"Jede Partnerschaft ist wertvoll"

Pfarrgemeinderat aus Kempten: "Können ausgrenzende Sexualmoral nicht mittragen"

Jede Partnerschaft müsse als wertvoll erachtet werden und Zugang zu Gottes Segen haben, finden die gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderats von St. Franziskus in Kempten.

Jede Partnerschaft müsse als wertvoll erachtet werden und Zugang zu Gottes Segen haben, finden die gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderats von St. Franziskus in Kempten.

Bild: Martina Diemand

Jede Partnerschaft müsse als wertvoll erachtet werden und Zugang zu Gottes Segen haben, finden die gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderats von St. Franziskus in Kempten.

Bild: Martina Diemand

Der Vatikan verbietet Geistlichen, homosexuelle Paare zu segnen. Der Pfarrgemeinderat St. Franziskus (Kempten) hat nun einen Brief an den Vatikan geschrieben.
06.07.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Auf Unverständnis und Enttäuschung stößt im Pfarrgemeinderat St. Franziskus in Kempten, dass Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare in der katholischen Kirche untersagt seien. „Wir können eine diskriminierende und ausgrenzende Sexualmoral der katholischen Kirche nicht mittragen.“ Das schreibt das Gremium jetzt in einem offenen Brief unter anderem an die Vatikanische Glaubenskongregation. Die hatte die Haltung des Vatikans im März klargestellt.

Jede Partnerschaft soll als wertvoll erachtet werden

Man wolle alle unterstützen, die sich für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aussprechen, heißt es in dem Brief des Pfarrgemeinderats. Das Gremium erklärt sich solidarisch mit allen, die sich gegen die Vorgabe der Glaubenskongregation in Rom stellen. „Wir hoffen, dass die, die diese Regeln aufstellen, das Unverständnis und die Sorgen der Gläubigen an der Basis ernst nehmen und ihre Position überdenken.“

Weiter schreiben die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrei, jede Partnerschaft müsse als wertvoll erachtet werden und Zugang zu Gottes Segen haben. Und sie zitieren Würzburgs Hochschulpfarrer Burkhard Hose: Segen sei „kein Besitz der Kirche, sondern ein Geschenk Gottes“.

Als Kirchengemeinde offen sein für Menschen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften

In dem Brief heißt es auch: "Es ist uns wichtig, dass wir als Kirchengemeinde offen sind für alle Menschen – ausdrücklich auch für Männer und Frauen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Und wo zwei Menschen beschließen, ein gemeinsames Leben in Verantwortung, Verlässlichkeit, Treue und Gleichberechtigung zu führen, da steht dieses Vorhaben nach unserem Verständnis unter dem Segen Gottes, ohne dass damit der Stellenwert der Ehe von Mann und Frau in Frage gestellt wäre."

Die deutschen Bischöfe hätten mit Beschluss des Synodalen Weges einen offenen, selbstkritischen Dialog versprochen. Der Pfarrgemeinderat appelliert an das Forum „Leben in gelingenden Beziehungen“, diesen Weg zu nutzen. Es gehe darum, in der katholischen Sexuallehre eine Entwicklung einzuleiten, die die Lebenswirklichkeit der Menschen berücksichtigt.

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