Bauen in Wiggensbach

Wiggensbach will Wohnungsbau ohne Darlehen stemmen

So könnten die neuen Häuser auf dem Engstler-Areal in Wiggensbach aussehen. Die
Planungen laufen.

So könnten die neuen Häuser auf dem Engstler-Areal in Wiggensbach aussehen. Die Planungen laufen.

Bild: Architektur + Raum

So könnten die neuen Häuser auf dem Engstler-Areal in Wiggensbach aussehen. Die Planungen laufen.

Bild: Architektur + Raum

Für zwei Gebäude auf dem Engstler-Gelände sind 7,8 Millionen Euro veranschlagt. Wie das die Marktgemeinde aus dem Haushalt heraus finanzieren will.
14.10.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Der robusten finanziellen Lage der Marktgemeinde Wiggensbach kann offenbar auch Corona nicht viel anhaben. Die Prognosen zu den Einnahmen aus der Gewerbesteuer fielen jedenfalls besser aus als erwartet, hieß es im Gemeinderat. Das eröffnet neue Perspektiven zur Finanzierung des Millionen-Projekts auf dem Engstler-Gelände.

Drei Häuser entstehen dort. An der Rohrachstraße ist Haus I mit Wohnungen und Gewerbeeinheiten vorgesehen. Es wird über die Ortsentwicklungs GmbH abgewickelt. In Haus II und III mit Tiefgaragen sind Wohnungen geplant, Bauherr ist die Gemeinde (AZ berichtete). Auf 7,8 Millionen Euro belaufen sich dafür die Kosten.

Verschuldung wäre denkbar bei historisch niedrigen Zinsen

Staatliche Zuschüsse gibt es für den kommunalen Wohnungsbau. Die Landesboden Kreditanstalt biete zudem Kredite an zu null Prozent Zinsen, erläuterte Bürgermeister Thomas Eigstler: „Für sinnvolle Zukunftsprojekte wie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum könnte durchaus eine Verschuldung eingegangen werden“, sagte Engstler.

Andererseits sei die Gemeinde seit über zehn Jahren schuldenfrei – eine „große Errungenschaft der Bevölkerung“. Diesen Zustand zu erhalten, sei unter gewissen Voraussetzungen möglich, hat die Verwaltung in verschiedenen Szenarien errechnet. Rücklagen ließen sich durch den laufenden Verkauf etwa des ehemaligen Raiba-Gebäudes aufstocken. Und der Planungsgewinn aus den Baugebieten Westenried Süd und Ost könnte in die Finanzierung mit einfließen.

Mieten sollen 140.000 Euro im Jahr einbringen

Die Finanzplanung 2022 bis ‘24 gebe dann den Spielraum her, das Projekt über die nächsten drei Jahre aus dem Haushalt zu finanzieren. „Wenn das gelingt, gratuliere ich der Verwaltung“, sagte Martin Kaiser (Frei Wähler). Er erinnerte auch an die ab 2024 zu erwartenden Mieteinnahmen in Höhe von rund 140.000 Euro.

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Ob in dieser Konstellation Geld übrig sei, wenn beispielsweise für den Ausbau der Wasserversorgung größere Summen nötig wären, wollte Leonhard Notz (FW) wissen. Gerade dieser Bereich mache in der Kalkulation wenig Sorgen – abgerechnet werde Wasser kostendeckend, also direkt über die Gebühren der Verbraucher.

Einstimmig lehnten die Räte ein langfristiges Darlehen ab. Sollten nicht absehbare Investitionen nötig werden, könne man immer noch kurzfristig Kredite aufnehmen.