Weihnachtsgeschichten

Wenn der Weihnachtsmann ins Altersheim abgeschoben wird ...

Jürgen Gabelmann Autor und Schreiner

Ein Schreiner an seinem Hobby-Arbeitsplatz: Jürgen Gabelmann schreibt gern (Weihnachts-)Geschichten.

Bild: Harald Holstein

Ein Schreiner an seinem Hobby-Arbeitsplatz: Jürgen Gabelmann schreibt gern (Weihnachts-)Geschichten.

Bild: Harald Holstein

Jürgen Gabelmann verfasst in seiner Freizeit Weihnachtsgeschichten. Der 50-jährige Kemptener erzählt gern Heiteres, bisweilen schwingt Gesellschaftskritik mit.
17.12.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Jürgen Gabelmann ist Schreiner und verfasst in seiner Freizeit Weihnachtsgeschichten. Sein Beruf passt ja sehr gut zu der Geschichte von Christi Geburt, schließlich war Jesus’ Vater Zjmmermann. Dennoch schreibt der 50-Jährige nicht nur Weihnachtliches. Er bewegt sich auch gerne im Genre von Psychothriller und spannungsgeladenen Gruselgeschichten. Doch die Winterzeit findet er besonders inspirierend. Der Schnee, die frühe Dunkelheit und der Weihnachtsmann lassen seine Fantasie sprudeln. Seine Kurzgeschichte „Bonzo“ fand vor zwei Jahren Eingang in eine Sammlung des Rowohlt-Verlages, der jährlich einen neuen Band mit den besten „Weihnachtsgeschichten am Kamin“ herausgibt.

Der Band 34 landete 2019 im Bereich Anthologie/Fiktion sogar auf der Spiegel-Bestsellerliste. „Bonzo“ ist die anrührende Erzählung über einen Sohn, der nach langer Zeit seinen Vater wiederfindet. Dreh- und Angelpunkt dafür ist ein in der Kindheit verlorener Teddybär.

Jürgen Gabelmann nimmt auch Wettbewerben teil

Sein Talent fürs Schreiben hat der Mann aus Rockenhausen in der Nähe von Kaiserslautern schon vor 20 Jahren entdeckt. Es wurde ihm auch von der Drehbuch- und Krimiautorin Madeleine Giese bestätigt, die für die Reihe Radio-Tatort schreibt, und bei der er einige Volkshochschul-Kurse besuchte. Seitdem nimmt Gablemann mit seinen Kurzgeschichten immer wieder an Wettbewerben teil. Auf diese Weise schafften es einige seiner Kurzgeschichten in kleine Verlage und erschienen gedruckt.

Vor sechs Jahren kam der gebürtige Pfälzer ins Allgäu und zog im vergangenen Jahr nach Kempten. Denn Gabelmann geht leidenschaftlich gern in die Berge. Gerade beim Wandern könne er neue Geschichten im Kopf aufblühen lassen, sagt er. Dabei kommt es ihm auf heitere, lebensbejahende Erzählungen an, für die er versucht, ein Happy End zu finden. Sie dürfen aber auch gesellschaftskritisch sein.

Der Weihnachtsmann wird ins Altersheim abgeschoben

In seiner jüngsten Geschichte „Santas Weihnachtsgeschenk“ soll der Weihnachtsmann ins Altersheim abgeschoben und sein Schlitten durch ein E-Auto ersetzt werden. Doch Pannen bei der Technik bringen den liebenswürdigen Überbringer von Geschenken wieder zurück ins Spiel. Für den Autor Gabelmann machten erst die Rentiere Weihnachten wieder zu dem, was es sei. Um diese heimelige Zeit so stimmungsvoll genießen zu können, fehle heute allerdings die Muße, meint er. Der Zeitdruck werde immer stärker. Das stelle er auch in seinem Beruf als Schreiner fest. Zudem dürfe ein Produkt nichts mehr kosten, wobei oft die Qualität auf der Strecke bleibe.

Lesen Sie auch
##alternative##
TV-Star tot

Schauspieler Michael Degen ist gestorben

Jürgen Gabelmann hofft, dass auch diese noch nicht veröffentlichte Weihnachtsgeschichte einen Verlag findet und gedruckt wird. „Ich habe noch viele Geschichten im Kopf, die rauswollen“, sagt er. „Mein Ziel ist, einmal ein umfangreicheres Buch zu schreiben.“ Ideen für einen Krimi, der im Allgäu spielt, gibt es auch schon.

Das Buch: Weihnachtsgeschichten am Kamin 34: Gesammelt von Barbara Mürmann. Rowohlt Verlag. 256 Seiten, 10 Euro.

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.