Corona

Wirbel um RKI-Zahlen: Sind in Allgäu mehr Menschen geimpft als offiziell registriert?

Corona  mobiles Impfen

Stimmen die Impfzahlen oder nicht? Eine Impfung des mobilen Teams vom Roten Kreuz im Allgäu.

Bild: Ralf Lienert

Stimmen die Impfzahlen oder nicht? Eine Impfung des mobilen Teams vom Roten Kreuz im Allgäu.

Bild: Ralf Lienert

Ein Bericht des RKI legt das nahe. Doch Fachleute in Kempten und im Oberallgäu zerstreuen die Bedenken und liefern diese Erklärungen.
19.09.2021 | Stand: 14:51 Uhr

Die Nachricht ließ aufhorchen: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) könnte die Zahl der Erstimpfungen gegen das Corona-Virus tatsächlich höher liegen als die offiziell erfasste Quote. Diese liegt aktuell bei 66,9 Prozent (Stand: 15. September 2021).

Zudem berichtete der Spiegel, dass laut den Kassenärztlichen Vereinigungen mehrerer Bundesländer 350 000 Impfungen aus Arztpraxen nicht gemeldet worden seien. Anlass, einmal nachzufragen, wie in Kempten und im Oberallgäu die Daten zu den Impfungen erfasst und verarbeitet werden.

Grundlage des RKI-Berichts ist eine Befragung von 1000 Erwachsenen. Demnach fiel die Quote der mindesten einmal Geimpften deutlich höher aus als die Quote, die im sogenannten Impf-Dashboard erfasst ist. Alexander Schwägerl ist Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Oberallgäu-Kempten, der auch das Impfzentrum in der Kemptener Ari-Kaserne betreibt.

Impfungen werden mit dem Programm „BayImco“ erfasst

Jede Impfung werde dokumentiert und digital erfasst, sagt er. Dazu stehe in Bayern das Programm „BayImco“ zur Verfügung, über das sich Impfwillige auch registrieren können. „Im Impfzentrum gibt es keine Lücke“, betont Schwägerl. „Sonst hätten die Leute ja auch keinen Nachweis.“ Denn auch der werde über das Programm erstellt.

Lutz Menthel, Vorsitzender des Hausarztvereins Kempten, erklärt das Procedere in den Arztpraxen vor Ort: Jeden Tag müssten die Hausärzte und Hausärztinnen beim Kassenärztlichen Bundesverband (KBV) online melden, wie viele Personen geimpft wurden. Über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) käme dann eine Rückmeldung, anhand dieser der Arzt die Zahl der Impfungen in Stadt und Kreis nachverfolgen könne.

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Die KVB kontrolliere das zudem über die Abrechnung des jeweiligen Hausarztes. „Wenn man die Online-Meldung nicht macht, bekommt man auch keinen Impfstoff“, sagt Menthel. Auch er ist deshalb überzeugt, dass alle Impfungen erfasst werden. Zur Befragung des RKI sagt er: „Man muss da ja nicht wahrheitsgemäß antworten.“

Was das Gesundheitsamt nicht macht, sondern die Impfzentren und die Impfteams

„Das Gesundheitsamt erfasst die Geimpften nicht selbst“, teilt Andreas Kaenders mit, Pressesprecher des Landratsamts Oberallgäu, in dem auch das Gesundheitsamt für den Landkreis und Kempten beheimatet ist. „Das machen direkt die Impfzentren und Impfteams.“ Dort würden die Daten über die staatliche Software erfasst, unmittelbar nach der Impfung. Insofern könne es hier an sich nicht zu Verzögerungen kommen.

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