Ehrenamt

Vom Basar zum gefragten Secondhand-Laden: "Jacke wie Hose" in Betzigau

Secondhand-Basar

Mit-Initiatorin Ulrike Hanrieder und Helferin Lina Barakat sortieren die Ware.

Bild: Monika Rohlmann

Mit-Initiatorin Ulrike Hanrieder und Helferin Lina Barakat sortieren die Ware.

Bild: Monika Rohlmann

Acht Helferinnen managen das Geschäft in der Alten Schule in Betzigau. Die Einnahmen spenden sie.
11.10.2021 | Stand: 17:00 Uhr

„Jacke wie Hose“ – und noch vieles mehr lässt sich im gleichnamigen Secondhand-Laden in Betzigau entdecken. Das Sortiment reicht von Babysachen und Spielwaren über Bücher, Schuhe, Jacken, Blusen, Hemden, Hosen bis hin zu einem PC-Monitor. Ursprünglich ein Hilfsprojekt, ist der Laden inzwischen auch bei Kunden und Kundinnen in der ganzen Region beliebt.

Acht ehrenamtliche Helferinnen managen aktuell Beratung, Verkauf und Sortierung der neuen Ware, neun weitere sind momentan nicht aktiv. Für 50 Cent gibt es ein Kinderkleidungsstück, die erwachsenen Artikel kosten 1 Euro. Bücher und Spielzeug gibt es gratis. Alle Einnahmen – und das sind 800 bis 1000 Euro im Jahr – werden komplett gespendet, etwa an hilfsbedürftige Familien, Kindergärten oder Projekte wie Schulranzen für Malawi.

Secondhand in Betzigau: Ursprünglich ein Projekt für Geflüchtete

Seit 2015 gibt es den Basar. Er sei ursprünglich für geflüchtete Menschen gedacht gewesen, erzählt Ulrike Hanrieder, die seit Anfang an dabei ist und den Basar mitinitiiert hat. Inzwischen kämen alle Betzigauer zum Einkaufen. „Wir haben etliche Stammkunden über den Ort hinaus und aus Kempten kommen auch etliche junge Leute.“ (Lesen Sie auch: Bei "MitMenschen" in Kempten kaufen Jugendliche für ältere Menschen ein)

Anfangs gab es nur einen sehr kleinen Raum im Altbau der Schule. Der wurde aber bald zu eng. Jetzt hat sich der Basar „Jacke wie Hose“ in einem ehemaligen Klassenzim-mer ausbreiten dürfen – und der Hausmeister war beim Aufstellen der Regale behilflich. „Wir sind der Gemeinde sehr dankbar für den Raum“, sagt Hanrieder. Gleich nebenan, in der früheren Garderobe, gebe es Platz zur Lagerhaltung.

Herbst- und Winterware kommt nach Betzigau

Gerade sind die Helferinnen dabei, die ganzen Sommersachen wegzupacken, um Platz für die Herbst- und Winterware zu schaffen. „Aktuell fehlt es noch an Kinderwinterstiefeln“, stellt Hanrieder fest, die das Sortiment gut im Blick hat. Meist arbeiten zwei Helferinnen an einem Freitagnachmittag zusammen. Jeden ersten und dritten Freitag im Monat hat der Kleiderbasar zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet (außer in den Ferien).

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„Viele, die kommen, bringen gleich einen Sack mit Kleidung mit. Der wird von uns kontrolliert und dann einsortiert“, sagt Hanrieder. Wert werde darauf gelegt, dass die Kleidung nicht „uralt“ und sauber ist. Ein Kuriosum sei das Angebot einer Spende von alten Brillenetuis mit alten Brillen gewesen. „Die haben wir dann allerdings abgelehnt.“

Eine Betzigauer Mutter schaut regelmäßig vorbei: „Die Kinder wachsen so schnell und hier kann man gute Schuhe oder Anziehsachen für die Kleinen entdecken.“