Tierischer Nachwuchs

Der Nachwuchs ist da! Ehepaar in Kempten hat die Storchenküken entdeckt

Der Storchennachwuchs in Kempten

Noch sind die Kemptener Storchenküken im Nest versteckt.

Bild: Matthias Becker

Noch sind die Kemptener Storchenküken im Nest versteckt.

Bild: Matthias Becker

Die Störche im Osten Kemptens sind nicht mehr allein. In ihrem Nest haben Anwohner Junge entdeckt. Vogelexperte Thomas Blodau weiß, worauf es jetzt ankommt.
27.05.2021 | Stand: 21:23 Uhr

Jeden Tag nehmen Apollonia und Fritz Peldszus das Fernglas in die Hand und blicken vom Balkon ihrer Wohnung im achten Stock aus in Richtung VG Nicolaus. „Wir haben uns sehr gefreut, als wir das kleine Köpfchen des ersten Storchenkükens entdeckt haben“, sagt die 82-Jährige. Mindestens zwei Junge sollen es ihrer Beobachtung nach sein. Noch sind die kleinen Störche im Nest versteckt und aus der Ferne nur schwer zu erkennen.

So überleben die Kemptener Storchenküken: Vogelschützer hofft auf besseres Wetter

Auch Thomas Blodau, Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz Kempten-Oberallgäu, ist mit seinem Fernglas oft im Kemptener Osten und behält die Störche im Blick. „Störche bauen ihr Nest von Jahr zu Jahr höher, das macht es schwierig, die Jungen in diesem Stadium von der Straße aus zu beobachten“, sagt er. Wie schon im vergangenen Jahr hat sich das Storchenpaar wieder auf einem Kamin des Verpackungsunternehmens VG Nicolaus niedergelassen.

Auch damals waren die Küken bereits geschlüpft, als Unwetter in den ersten Juniwochen über Kempten hereinbrachen. „Ich hoffe diesmal auf eine normale Wetterlage und wärmere Temperaturen, dann sieht es gut aus für die Storchenküken “, sagt Blodau.

Das Ehepaar Fritz und Apollonia Peldszus beobachten jeden Tag mit dem Fernglas das Geschehen im Storchennest.
Das Ehepaar Fritz und Apollonia Peldszus beobachten jeden Tag mit dem Fernglas das Geschehen im Storchennest.
Bild: Matthias Becker

Ehepaar im Kemptener Osten beobachtet die Entwicklung der Storchen-Familie

Die Tiere, die nach Einschätzung des Vogelexperten wohl vor fünf bis sechs Tagen geschlüpft sind, haben im Moment noch kein dichtes Gefieder. „Vor sintflutartigen Regenfällen wie im vergangenen Jahr kann die Mutter die Jungen nicht ausreichend schützen“, sagt er. Bevor die Storchenküken sicher vor schlechtem Wetter sind, seien vor allem Unterkühlung und Nässe gefährlich für sie. Immerhin könne das Wasser wegen des unverschlossenen Kamins gut aus dem Nest abfließen: „Wenn sie die nächsten zwei bis drei Wochen überleben, sind sie aus dem Gröbsten raus.“

Seit über 100 Jahren habe laut Blodau kein Storchen-Nachwuchs mehr in Kempten überlebt. Der Vogelexperte bleibt zuversichtlich und hofft wie auch das Ehepaar Peldszus, dass es in diesem Jahr klappt. „Schon vergangenes Jahr haben wir die Störche und ihren Nachwuchs beobachtet, aber damals kamen die Jungen ja leider nicht durch“, erinnert sich Apollonia Peldszus.

Lesen Sie auch
##alternative##
Störche in Kempten

Gute Aussichten für die Storchenbabys in Kempten - Was das mit dem Klimawandel zu tun hat

Lesen Sie auch: Anwohner machen sich Sorgen um Tiere: Haben im Abrisshaus in Kempten noch Fledermäuse gelebt?