Lockdown

Weidachsmühle in Kempten: Droht das Futter für die Pferde auszugehen?

Christian Kraft und Christina Schudo betreiben eine Reitschule, mit der sie die Unkosten für ihren Gnadenhof erwirtschaften. Dort lebt das ehemalige Rennpferd „Mir nach Kollegen“.

Christian Kraft und Christina Schudo betreiben eine Reitschule, mit der sie die Unkosten für ihren Gnadenhof erwirtschaften. Dort lebt das ehemalige Rennpferd „Mir nach Kollegen“.

Bild: Matthias Becker

Christian Kraft und Christina Schudo betreiben eine Reitschule, mit der sie die Unkosten für ihren Gnadenhof erwirtschaften. Dort lebt das ehemalige Rennpferd „Mir nach Kollegen“.

Bild: Matthias Becker

Christian Kraft und seine Frau betreiben nicht nur eine Reitschule, sondern auch einen Gnadenhof. Doch die Einnahmen fehlen: "Situation ist sehr dramatisch.“
Christian Kraft und Christina Schudo betreiben eine Reitschule, mit der sie die Unkosten für ihren Gnadenhof erwirtschaften. Dort lebt das ehemalige Rennpferd „Mir nach Kollegen“.
Von Carolin Färber
23.02.2021 | Stand: 15:00 Uhr

„Mir nach Kollegen“ heißt eines der ehemaligen Rennpferde, die auf dem Pferdehof Weidachsmühle in Kempten ihren Lebensabend verbringen. Christina Schudo und Christian Kraft finanzieren den Unterhalt für die Tiere unter anderem über die Reitschule, die sie betreiben. Doch diese ist seit November erneut geschlossen. Trotzdem müssen die Pferde versorgt und die Fixkosten beglichen werden. Der Pferdewirt findet klare Worte: „Unsere Situation ist sehr dramatisch.“

Rücklagen sind aufgebraucht

Zwar werde der Gnadenhof auch über die monatliche Boxmiete finanziert, sagt Kraft: Neun Pferde betreuen er und seine Frau in Pension. Und nach der November- und Dezemberhilfe sei nun auch der dritte Antrag auf staatliche Unterstützung gestellt. Aber das reiche nicht für Futter, Pacht oder Strom. Die Pacht für März könne er eventuell nicht mehr bezahlen, das Heu reiche noch etwa drei bis vier Wochen, Rücklagen seien aufgebraucht, berichtet der Pferdewirt. Er habe durchaus Angst vor einer Schließung. Allerdings seien er und seine Frau nicht an den Hof gebunden. Es ginge mehr um ihr Konzept rund um die Pferde: „Das ist unser Lebenswerk.“ Dieses aufzugeben wäre „katastrophal“.

Spenden dürften sie derzeit aus steuerlichen Gründen nicht annehmen, erklärt Christiane Schudo. Denn der Hof sei kein Verein. Schenkungen seien aber möglich. Auf der Internetseite ist eine Liste zu finden, was mit dem jeweiligen Geldbetrag finanziert werden kann. Von 20 Euro beispielsweise kauft das Ehepaar einen Ballen Heu oder Stroh, 80 Euro ist eine Zahn- oder Hufpflege wert. Aber auch mithilfe von Patenschaften könne der Hof unterstützt werden. Die Schenkungen seien zweckgebunden. Man könne sich etwa ein Pferd aussuchen und diesem Heu schenken, erklärt Kraft. Ohne diese Schenkungen hätten die Pferde nicht so versorgt werden können, wie es nun möglich war, erklärt er.

Zuhause für Pferde in Not

17 Pferde werden auf dem Gnadenhof betreut, darunter ehemalige Rennpferde, die dort ihre „Rente“ verbringen. Aber auch Pferde, die körperlich oder seelisch belastet sind, finden ein Zuhause. Weitere sechs Pferde kommen beim Unterricht in der Reitschule zum Einsatz. Als Tiertherapeutin und Tierhomöopathin kümmert sich Schudo um Pflege und Betreuung der Pferde und ist für die Kinderreitkurse und die Ferienlager zuständig. Auch Geburtstagsfeiern bietet der Pferdehof Weidachsmühle an.

Nach dem ersten Lockdown hatte die Reitschule etwa fünf Monate geöffnet. Im Herbst durfte Schudo dann allerdings nur noch Einzelunterricht geben, bis der Betrieb Mitte November wieder komplett geschlossen werden musste.

Weitere Infos:

www.weidachsmühle.de