Waltenhofen

Waltenhofen baut den Ortskern um

Waltenhofen Ortsmitte

Zurzeit sind die Bauarbeiter in der Ortsmitte Waltenhofens mit der Baugrube für das Gesundheitszentrum beschäftigt.

Bild: Ralf Lienert

Zurzeit sind die Bauarbeiter in der Ortsmitte Waltenhofens mit der Baugrube für das Gesundheitszentrum beschäftigt.

Bild: Ralf Lienert

Die Bauarbeiten für das Gesundheitszentrum laufen. Wenige Meter weiter steht bereits der Rohbau für die Lebenshilfe.

30.06.2020 | Stand: 18:30 Uhr

Absperrungen, Baufahrzeuge und ein Kran prägen derzeit das Bild vom Waltenhofener Ortskern. Denn an der Ecke Rathaus- und Immenstädter Straße entsteht ein Gesundheitszentrum. Es ist Teil der Neugestaltung der Dorfmitte, Bauherr ist das SWW Oberallgäu. Wenige Meter weiter nördlich baut die Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu ein Gebäude für die Lebenshilfe Kempten.

5,8 Millionen Euro koste das Projekt die Sonthofener Wohnungsbau-GmbH, sagt Geschäftsführer Martin Kaiser. Wegen steigender Baupreise 400 000 Euro mehr als geplant. Die Räume sollen vermietet werden: an eine Apotheke und eine Bäckerei mit Café im Erdgeschoss, an einen Physiotherapeuten und „gesundheitsnahe Dienstleister“ im ersten Stock und an eine Allgemeinärztin und einen Ergotherapeuten im zweiten Stock. Zurzeit wird die Baugrube ausgehoben. Ende 2021 könnte die Eröffnung stattfinden.

Tempolimits sind geplant

Damit ist die Neugestaltung der Ortsmitte aber längst nicht abgeschlossen. Der Bereich zwischen Gesundheitszentrum und dem Gasthof Hasen soll zum Dorfplatz werden. Deshalb plant die Gemeinde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h, die sich bis in die Rathausstraße erstrecken wird. „An die Tische des Bäckerei-Cafés soll man sich ja gerne hinsetzen“, sagt Bauamtsleiter Klaus Häger. Und auch in der Immenstädter Straße soll es ein Tempolimit geben, vermutlich 30 km/h. Gleichwohl sei und bleibe der Bereich ein Verkehrsknotenpunkt.

Wie genau der Dorfplatz gestaltet und ob die Fahrbahn der Immenstädter Straße verengt wird, steht noch nicht fest. Das werde aber im Winterhalbjahr besprochen und geplant, erklärt der Bauamtsleiter. Die höchste Hürde sei gewesen, über eine EU-weite Ausschreibung ein Ingenieurbüro für die Planungen zu finden. „Das steht jetzt fest, das Büro Klinger in Dietmannsried.“ Nachdem die Bauabschnitte festgelegt und die Arbeiten ausgeschrieben seien, könne man im nächsten Jahr mit der Umsetzung anfangen.

Genügend Parkplätze?

Ein großes Thema für die Bürger waren stets die Parkplätze. 24 Tiefgaragen-Plätze und fünf oberirdische Stellplätze sind für das Gesundheitszentrum vorgesehen. Hinzu kommen 100 öffentliche Parkplätze. Häger ist überzeugt, dass das reicht. Wer rund um den Dorfplatz arbeitet oder lebt, werde mit dem Auto eine Tiefgarage nutzen können. „Alle anderen Plätze sind für Besucher.“

Eine weitere große Baustelle findet sich etwas weiter nördlich in der Immenstädter Straße. Dort baut die Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu ein Gebäude mit 24 Wohneinheiten. Mieten wird die Räume die Lebenshilfe Kempten, die zwei Wohngruppen für Menschen mit geistiger und teilweise mehrfacher Behinderung einrichtet. „Wir belegen die Plätze mit allen Bewohnern, die zurzeit noch in der Mariaberger Straße in Kempten leben“, sagt Jürgen Schulz, Bereichsleiter Wohnen. Das Gebäude stamme aus dem Jahr 1984 und genüge nicht mehr den Anforderungen. Markus Stechele leitet die technische Hausverwaltung und ist mit den Baufortschritten zufrieden: „Wir kommen ganz gut voran, es gibt kaum Verzögerungen.“ Das bestätigt Heinrich Beerenwinkel, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank. Der Rohbau steht, das Dach ist fertig, der Innenausbau läuft auf Hochtouren.“ 5,9 Millionen Euro investiert die Bank, etwas mehr als geplant. „Aber wir sind im Kostenrahmen.“