Es gibt vehemente Gegenstimmen

Umweltausschuss stimmt für Baumschutzverordnung in Kempten

Bäume wie hier im Archäologischen Park Cambodunum sollen künftig mithilfe einer Baumschutzverordnung geschützt werden.

Bäume wie hier im Archäologischen Park Cambodunum sollen künftig mithilfe einer Baumschutzverordnung geschützt werden.

Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Bäume wie hier im Archäologischen Park Cambodunum sollen künftig mithilfe einer Baumschutzverordnung geschützt werden.

Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Nun entscheidet der Stadtrat Kempten, ob die umstrittene Verordnung kommt oder nicht. Die CSU-Fraktion ist nach wie vor vehement dagegen.
12.10.2021 | Stand: 18:21 Uhr

Der Umweltausschuss hat sich während seiner jüngsten Sitzung für eine Baumschutzverordnung ausgesprochen. Wie berichtet, hatte der Stadtrat nach hitziger Diskussion im März beschlossen, eine solche auf den Weg zu bringen. Die Entscheidung im Ausschuss fiel mehrheitlich – lediglich Josef Mayr und Tobias Hiepp von der CSU stimmten dagegen.

Zwischenzeitlich hatten Fachbehörden und Naturschutzverbände die Möglichkeit, sich zum Entwurf der Baumschutzverordnung zu äußern. Volker Reichle, Leiter des Umweltamts, stellte die eingegangenen Anregungen vor. Diese bezogen sich auf fachliche Details, wie etwa die Definition des Wurzelbereichs.

Josef Mayr (CSU): "Um Bäume in Kempten hat man sich gut gekümmert"

Mayr betonte in der Diskussion, dass es keine Baumschutzverordnung brauche. „Wir können heute in großer Zahl Bäume pflegen, die 100 Jahre und älter sind.“ Das zeige, dass man sich in der Vergangenheit gut um die Bäume gekümmert habe. „Wir bauen eine umfangreiche Bürokratie auf, für die wir Personal brauchen, für das wir keine Mittel haben.“

Keine spontanen Fällungen bekannt

Er erkundigte sich zudem, ob noch jemand schnell zur Säge gegriffen habe, bevor die Verordnung in Kraft tritt. Der Stadtrat hatte, um das zu verhindern, eine Veränderungssperre verhängt. Reichle sagte, dass in dieser Hinsicht nichts bekannt sei. (Lesen Sie auch: Kemptens Bäume sind jetzt geschützt. Verstöße können teuer kommen)

Zu klären war noch, ob Obstbäume und Fichten von der Baumschutzverordnung ausgenommen werden sollten. Annette Hauser-Felberbaum (Freie Wähler) und Gerti Epple (Grüne) sprachen sich dafür aus. Fichten würden oft überdimensioniert groß, weshalb man die Möglichkeit haben sollte, sie zu fällen, sagte Epple. „Auch wenn wir ihren ökologischen Wert schon sehen.“ Der Ausschuss schloss sich dieser Einschätzung an.

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