Stadtentwicklung in Kempten

Wunsch nach Leben, Sorgen um Lärm - Das sagen Anwohner zur künftigen Nutzung der Allgäuhalle

Kulturzentrum, Markthalle oder Konzertbühne? Auch die Kemptener Anwohnerinnen und Anwohner diskutieren mit über die Zukunft der Allgäuhalle.

Kulturzentrum, Markthalle oder Konzertbühne? Auch die Kemptener Anwohnerinnen und Anwohner diskutieren mit über die Zukunft der Allgäuhalle.

Bild: Matthias Becker

Kulturzentrum, Markthalle oder Konzertbühne? Auch die Kemptener Anwohnerinnen und Anwohner diskutieren mit über die Zukunft der Allgäuhalle.

Bild: Matthias Becker

Nachbarn der Allgäuhalle in Kempten verfolgen die Diskussion über die künftige Nutzung interessiert – aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
09.09.2021 | Stand: 11:50 Uhr

Gudrun Schuldes kann sich noch gut daran erinnern, als ihr Vater in der Kanne frische Milch und in der Sackkarre Kartoffeln von der Allgäuhalle mitbrachte. Damals war die Kemptenerin ein kleines Mädchen. Heute beschäftigt sie sich mit der Zukunft des Areals. Schließlich lebt sie Zeit ihres Lebens in unmittelbarer Nachbarschaft – seit 61 Jahren. Und sie interessiert sich dafür, was in der und rund um die Allgäuhalle passiert, wenn die Allgäuer Herdebuchgesellschaft Mitte 2022 mit ihren Viehauktionen auszieht.

Anwohner wünschen sich etwas "Ruhiges": Nein zu Konzerten, ja zur Markthalle in Kempten

Die Ideen, die im Raum stehen, gefallen Schuldes nicht alle. Vor allem eine Sache ist ihr wichtig: „Ich wünsche mir etwas Ruhiges.“ Die Aussicht auf Konzerte in direkter Nachbarschaft bereiten ihr Sorgen. Dabei denkt sie an Veranstaltungen unter freiem Himmel zurück – etwa an das Open-Air-Konzert von David Garrett. An Schlaf sei damals nicht zu denken gewesen, erzählt sie. Sogar die Türklinken hätten vibriert, so sehr wummerte der Bass.

„Kultur wäre ja okay – so lange das nicht mit Lärm verbunden ist“, sagte die Kemptenerin bei der „Mobilen Redaktion“ der Allgäuer Zeitung. „Wir Anwohner wollen schließlich auch auf dem Balkon unsere Ruhe genießen und nachts schlafen können.“ Sie würde es daher begrüßen, wenn in der Allgäuhalle eine Art Bio-Markthalle eröffnet. Auch die Flohmärkte gefallen ihr – „da kriegt man so gut wie nichts mit“.

Kultur für kleines Publikum - mit ausreichend Parkplätzen neben der Allgäuhalle

Edelgard und Heinz Pöppel, die ebenfalls neben der Allgäuhalle wohnen, können sich dagegen in dem Komplex gut ein Kulturangebot vorstellen. Vor allem für ein kleineres Publikum. Gut fänden sie hier eine Zusammenarbeit mit der Big Box Allgäu. Doch auf jeden Fall sollte die Zahl der Parkplätze nicht reduziert werden. Ansonsten hätten nämlich vor allem die Berufsschüler Schwierigkeiten, ihre Autos abzustellen.

Und wie sieht die Center-Managerin vom Forum Allgäu, Ekaterina Avdosyev, auf die Entwicklungen nebenan? „Es wäre wichtig, dass wieder Leben einzieht“, sagt sie. Auf welche Art und Weise – da sei sie offen. Aber die Themen Erlebnis und Unterhaltung rückten immer mehr in den Fokus, wenn es um neue Anforderungen an Innenstädte gehe. Ein Ziel sei, dass die Kemptener Innenstadt lebendig bleibt – und damit auch die Allgäuhalle.

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