Dreh mit TV-Richter auf dem Friedhof

So lief die erste Episode von "Grave Secrets" mit Alexander Hold - eine TV-Kritik

Alexander Hold spielt in der neuen Fernsehserie "Grave Secrets" (TLC) mit. Die meisten kennen ihn als Fernsehrichter und Politiker.

Alexander Hold spielt in der neuen Fernsehserie "Grave Secrets" (TLC) mit. Die meisten kennen ihn als Fernsehrichter und Politiker.

Bild: Raffael Böer/Discovery

Alexander Hold spielt in der neuen Fernsehserie "Grave Secrets" (TLC) mit. Die meisten kennen ihn als Fernsehrichter und Politiker.

Bild: Raffael Böer/Discovery

Als TV-Richter wurde Alexander Hold bekannt. Nun gab er in "Grave Secrets" sein TV-Comeback. Hat das funktioniert? Eine TV-Kritik.
04.02.2021 | Stand: 08:48 Uhr

Das Leben schreibt die besten Geschichten - und leider auch die brutalsten. Für letztgenannte interessieren sich hierzulande immer mehr Menschen. Das Genre "True Crime", Geschichten über wahre Verbrechen, boomt. Davon zeugen Magazine wie Stern Crime oder Zeit Verbrechen, Netflix-Serien ("Das Verschwinden der Madelaine McCann") oder Podcasts Verbrechen oder Mord Lust. Menschen lieben es, wenn in den Medien die Schrecken des Realen nachbeben.

"Brauchen wir unbedingt auch!", müssen sich die Programmverantwortlichen beim Spartensender TLC gedacht haben und starteten am 3. Februar die neue True-Crime-Sendung "Grave Secrets - Tote Zeugen lügen nicht" über echte Kriminalfälle. Neben Schauer sollte es aber auch ein bisschen Show sein: Deshalb wurde der frühere TV-Richter Alexander Hold (58) - heute dritter Vizepräsident des bayerischen Landtags - als "Host" verpflichtet.

So war die erste Folge "Der letzte Wille"

Gut gedacht, ist aber nicht automatisch gut gemacht. Das bewies zumindest die erste Folge "Der letzte Wille". Und das lag weniger an Alexander Hold, der ebenso tapfer wie genretypisch - huhuh - auf einem Friedhof moderierte.

Vielmehr wurde der erste Fall, in dem es um den Mord an einer dreifachen Mutter Sandra Duyst in den USA ging, langatmig inszeniert und ließ auch inhaltlich kaum Spannung aufkommen. Es sei denn, man hatte erwartet, dass der Mörder der sprichwörtliche Gärtner ist.

Der war's nicht, sondern - surprise - der Ehemann.

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Da TLC offenbar der Meinung war, dass nicht jeder Zuschauer diese Handlung versteht, oblag "Host" Hold die Rolle, den jeweiligen Ermittlungsstand in mehreren Friedhofs-Einspielern zusammenzufassen.

Nur ein kurzes TV-Comeback für Hold

Das vielfach angekündigte "TV-Comeback des Fernsehrichters" fiel überraschend kurz aus - und belief sich auf handgestoppte 3:08 Minuten der 45 Minuten dauernden Sendung.

Warum der Jurist aus dem Allgäu ausgerechnet über einen Fall im 7.000 Kilometer entfernten Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan "hostete", blieb das eigentliche Geheimnis der ersten "Grave Secrets"-Episode. Die nächsten Episoden werden es wohl kaum lüften: Sie spielen allesamt in den USA.

Dabei wäre es durchaus spannend, die Einschätzung und das Expertenwissen des Juristen zu spektakulären Fällen hierzulande zu hören. Zum Beispiel zum Thema Organisierte Kriminalität. In diesem Spezialgebiet arbeitete Hold früher als Staatsanwalt in Kempten.

Juristen, die allgemeinverständlich erklären und spannend erzählen können, sind ein seltenes Gut. Hold gehört dazu. Vielleicht findet sich in der Zukunft ein Format, das genau diese Stärke nutzt. Der True Crime Markt ist schließlich groß.

In diesem Sinne: Hold the line, Alex.

Bleiben Sie dran, Herr Hold!

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