwindet ganz
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Von René Buchka
23.10.2019 | Stand: 17:12 Uhr

Was tun mit den zwölf ungesicherten Bahnübergängen im Gemeindegebiet? Unter anderem darum ging es in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats Oy-Mittelberg. Die Deutsche Bahn (DB) bevorzuge bei Bauprojekten Gemeinden mit einem Paketauftrag, also mehreren Bauvorhaben auf einmal, sagte Bürgermeister Theo Haslach (CSU). Daher beschlossen die Räte, einen solchen Plan für zehn Bahnübergänge aufzustellen. Im Ortsteil Haslach sollen zwei der drei Übergänge gesichert, der andere aufgelöst werden. Welcher Standort abgeschafft wird, ist nicht entschieden.

„Entweder wir nehmen ein Paket oder wir stehen in der Schlange weit hinten“, sagte Bürgermeister Theo Haslach (CSU). Denn die Bahn priorisiere Gemeinden, die gleich mehrere Projekte in Auftrag geben. Der Bürgermeister ließ die Kosten bereits grob ausrechnen. Vier Übergänge werden demnach technisch, also mit Halteschranke und Blinklicht, gesichert. Sechs andere sollen aufgelöst oder mit einer „höhenfreien Ersatzlösung“ versehen werden. Was das ist, fragte Margarete Janetti (Freie Wähler, FW). Über- oder Unterführungen, erklärte Haslach.

Sechs bis sieben Millionen Euro kostet das Paket. Nach Abzug der gesetzlichen Zuschüsse von Bund, DB und Landkreis blieben der Gemeinde etwa 400 000 Euro Kosten.

Manfred Lechleiter (CSU) erkundigte sich, ob die Bahn eine Statistik der Unfälle an den Bahnübergängen habe. Vielleicht bestehe gar kein Gefahrenpotenzial. Haslach fragte im Gegenzug: „Muss denn erst etwas passieren?“ Es sei in jedem Fall sicherer für Verkehrsteilnehmer, da sei eine halbe Million gut investiert. Bernhard Schuhwerk (CSU) stimmte zu: „Das ist wohl durchdacht.“ Außerdem sei jedes Zugpfeifen, das ausbleibt, die Kosten wert. Hubert Rothermel (Bürgerblock Petersthal) erinnerte an die Einschränkungen, die zum Beispiel ansässige Landwirte treffen könnten. Mit denen müsse man reden. „Selbstverständlich“, sagte der Bürgermeister. Absprachen mit den betroffenen Anliegern seien die Grundlage für das Unternehmen.

Was der zweiten Bürgermeisterin Gudrun Steiner (Liste Haslach) aufstieß: „Es wird immer mehr.“ Sie zweifele an der Verhandlungssicherheit, was die Bahn anbelangt. Sie sei skeptisch. Außerdem: Warum man den Übergang der Haslacher Dorfstraße im Osten zumachen wolle und nicht wenigstens einen Fußgängerüberweg lasse. „Wenn die Umwege zu weit werden, gehen die Leute über die Gleise und das wollen wir ja auch nicht.“ Gerhard Allgayer (Liste Haslach) erinnerte daran, dass noch nicht feststehe, welcher Übergang geschlossen wird. Man müsse da mit den Anwohnern reden.

Der Gemeinderat einigte sich darauf, dass auf jeden Fall zwei der drei Haslacher Bahnübergänge gesichert werden sollen – der dritte wird aufgelöst. Im Hinblick auf den Bahnübergang „Oy-Wiesenblick“ entschied das Gremium, einen Ersatzweg statt der technischen Sicherung in die Überlegungen aufzunehmen. Der Vorschlag wurde gegen drei Stimmen angenommen.

Hermann Titze wohnt seit 30 Jahren in Haslach. Er bleibt skeptisch: „Ich würde gern glauben, dass sich etwas ändert.“ Aber in der Vergangenheit habe der Gemeinderat nie seine Beschlüsse eingehalten. „Die Bahn will die Übergänge technisch sichern, der Gemeinderat nicht – sonst ist es genau andersrum.“