Friedensarbeit neu gedacht

Veteranenvereine: Abmarsch in die Zukunft

Jägerdenkmal Kempten

Veteranenvereine kümmern sich häufig um Kriegerdenkmale und tragen vielerorts den Volkstrauertag aus. Doch wie soll das in Zukunft sein?

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Veteranenvereine kümmern sich häufig um Kriegerdenkmale und tragen vielerorts den Volkstrauertag aus. Doch wie soll das in Zukunft sein?

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Soldatenvereine sorgen sich um ihre Zukunft und ausbleibenden Nachwuchs. Um auch weiter an Kriegsschrecken erinnern zu können, wollen sie sich modernisieren.
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Von Gudrun Schneider
01.10.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Wie sollten sich Veteranen- und Soldatenvereine aufstellen, um auch in Zukunft noch Nachwuchs für dieErinnerungs- und Friedensarbeit zu gewinnen? Diese Frage diskutierten Vertreter von 20 Allgäuer Vereinen während eines Treffen jüngst in Wildpoldsried. Auch eine Änderung der Vereinsnamen, die Aufnahme von aktuellen Themen und die Gründung eines Dachverbandes wurden zur Diskussion gestellt.

Vorangegangen war eine „Zukunftswerkstatt“. Die Ergebnisse sollen zur weiteren Diskussion anregen. Engelbert Sommer aus Durach sprach davon, dass die geplante Umgestaltung der Vereine zum Ziel habe, das Vereinsleben für Neumitglieder interessanter zu gestalten. Im Workshop hätte man festgestellt, dass viele Herausforderungen der Vereine in einem Dachverband besser bewältigt werden könnten.

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Laut Thomas Hengge aus Schwarzenberg ist die Zukunftsarbeit mit einem Baum vergleichbar: Ganz wichtig sei es, die Wurzeln nicht zu vergessen. Die Tradition der Vereine sei 150 Jahre alt. Sie stammten aus einer Zeit, als Kriegserlebnisse verarbeitet werden mussten.

Allgäuer Veteranenvereine: Kriegsschrecken sollen nicht in Vergessenheit geraten

Deren Schrecken dürften nicht in Vergessenheit geraten, erklärte der Wildpoldsrieder Guido Eberle. In sämtlichen Vereinen gäbe es immer weniger Zeitzeugen. Es sei an der Zeit, die Aufgaben nicht nur in Gräberpflege und Gedenkfeiern zu sehen. Sinn und Zweck der Vereine sei es, durch positives Denken ein optimistisches Bild der Zukunft und einen Mehrwert für die Gesellschaft zu erwirken. Dabei dürfe das Kernthema – Erinnern und Gedenken – nicht vergessen werden.

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Willi Schlecht von der Wildpoldsrieder Kameradschaft war der Meinung, dass „der Baum wieder zum Blühen gebracht werden sollte“. Herausforderungen und Ideen sollten durch mehr Engagement verwirklicht werden.

Allgäuer Veteranen wollen sich online vernetzen

Die meisten Teilnehmer der Veranstaltung in Wildpoldsried waren sich einig, dass die Veteranen- und Soldatenvereine aufrecht erhalten werden sollten, um einen wichtigen Beitrag für den Frieden zu leisten.

Den Vorträgen schloss sich eine regen Diskussion an. Ein gemeinsamer Dachverband wurde dabei mehrheitlich begrüßt. Es gäbe viele Möglichkeiten, voneinander zu profitieren. Durch moderne Medien könnten die Vereine untereinander und auch mit den Gemeinden vernetzt werden, hieß es. So könnte die Öffentlichkeitsarbeit der Veteranenvereine mehr Menschen erreichen.

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Die Teilnehmer wollen die Ideen und Impulse nun in ihren Vereinen weiter diskutieren.