Versorgung

Tierfutter in den Tafel-Läden in Kempten und im Oberallgäu? Eine Gruppe aus Rettenberg macht es möglich

Caritas-Tafel in Sonthofen: Tierfutter

Sabine und Bernhard Bader von der 1a-Suchhunde-Ausbildung haben Tafel-Koordinatorin Bettina Ziegerer wieder Futter-Spenden mitgebracht. Hinten packen Andrea Liss und Gerti Stölzle bei Anneliese Welter, der Marktleiterin im Tafel-Laden Sonthofen, mit an.

Bild: Matthias Becker

Sabine und Bernhard Bader von der 1a-Suchhunde-Ausbildung haben Tafel-Koordinatorin Bettina Ziegerer wieder Futter-Spenden mitgebracht. Hinten packen Andrea Liss und Gerti Stölzle bei Anneliese Welter, der Marktleiterin im Tafel-Laden Sonthofen, mit an.

Bild: Matthias Becker

Das Team der 1a-Suchhunde-Ausbildung will eine „Tier-Tafel“ in Kempten und im Oberallgäu etablieren. Die Mitglieder spenden regelmäßig Futter und Zubehör.
03.07.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Wer bei der Tafel einkauft, hat keinen prallen Geldbeutel und muss oft gut überlegen, für was er sein Geld ausgibt. Logisch, dass dann auch die Kosten für das Haustier die Kasse belasten können. Das dachten sich auch Bernhard und Sabine Bader von der 1a-Suchhunde-Ausbildung in Rettenberg. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern organisieren sie seit April 2020 Geld-, Futter- und Sachspenden für Hunde, Katzen, Vögel und Co.. Ist genug beisammen, übergeben sie die Sachen den Caritas-Tafelläden in Kempten, Immenstadt und Sonthofen. Sie hoffen, mit ihrem Engagement Nachahmer zu motivieren und so eine „Tier-Tafel“ zu etablieren.

Die Idee zur „Tier-Tafel“ sei auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie entstanden. Gerade für ältere Menschen sei das Haustier oft der einzige soziale Kontakt gewesen, sagt Gerti Stölzle, die zum Suchhunde-Team gehört. Was, wenn jemand sein Tier dann nicht mehr versorgen kann? Um zu verhindern, dass Hunde und Katzen im Tierheim abgegeben oder gar ausgesetzt werden, hat die Gruppe begonnen, Spenden zu sammeln – im Bekanntenkreis, aber auch bei namhaften Händlern für Heimtierbedarf. „Da haben wir offene Türen eingerannt“, sagt Stölzle.

Spenden im Wert von 17000 Euro

Bei den Kunden der Tafelläden könne man sich sicher sein, dass sie das Tierfutter wirklich benötigen, sagt Bernhard Bader. Ware im Wert von etwa 17 000 Euro hätten er und sein Team bereits auf die Läden in Kempten, Immenstadt und Sonthofen verteilt. Nicht nur Futter ist dabei, sondern auch Hundeleinen, Betten oder Spielzeug.

Das Geld, das Bedürftige dann beim Tierfutter sparen, könnten sie stattdessen in eine Tasse Kaffee oder einen Kinobesuch investieren. Mehr soziale Teilhabe zu ermöglichen sei das Ziel der 1a-Suchhunde-Ausbildung. Die Gruppe hat sich hobbymäßig dem „Man-Trailing“ verschrieben und bildet Mensch-Hund-Teams aus, die Personen, aber auch vermisste Tiere aufspüren können.

Immer mehr Kunden fragen in Kempten, Immenstadt oder Sonthofen nach

Bettina Ziegerer ist bei der Caritas für die Tafel-Läden zuständig. Es habe etwa zwei Monate gedauert, bis sich herumgesprochen hatte, dass es bei der Tafel auch Tierfutter gibt. „Nach und nach kommen immer mehr Kunden und fragen nach“, sagt sie. Damit der Nachschub nicht abreißt, erkundige sich das Team, wo gerade was fehlt, erklärt Bernhard Bader.

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Dass der Bedarf bei den Kunden da ist, bestätigt Anneliese Welter. Sie leitet den Tafel-Laden in Sonthofen. Einer ihrer Kunden habe zu einer Operation ins Krankenhaus gemusst. „Er wollte seinen Hund in der Zeit im Tierheim abgeben“, erzählt sie. Aber die nahmen das Tier nicht an, weil sie nicht genügend Futter vorrätig hatten. Also gab Welter dem Mann Futter aus dem Tafel-Laden mit – dann klappte es.