Kritik an Plänen

So sieht das neue Therapiezentrum am Marienpark in Kempten aus

So soll das neue Beratungs- und Therapiezentrum am Schumacherring aussehen. Eine Tiefgarage soll die Parkplatzsituation für Bewohner, Besucher und Mitarbeiter verbessern.

So soll das neue Beratungs- und Therapiezentrum am Schumacherring aussehen. Eine Tiefgarage soll die Parkplatzsituation für Bewohner, Besucher und Mitarbeiter verbessern.

Bild: Architekturbüro Jakob

So soll das neue Beratungs- und Therapiezentrum am Schumacherring aussehen. Eine Tiefgarage soll die Parkplatzsituation für Bewohner, Besucher und Mitarbeiter verbessern.

Bild: Architekturbüro Jakob

Neben dem Seniorenheim am Schumacherring in Kempten sollen Arztpraxen und Beratungsräume entstehen. Doch der Gestaltungsbeirat kritisiert das Gebäude.
03.08.2020 | Stand: 06:33 Uhr

Das Gesundheits- und Pflegezentrum Allgäu-Stift Marienpark am Schumacherring soll um ein Beratungs- und Therapiezentrum erweitert werden. Geplant sind Praxen für Ärzte, Therapie- und Schulungsräume. Nun liegt ein Entwurf vor, wie das über 50 Meter lange und sieben Meter hohe Gebäude aussehen soll – der Gestaltungsbeirat der Stadt hat jedoch Einwände: Das Gremium empfiehlt, die Gestaltung nochmals zu überdenken.

Im Januar hatten die Stadträte das Projekt einhellig begrüßt. Zum einen wegen des zusätzlichen therapeutischen Angebots. Zum anderen wegen der Parkplatznot. Für die Mitarbeiter soll unterhalb des Zentrums eine Tiefgarage entstehen. Das soll es Besuchern und Patienten erleichtern, oben zu parken.

 

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850 Quadratmeter Grundfläche

Das Zentrum mit Praxen zum Beispiel für Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie, soll eine Grundfläche von 850 Quadratmetern haben. Die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Antje Schlüter, wies im Bauausschuss daraufhin, dass die Höhenvorgaben des Projekts wichtig seien, weil eine „zu massive Wirkung der Bebauung auf den Schumacherring vermieden werden soll“. Das Zentrum sei nahe des Schumacherrings positioniert worden, weil sich nördlich eine Parkanlage befindet – diese sei für die Bewohner des Marienheims ein wichtiger Erholungsort.

Schwierigkeiten bereite die Zufahrt der Bewohner, Besucher und Mitarbeiter, hieß es im Ausschuss. Diese befinde sich im Süden über die Auf- und Abfahrt des Schumacherrings. Öffentliche Parkplätze sollen auf beiden Seiten der Straße entstehen, für Fußgänger gibt es dann einen Übergang. Auch die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage befindet sich in der Kurve der Zufahrt – die Sichtverhältnisse seien beschränkt. Deshalb soll es auf der Straße nach Angaben der Stadt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h geben, sobald das Zentrum in Betrieb geht – dies könne aber noch dauern.

 

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Beirat: Gebäude wirkt wie Panorama-Hotel

Der Gestaltungsbeirat kritisierte während seiner jüngsten Sitzung das Projekt. Aus Sicht des Gremiums sei die Einbettung am Ring, die „wie ein Panorama-Hotel“ wirke, nicht ganz schlüssig. Kritisch gesehen wurde auch eine Baumreihe entlang der Tiefgarage. Ob die erhalten werden könne, bezweifelte der Beirat. Skeptisch war man auch beim Lärmschutz – beim Blick auf Balkone Richtung Ring. Der Gestaltungsbeirat empfahl dem Architektenteam einen „ruhigen Baukörper“. Darüber nachdenken sollte man, ob eine mehrgeschossige Bauweise nicht besser wäre.

Der Stadtrat hat mittlerweile dem Durchführungsvertrag grundsätzlich zugestimmt und die öffentliche Auslegung zur Änderung des Bebauungsplans beschlossen.