Kontroverse in Kempten

Weshalb die neue Kulturbeauftragte in Kempten das Kulturamt kritisiert

Fordert vom Kulturamt Kempten mehr eigene Veranstaltungen zu organisieren: Annette Hauser-Felberbaum.

Fordert vom Kulturamt Kempten mehr eigene Veranstaltungen zu organisieren: Annette Hauser-Felberbaum.

Bild: Ralf Lienert

Fordert vom Kulturamt Kempten mehr eigene Veranstaltungen zu organisieren: Annette Hauser-Felberbaum.

Bild: Ralf Lienert

Kulturbeauftragte Annette Hauser-Felberbaum sagt: "Der Kultursommer ist definitiv zu wenig". Und verlangt mehr eigene Veranstaltungen vom Kulturamt Kempten.
04.08.2020 | Stand: 06:11 Uhr

Eine kleine Kontroverse hat sich in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses des Kemptener Stadtrates entsponnen. Die Kontrahenten: auf der einen Seite Annette Hauser-Felberbaum, die neue Kulturbeauftragte des Rates; auf der anderen Seite das Kulturamt mit Martin Fink an der Spitze. Hauser-Felberbaum regte an, dass die Stadt angesichts der Corona-Pandemie mehr Veranstaltungen organisieren sollte, vor allem um die Kulturschaffenden zu unterstützen und das Kulturleben wieder in Schwung zu bringen.

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Martin Fink und sein Team verwiesen auf den „Kulturlieferdienst“ im Internet sowie die sechsteilige Konzertreihe im Residenzhof mit dem Titel „Kultursommer“, den das Amt zusammen mit dem Kleinkunstverein Klecks innerhalb kurzer Seite auf die Beine stellte. Mehrmals hakte Hauser-Felberbaum nach, was denn das Kulturamt in den nächsten Wochen und Monaten noch alles plane. „Der Kultursommer ist hervorragend – aber definitiv zu wenig“, monierte sie.

Forderung: So viel Freiluft-Konzerte wie möglich in Kempten

Kemptens Kulturbeauftragte, die vor einigen Wochen eine Impro-Theater-Show auf dem Hildegardplatz initiierte, möchte in den kommenden Wochen „so viel wie möglich“ an Freiluft-Kultur bieten. Zudem soll das Kulturamt im Herbst Veranstaltungen in geschlossenen Räumen organisieren. Im Gespräch mit unserer Zeitung präzisierte Hauser-Felberbaum ihre Vorstellungen. Sie wisse, dass das Kulturamt keine Veranstaltungsagentur sei. „Aber besondere Zeiten bedürfen kreativer und flexibler Lösungen“, sagte sie. „Ich habe das Gefühl, man hat die Kulturschaffenden nicht auf dem Schirm.“ In Richtung Kulturamtsleiter fügte sie an: „Ich verstehe Herrn Fink gut, aber er versteht die Lage nicht.“ Hauser-Felberbaum regt an, über die Residenzhof-Konzerte hinaus weitere Veranstaltungen auf dem Hildegardplatz, dem St.-Mang-Platz oder der Burghalde zu machen. Und die Finanzierung? Sie hoffe, „dass das Kulturamt einen Topf dafür hat“.

Gespräch in dieser Woche geplant

Martin Fink erwiderte in der Sitzung des Kulturausschusses, dass sein Amt durchaus noch mehr Veranstaltungen plane. „Wir sind auf der Suche nach weiteren Optionen.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte er außerdem, dass sich das Kulturamt als „Ermöglicher und Förderer von Kultur“ verstehe und nur in Ausnahmefällen als alleiniger Veranstalter auftrete. „Das ist eine gute Mischung.“ Grundsätzlich hätten er und Hauser-Felberbaum das selbe Ziel: mehr Kunst und Kultur in Kempten. Um die Möglichkeiten auszuloten, treffe man sich in dieser Woche zum Gespräch darüber.