Ortsmitte

Verzögerung beim Baustart für die Postresidenz in Altusried – was dieses Mal der Grund ist

So soll die Seniorenwohnanlage Postresidenz an der Hauptstraße in Altusried aussehen.

So soll die Seniorenwohnanlage Postresidenz an der Hauptstraße in Altusried aussehen.

Bild: Thomas Knapp, Alberschwende

So soll die Seniorenwohnanlage Postresidenz an der Hauptstraße in Altusried aussehen.

Bild: Thomas Knapp, Alberschwende

Die Kreisspitalstiftung Kempten stoppt die Ausschreibung der Bauarbeiten für die Postresidenz in Altusried. Warum und wann ein neuer Anlauf geplant ist.
08.07.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Eigentlich sollte Mitte Juli der Spatenstich für die neue Seniorenwohnanlage Postresidenz in der Ortsmitte von Altusried stattfinden. Doch nun sei der Baubeginn kurzfristig verschoben worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Diesen einstimmigen Beschluss habe am vergangenen Freitag der Stiftungsausschuss der Kreisspitalstiftung Kempten gefasst, die das Großprojekt verantwortet. Grund seien die explodierenden Preise im Holzbau.

Die neue Postresidenz in Altusried wird aus vier barrierefrei miteinander verbundenen Gebäuden bestehen, erstellt in Holz-Hybridbauweise. Die Baukosten belaufen sich laut Planung auf etwa 14 Millionen Euro.

Postresidenz in Altusried: Angebote liegen 1,5 Millionen Euro höher als erwartet

Bei der europaweiten Ausschreibung der Arbeiten sei es zu unerwarteten Ergebnissen gekommen: „Die Angebote für die Holzbauarbeiten lagen bei mindestens 3,5 Millionen Euro und somit deutlich höher als die in der Kostenberechnung auf Basis von Marktpreisen und Erfahrungswerten veranschlagten zwei Millionen Euro“, sagt Joachim Konrad, Bürgermeister von Altusried und stellvertretender Vorsitzender der Kreisspitalstiftung. „Dass die Holzpreise sich im Lauf von rund sechs Monaten fast verdoppeln, war für alle Beteiligten so nicht abzusehen.“ Zudem hätten sich lediglich zwei Bieter an der Ausschreibung beteiligt.

Bei den anderen Gewerken wie Rohbau-, Elektro- oder Heizungsarbeiten lagen die Angebote in Summe nur um rund zwei Prozent über der ursprünglichen Kalkulation. „Das wäre noch im unkritischen Rahmen gewesen“, sagt Konrad. Der Stiftungsausschuss stoppte daher kurzfristig alle Auftragsvergaben. (Lesen Sie auch: Rettungsschirm für die Postresidenz in Altusried?)

Landrätin hofft auf Baubeginn im Frühjahr 2022

„Eine solch enorme Kostenexplosion können und wollen wir nicht verantworten“, sagt Landrätin und Stiftungsvorsitzende Indra Baier-Müller. Sofern die Marktlage sich bis dahin entspannt hat, soll Ende des Jahres ein neuer Anlauf für die Ausschreibung unternommen werden. „Eine Umplanung weg von der Holz-Hybrid- hin zu einer Massivbauweise steht nicht zur Diskussion“, ergänzt Konrad. „Dazu wäre ein enormer und ebenfalls kostspieliger Umplanungsaufwand nötig.“ Baier-Müller: „Wir hoffen, dass wir im Frühjahr 2022 dann endlich mit dem Bau beginnen können.“ (Lesen Sie auch: Seniorenwohnanlage "Postresidenz": Menschen im Blick behalten)

Lesen Sie auch
##alternative##
Ortsentwicklung

In Altusried entstehen 150 neue Wohnungen

Lesen Sie auch: Im Seniorenpark in Altusried eröffnet eine Tagespflege