Kempten-Heiligkreuz

Weg bei Neubaugebiet in Heiligkreuz benannt: Ein ehemaliger AZ-Redakteur macht Rennen um Namenspatronage

Durch das Baugebiet Heiligkreuz-Süd (im Bild unten) führt künftig der Rudolf-Geiss-Weg.

Durch das Baugebiet Heiligkreuz-Süd (im Bild unten) führt künftig der Rudolf-Geiss-Weg.

Bild: Ralf Lienert

Durch das Baugebiet Heiligkreuz-Süd (im Bild unten) führt künftig der Rudolf-Geiss-Weg.

Bild: Ralf Lienert

Neubaugebiet im Süden von Heiligkreuz liegt künftig am Rudolf-Geiss-Weg. Der ehemalige AZ-Redakteur hat sich um Ortsgeschichte und Kirche verdient gemacht.
14.10.2020 | Stand: 19:20 Uhr

Straßen nach Persönlichkeiten zu benennen, ist zurzeit in Kempten umstritten. Im Neubaugebiet Heiligkreuz-Süd entschied sich die Mehrheit im Bauausschuss nun dennoch für diese spezielle Ehrung eines Verstorbenen. Der Rudolf-Geiss-Weg erinnert künftig an den Gründer des ortsgeschichtlichen Arbeitskreises.

Erinnerung an das "Blutwunder"

Zur Wahl stand daneben ein alter Flurname: „Im Kreinings“ hatten Freie Wähler/ÜP vorgeschlagen. Der jetzt Geehrte hätte sich wahrscheinlich für diese Erinnerung an den Ort des „Blutwunders“ von 1691 entschieden, das letztlich zur Gründung des Wallfahrtsorts Heiligkreuz führte.

Mit der Ortsgeschichte und kirchlichen Themen war Rudolf Geiss (1941 - 2006) eng verbunden. 1987 veröffentlichte er das Buch „Heiligkreuz in alten Bildern“. Er war Motor und Steuermann beim ortsgeschichtlichen Arbeitskreis Heiligkreuz, den er 1992 ins Leben rief. Geiss widmete sich dem Erhalt von Kapellen und Bildstöcken, sowie der Erinnerung an lange zurückliegende Ereignisse.

40 Jahre im Dienst der AZ

Der gelernte Steuerfachgehilfe wechselte 1960 in die Redaktion der. 40 Jahre lang begleitete er neben der aktuellen Berichterstattung historische und kirchliche Themen und betreute intensiv die Vereine. Sein besonderes Augenmerk lag stets auf der ehemaligen Gemeinde St. Lorenz.

1969 bis 1981 arbeitete er im Pfarrgemeinderat mit und war Schriftführer im Dekanatsrat, spielte die Orgel in der Kirche. Der „katholische Insider“ erhielt 1988 von Bischof Josef Stimpfle den päpstlichen Orden „Pro ecclesia et pontifice“.

Bauarbeiter sind schon am Werk

Im Bauausschuss blieben Wortmeldungen aus. Sechs Räte – und damit die Mehrheit – stimmten für den Rudolf-Geiss-Weg, den die CSU-Fraktion vorgeschlagen hatte.

Im Baugebiet haben die Arbeiten bereits begonnen. Jetzt können die Häuslebauer auch ihre künftigen Adressen weitergeben. (Lesen Sie auch: Baugebiet Heiligkreuz-Süd: Zwei Birken müssen weichen)