Zeugen gesucht

Vor Böllern geflohen, angefahren und liegen gelassen: Silvester-Drama um Hund Harry

Harry wurde in der Blaichacher Tierklink geröntgt.

Harry wurde in der Blaichacher Tierklink geröntgt.

Bild: Benjamin Liss

Harry wurde in der Blaichacher Tierklink geröntgt.

Bild: Benjamin Liss

Trauriger Start ins neue Jahr für die Besitzer eines Rhodesian Ridgeback in Kempten. In der Silvesternacht wurde ihr Hund angefahren und liegen gelassen.
03.01.2022 | Stand: 10:51 Uhr

„Wir sind mit unseren Hunden um kurz vor Mitternacht in unseren Garten gegangen. Harry hatte eine Fünf-Meter-Schleppleine an, damit wir ihn gut halten können, aber es war alles sehr ruhig, nicht so wie die letzten Jahre“, erzählt der 32-jährige Besitzer des jungen Hundes. Um kurz nach zwölf Uhr dann der Schock für die Familie. Wohl durch einen lauten Böller erschrak der Rhodesian Ridgeback „Harry“ und rannte los. „Meine Frau hat ihn noch versucht zu halten, er hatte aber so eine Panik, dass er auch sie mitgerissen hat. Ich habe sofort die Polizei angerufen, damit sie Bescheid wissen“, so der Kemptner.

Hund Harry flieht vor Böllerlärm: Familie muss Suche nachts einstellen

Kurze Zeit später erhielten die Besitzer den ersten Hinweis. Vom Akosweg im Kemptner Süden rannte Harry in die Bahnhofsstraße, wo er eine halbe Stunde später nach seinem Verschwinden gesichtet wurde. „Wir sind sofort ins Auto und haben dort alles abgesucht, aber leider nichts gefunden“, so die Familie. Nachdem der junge Hund auch dort nicht entdeckt wurde, gab es noch einen Hinweis aus der Schillerstraße, aber auch dort wurde Harry nicht gefunden. „Wir haben dann die Suche abgebrochen und sind nach Hause gefahren. Am nächsten Morgen sind wir gleich los, als es hell wurde“, sagt der 32-jährige.

„Wir haben Harry schwer verletzt und stark blutend auf einer Treppe gefunden"

Auch am Neujahrsmorgen saß der Schock und die Ungewissheit bei der Familie noch tief. Freunde und Bekannte halfen bei der Suche. „Wir haben alle Wege, wo wir Gassi waren, abgesucht, aber ihn nicht gefunden“. Doch dann der Schock: Harry wurde entdeckt, knapp drei Kilometer von seinem Zuhause entfernt. „Wir haben Harry schwer verletzt und stark blutend auf einer Treppe an einem Wohnhaus gefunden. Mich ärgert es so sehr, dass niemand die Polizei gerufen hat. Unser Hund lag in seinem eigenen Blut und es sind sehr viele Menschen daran vorbeigelaufen“, so der Besitzer. Doch woher die schweren Verletzungen des jungen Hundes stammen, war erst unklar.

Vermutlich wurde Hund Harry in Kempten angefahren. Die Verletzungen: beide Vorderpfoten sowie das Brustbein sind gebrochen.
Vermutlich wurde Hund Harry in Kempten angefahren. Die Verletzungen: beide Vorderpfoten sowie das Brustbein sind gebrochen.
Bild: Benjamin Liss

Röntgenaufnahmen bringen Klarheit: Harry wurde angefahren

Die Familie fuhr ihren verletzten Hund umgehend in die Tierklinik nach Blaichach. Nachdem Röntgenaufnahmen gemacht wurden, war klar: Harry ist sehr schwer verletzt. „Der junge Hund hat sich beide Vorderpfoten und das Brustbein gebrochen, er wurde sehr sicher von einem Auto angefahren und mehrere Meter weit geschleudert“, so die Tierärztin der Klinik. Wer Rhodesian Ridgeback Harry angefahren hat, ist unklar.

Fest steht dagegen: Wäre Harry noch länger unentdeckt geblieben, wäre er jetzt tot. Den Aufprall bemerkt haben muss der Autofahrer, der einjährige Hund wiegt schließlich knapp 45 Kilogramm, also kein Leichtgewicht. Harry wird jetzt am kommenden Montag operiert und wird dann für längere Zeit in der Klinik bleiben müssen, bis alle Brüche wieder verheilt sind. „Wir wissen nicht, warum man einen Hund anfährt und dann einfach so verletzt liegen lassen kann"

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